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Von 6. Juni 2017 Mehr →

Hongkongs einmal anders: Der Buddha von Po Lin

Der Buddha von Po Lin thront weithin sichtbar auf einem Sockel.

Dicht an dicht gedrängte Wolkenkratzer und hektische Betriebsamkeit kennzeichnen den „duftenden Hafen“, der als Finanzmetropole und Einkaufsparadies – wenn auch inzwischen als extrem teures – gleichermaßen bekannt ist. Hongkong, das ist chinesische Lebensart gepaart mit unverkennbaren westlichen Einflüssen, ja, den unverwischbaren Spuren, die die britischen Kolonialherren auch nach der Rückgabe der Millionenstadt an China am 1. Juli 1997 deutlich hinterließen. Aber die ehemalige Kronkolonie am südchinesischen Meer hat noch ein zweites, weitaus beschaulicheres Gesicht: malerische Strände, ausgedehnte Küstenstreifen, pittoreske Berge und Gipfel sowie riesige Wälder. Zu Hongkong gehören über 230 größere und kleinere Inseln, die sogenannten Outlying Islands. Lantau Island ist die größte davon.

Da die Figur nach Norden ausgerichtet ist, liegt ihr Gesicht zum Leidwesen von Fotografen nie in der Sonne.

Von der Hektik und Enge rund um den Naturhafen von Hongkong Island ist auf Lantau wenig zu spüren. Das Island ist über die 1.400 Meter lange Tsing-Ma-Brücke mit Hongkong Island verbunden. Das gewaltige Brückenbauwerk, das als Hauptverbindung zum Flughafen Kai Tek auf der Insel Chep Lap Kok gilt, wird durch insgesamt 190 Stahlseile mit Durchmessern von jeweils 110 Zentimetern und einer Gesamtlänge von 160.000 (!) Kilometern gehalten.

34 Meter hoch ist der bronzene Koloss.

Und während allenfalls in der Satellitenstadt Tung Chung, die parallel zum Flughafenbau in den 1990er Jahren aus dem Boden gestampft wurde, Hochhäuser das Landschaftsbild prägen, lockt Lantau mit dem weltweit größten sitzenden Buddha aus Bronze. In rund 450 Meter Höhe steht der 250 Tonnen schwere Koloss auf dem Ngong Ping Plateau, wo auch das Kloster Po Lin zu finden ist. Rund acht Millionen US-Dollar haben sich die Buddhisten aus Hongkong die Fertigstellung der 34 Meter hohen Statue, die 1993 eingeweiht wurde, kosten lassen.

Lohnenswert ist auch der Besuch des angrenzenden Kloster von Po Lin. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Staue besteht aus einem Gerüst, das mit Bronzeplatten, die in China gegossen wurden, verkleidet ist. Zum Leidwesen der Touristen und Fotografen blickt der mächtige Buddha gen Norden, so dass sein Gesicht nie direkt von der Sonne angestrahlt wird. Gut 260 Stufen gilt es zu erklimmen, um vom Fuße der Statue atemberaubende Blicke auf das Meer und die Berge mit dem 934 Meter hohen Lantau Peak genießen zu können – für Buddhisten zudem eine Möglichkeit, sich in diesem Leben Verdienste für das nächste zu erwerben.

Kaum minder beeindruckend ist das in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Kloster. Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich hier einige Mönche nieder und gründeten 1927 das Kloster Po Lin, dessen Name „kostbarer Lotos“ bedeutet. Lotos ist im Buddhismus eine Pflanze von hohem Symbolwert. Sie blüht leuchtend weiß, obwohl sie im Sumpf wächst, und gilt daher als Zeichen der Reinheit.

Geradezu klassisch liegen die Tempelhallen von Po Lin hintereinander auf einer Achse, die mit einem großen Ehrentor beginnt. In der ersten Halle empfängt der lachende Dickbauchbuddha Milefo die Besucher. Ihn umgeben die vier riesigen Statuen der Himmelswächter, jeder verantwortlich für eine Himmelsrichtung, und in seinem Rücken weilt Weito, Wächter und buddhistische Herold, der auf die Haupthalle blickt.

Auch klassische chinesische Bögen sind in Po Lin zu finden.

Diese steht erhöht, damit die drei prächtigen Buddhafiguren gut zur Geltung kommen: in der Mitte der historische Buddha Sakyamuni, flankiert vom Heilenden Buddha und dem Buddha der Vergangenheit. 1970 wurde die großzügige Anlage eröffnet, deren Haupthalle ein mit Porzellanfiguren aufwendig verziertes Dach besitzt. Insgesamt erzählen rund 500 Marmornachbildungen von Anhängern Buddhas und vom Leben des Siddharta Gautama, dem Begründer des Buddhismus. Die hinteren Gebäude dienen den privaten Meditationen der Mönche und Nonnen, die dort auch eine wertvolle burmesische Buddhastatue aus weißer Jade aufbewahren. Weitere Informationen unter www.plm.org.hk.

Archiviert unter Topthema, Asien, Hongkong
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