Berlin kulinarisch: Mehr als Buletten + Curry-Wurst

Die Gastronomie in Berlin bietet die gesamte kulinarische Bandbreite vom Schnellimbiss bis hin zur franzöischen Spitzenküche wie im Le Faubourg. (Foto Sofitel)
Die Gastronomie in Berlin bietet die gesamte kulinarische Bandbreite vom Schnellimbiss bis hin zur franzöischen Spitzenküche wie im Le Faubourg. (Foto Sofitel)

Berlin steht nicht gerade im Ruf, das Feinschmecker-Mekka der Deutschen zu sein. Wohl auch, weil in der Hauptstadt eine große Liebe für schnelles Essen zu herrschen scheint. Vor allem Buletten und Curry-Wurst erfreuen sich an der Spree anhaltender Beliebtheit. Kaum eine Straßenecke, an der das gebratene Hackfleisch oder die klein gehäckselte Wurst mit der scharfen Sauce nicht zu bekommen ist. Und die Berliner sind so verliebt in ihre Wurst, dass sie ihr sogar ein eigenes Museum gewidmet haben.

Die Curry-Wurst geht allein in Berlin jährlich 70 Millionen mal über die Verkaufstheke. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Die Curry-Wurst geht allein in Berlin jährlich 70 Millionen mal über die Verkaufstheke. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Seit 2009 bereitet das Deutsche Currywurst Museum unweit des berühmten Checkpoint Charlies als Wissenswerte über die Geschichte und Zubereitung des Snacks anschaulich auf. Hier wird auch einer gewissen Herta Heuwer gedacht. Die Gastronomin will im September des Jahres 1949 die typische Sauce erfunden und an ihrem Imbissstand an der Kantstraße erstmals zusammen mit einer Wurst an den Mann gebracht habe. In aller Bescheidenheit ließ sie an ihrem Geschäft auch eine Tafel mit der Aufschrift „1. Currywurst-Braterei der Welt“ anbringen.

Berlins Curry-Wurst-Erfinderin

Und in der Heimat der Erfinderin ist die Currywurst noch heute ein absoluter Kassenschlager. Laut Angaben des Deutsche Currywurst Museums werden allein an Spree jährlich nicht weniger als 70 Millionen Curry-Würste verputzt. Zu den „Hauptumschlagsplätzen“ gehören dabei die beliebten Kult-Imbissbuden Konnopke’s am U-Bahn-Viadukt an der Eberswalder Straße und Curry 36 am Mehringdamm in Kreuzberg.

Gerade in Kreuzberg, aber auch in vielen anderen Stadtteilen der Hauptstadt drehen sich auch die Döner-Grills auf Hochtouren. Aber auch Küchen aus Asien, der arabischen Welt und vielen Teilen Europas bereichern längst die kulinarische Bandbreite auf den Straßen von Berlin.

Jede Menge Alternativen zum Fastfood

Auch verwöhnte Gaumen werden in Berlin fündig. Etwa im Le Faubourg 24h Rind (rosa geschmort), Portweinschalotten, Spinat, radieschen, Kartoffelchip und -purree, Gartenrettich
Auch verwöhnte Gaumen werden in Berlin fündig. Etwa im Le Faubourg, wi Rind mit Portweinschalotten, Spinat, Radieschen, Kartoffelchip und -purree sowie Gartenrettich serviert wird. (Foto Sofitel)

Doch auch, wer das Besondere sucht und sich abseits von Fast Food richtig verwöhnen möchte, wird in Deutschlands größter Stadt problemlos fündig. Eine Besonderheit ist ganz sicher das Ars Vini an der Sredzkistraße am hippen Prenzlauer Berg. Neben ausgewählten Weinen hält das Restaurant alle erdenklichen Fondue-Variationen bis hin zum Schokofondue bereit.

Felix Mielke
Felix Mielke zaubert als Küchenchef manche Köstlichkeit auf die Tische des Le Faubourg. (Foto Sofitel)

Mehr als ein offener Geheimtipp ist daneben fraglos das Le Faubourg am Ku’damm. Das mondäne Restaurant im Sofitel Berlin besticht nicht nur durch eine famose Kombination aus Lässigkeit und Eleganz, sondern ist längst zum Inbegriff für moderne französische Küche in einem großartigen Ambiente geworden. Der gefeierte Küchenchef Felix Mielke kombiniert hier Ideen und Kreationen namhafter französischen Spitzenköche wie Escoffier, Bocuse oder Ducasse mit aktuellen Küchentrends und lädt zum augenzwinkernden wie überaus schmackhaften Flirt regionaler Produkte mit Klassikern und Nationalgerichten ein.

Französische Küche mit Stil und Ambiente

Im Le Faubourg lässt sich im Herzen von Berlin überaus stilvoll dinnieren. (Foto Sofitel)
Im Le Faubourg lässt sich im Herzen von Berlin überaus stilvoll dinnieren. (Foto Sofitel)

Beginnend mit den „Starters to Share“ können hier nicht nur Feinschmecker auf eine einfache und unkonventionelle Weise ihr gemeinsames Essen beginnen. Dabei werden die exquisiten Speisen so serviert, dass ein jeder zwischen verschiedenen Appetitmachern die Qual der Wahl hat, aber auch einfach mal von jedem etwas probieren kann.

Auch das Auge ist mit - so wie bei dieser Entenleber.
Auch das Auge ist mit – so wie bei dieser Entenleber. (Foto Sofitel)

Bei den Hauptgängen lässt sich dann zwischen traditioneller Zubereitungsweise und einer jeweils modernen Interpretation des Gerichts wählen. Und dazu empfiehlt Sommelier Marcel Saavedra den passenden französischen oder deutschen Wein.

Mit Hilfe von Sommelier Marcel Saavedra gelingt garantiert auch der richtige Wurf bei der Weinauswahl.
Mit Hilfe von Sommelier Marcel Saavedra gelingt garantiert auch der richtige Wurf bei der Weinauswahl.

Das Kalbsfilet Rossini beispielsweise wird mit Mangold, Spargel, Salbeignocchi und Trüffeljus serviert, während Seeteufelbäckchen mit Vogelmiere, Chicorée, Pfifferlingen und Blutwurst kombiniert werden. Zusammensetzungen, die einem schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammen laufen lassen, und die unterstreichen, dass Berlin – ungeachtet seines Curry-Wurst-Ruhms – durchaus auch lukullische Köstlichkeiten bereit hält…