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Von 27. September 2016 Mehr →

Tilman Birrs Berlin – zwischen Schrulligkeit, Absurditäten und Hauptstadt-Liebe

berlin-satirisches-reisegepaeckKlar, Berlin ist Hauptstadt. Nicht schön, nur schön pleite. Und wie der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit einmal sagte, „arm, aber sexy“. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Auch nicht darüber, dass die Millionenstadt an der Spree durchaus schöne Ecke hat. Der Rest fällt wohl eher unter die Kategorie „interessant“. Und doch ist Berlin Deutschlands beliebtestes Städtereiseziel.

Eine Stadt, in der es immer etwas zu entdecken gibt. Eine pulsierende Großstadt, in der immer etwas los ist. Eine Millionenstadt, die wohl über die größte Graffiti-Dichte in Deutschland verfügt. Und über die muffeligsten Taxifahrer.

Dennoch weiß Berlin irgendwie zu begeistern. Die Stadt zieht Tausende in ihren Bann. Viele wandeln dabei auf den klassischen Touristenpfaden zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule, zwischen Ku-Damm und Friedrichsstraße, zwischen Check-Point Charly und Alexanderplatz.

Stadt voller Widersprüche

Aber es gibt auch ein anderes Berlin. Das Berlin, des Tilman Birr. Der begnadete Poetry-Slammer stellt in Berlin – Satirisches Reisegepäck Wahlheimat seine Wahlheimat augenzwinkernd und kenntnisreich vor. Auf 128 Seiten legt er dabei eine witzig-spritzige Hommage an eine Stadt voller Widersprüche vor. Dabei liegt der Fokus weniger auf klassischen Attraktionen als auf den Schrulligkeiten der Berliner und den vielen kleinen Absurditäten am Wegesrand, die Berlin zu einer liebenswerten Kapitale machen.

Birr rückt den Blick auf die bedingungslose Liebe der Berliner zu ihrem jeweiligen Kiez. Also zu dem Stadtteil, in dem sie leben. Aber auch auf die Esskultur einer Hauptstadt, die eigentlich keine Esskultur besitzt. Die Curry-Wurst bekommt ebenso ihr Fett weg wie der Döner. Auch Trinkspaß á la Herrengedeck wird thematisiert.

Appetit auf städtische Einöden

Daneben macht Birr Appetit auf den Besuch städtischen Einöden. Auf Orte, die eigentlich nicht viel zu bieten haben, und doch nicht ohne Reiz sind. Dazu gehört etwas Stralau. Eine Halbinsel zwischen Spree und Rummelburger Bucht, die selbst vielen Einheimischen kein Begriff sein dürfte.

Auch Spandau als (gesichtslose) Stadt in der Stadt, das kultige Kreuzberg und der Bezirk Mitte sowie Friedrichshain kommen nicht drum herum, von Birr mit Esprit in all ihren Facetten beleuchtet zu werden.

Birr versteht es dabei exzellent, einen ungewöhnlichen Spagat hinzulegen. Er legt den Finger in zahlreiche Wunden. Und doch zeichnet er ein Bild, dass Berlin liebens- und lebenswert macht.

Erhältlich ist Berlin – Satirisches Reisegepäck (ISBN 978-3-95654-248-0) von Tilman Birr für 12,90 Euro im Buchhandel oder direkt beim Michael Müller Verlag.

Archiviert unter Europa, Berlin, Deutschland, Buch & Co