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Von 12. November 2014 Mehr →

Sport statt Löwenjagd – Maasai-Olympics vor der Kulisse des Kilimandscharo

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Zu den Wettkämpfen der Maasai-Olympics gehört der Weitwurf mit Rungu-Knüppeln. (Foto: Big Life Foundation)

Am 13. Dezember 2014 zeigt Kenia ein besonderes Gesicht: dann werden auf dem Gebiet des Sidai Oleng Wildlife Sanctuary (ehemals Kimana Wildlife Sanctuary) am Fuße des Kilimandscharo im Süden Kenias die Maasai Olympics stattfinden – eine bemerkenswerte Initiative, um junge Maasai für den Sport zu begeistern und gleichzeitig etwas für den Naturschutz im Süden Kenias zu tun.

In früheren Zeiten gab es für die Moran, die jungen Krieger vom im Norden Tansanias und Süden Kenias beheimateten Nomadenvolk der Maasai, nur einen Weg, ihre Tapferkeit zu beweisen: Man musste einen wilden Löwen mit dem Speer erlegen. Es gab nichts, womit sich ein junger Mann beliebter bei der Damenwelt machen konnte.

Hochsprung aus dem Stand nach dem Vorbild traditioneller Tänze darf bei den Maasai Olympics nicht fehlen.

Hochsprung aus dem Stand nach dem Vorbild traditioneller Tänze darf bei den Maasai Olympics nicht fehlen. (Foto Jeremy Goss)

Heute haben viele Massai erkannt, dass Löwen und andere Raubtiere Safarigäste ins Land bringen, mit denen sich Verdienstmöglichkeiten im Tourismus erschließen lassen. Auch ein Entschädigungsfond, der die Hirten in den Regionen rund um den Amboseli-Nationalpark für jedes von Raubtieren gerissene Stück Vieh entschädigt, trug dazu bei, dass die Maasai toleranter gegenüber Raubtieren wurden – was enorm wichtig für den Tierschutz ist, da sich etliche Wildtiere auf ihren Streifzügen durch die dünnbesiedelten Savannen Südkenias außerhalb der staatlichen Schutzgebiete aufhalten. Dennoch träumten bisher viele junge Massai weiterhin davon, einen Löwen mit dem Speer zu töten und so ihre Männlichkeit zu beweisen.

Um der rituellen Löwenjagd entgegenzuwirken, hat ein Ältestenrat der Maasai im Amboseli- Ökosystem bereits 2012 zusammen mit der Big Life Foundation das Konzept der Massai Olympics entwickelt. In diesem Zusammenhang verkündete der spirituelle Führer der Maasai, der im Norden Tansanias wohnhafte Kimani Oltalesoi, schon 2012, dass die Tradition der Löwenjagd beendet sei: „Ich appelliere an Euch, keine Löwen mehr zu töten. Wir müssen unsere wilden Tiere schützen, genau wie wir unser Vieh schützen. Wenn wir das versäumen, wird auch unsere Lebensweise zerstört werden“.

Der Spoeerwurf bei den Maasai Olympics erinnert  an die olympische Sportart. (Foto: Nikk Best)

Der Spoeerwurf bei den Maasai Olympics erinnert an die olympische Sportart. (Foto: Nikk Best)

Als Ersatz für die Löwenjagd wurde das Experiment gewagt, sportliche Wettbewerbe im Rahmen der Maasai-Olympics auszutragen, die eng an kulturelle Aktivitäten der Massai angelehnt sind: darunter Speerwurf, Weitwurf mit „Rungu“-Knüppeln, Hochsprung aus dem Stand (nach dem Vorbild traditioneller Tänze) sowie Laufwettbewerbe über 200, 800 und 5.000 Meter. Auch Sportlerinnen können sich beim 100-Meter-Sprint bzw. auf der 1.500-Meter-Strecke messen.

Den siegreichen Sportlerinnen und Sportlern winken dieses Jahr attraktive Preise, beispielsweise Geldprämien, Stipendien und sogar zwei Startplätze für den New York Marathon 2015. Aufgrund der Tatsache, dass Rinder eine zentrale Rolle in der Kultur der Maasai einnehmen, wird die in der Teamwertung erfolgreichste Dorfgemeinschaft mit einem Zuchtbullen belohnt.

Gerne tragen die Maasai bei den Wettkämpfen ihre traditionelle Kleidung und ihren traditionellen  Schmuck. (Foto Big Life Foundation)

Gerne tragen die Maasai bei den Wettkämpfen ihre traditionelle Kleidung und ihren traditionellen Schmuck. (Foto Big Life Foundation)

Schirmherr der diesjährigen Massai Olympics ist David Rudisha, amtierender Weltrekordler über 800 Meter, Goldmedaillengewinner bei den „echten“ olympischen Spielen in London 2012 und Weltmeister in Daegu 2011. Auch Rudisha gehört zum Volk der Massai, stammt allerdings aus Kilgoris, westlich des Masai Mara-Wildreservats.

Als Zuschauer bei den Maasai Olympics sind auch auswärtige Gäste zugelassen. Die Wettbewerbe werden zwischen 9 und 16 Uhr stattfinden. Das Sidai Oleng Wildlife Sanctuary liegt nahe der Ortschaft Kimana direkt an der Asphaltstraße zwischen Emali and Loitokitok, also der Hauptstraße in Richtung Amboseli-Nationalpark. Von dort wird es eine Ausschilderung zu entsprechenden Parkmöglichkeiten geben. Der Veranstaltungsort ist von allen Lodges und Camps im Umkreis des Amboseli-Nationalparks problemlos zu erreichen.Weitere Informationen zu den Maasai-Olympics unter www.biglifeafrica.org und unter www.magical-kenya.de.

Weitere Impressionen von den Maasai-Olymics hier

Archiviert unter Afrika, Kenia