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Von 1. Oktober 2014 Mehr →

Potsdam – Welterbestätten & eine Menge Kultur

Eine der Hauptattraktion von Potsdam: Das Schloss Sanssouci. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Eine der Hauptattraktion von Potsdam: Das Schloss Sanssouci. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Inmitten einer der schönsten Kulturlandschaften Europas und in direkter Nachbarschaft zur Metropole Berlin liegt Potsdam, die Landeshauptstadt Brandenburgs. Eine Stadt zwischen Barock und Moderne, Schlösserarchitektur und Filmgeschichte

„Das ganze Eyland muß ein Paradies werden“, hatte Johann Moritz von Nassau-Siegen einst Friedrich II. geraten, als der große Kurfürst die Inselstadt Potsdam zu seiner Residenzstadt machte. Jahrhundertelang gestalteten berühmte Baumeister wie Knobelsdorff und Schinkel und bedeutende Landschaftsarchitekten wie Lenné und Eyserbeck das „irdische Paradies“ im Auftrag ihrer Monarchen. Sie schufen mit zwölf Schlössern und stilvoll angelegten Parklandschaften ein Gesamtkunstwerk architektonischer und gärtnerischer Vielfalt, das harmonisch in die waldreiche Seenlandschaft der Havel eingebettet ist.

Eine Traumhafte Kombination: Die Gärten und das Schloss Sanssouci in Potsdam. (Foto Leo Seidel)

Eine Traumhafte Kombination: Die Gärten und das Schloss Sanssouci in Potsdam. (Foto Leo Seidel)

Noch heute prägt dies die Kulturlandschaft Potsdams. Mit ihren prächtigen Bauwerken und den kunstvollen Parkanlagen Sanssouci, Neuer Garten und Babelsberg sowie der Sacrower Heilandskirche wurden im Jahr 1990 weite Teile Potsdams zum UNESCO-Welterbe erklärt. Die prominenteste Sehenswürdigkeit Potsdams ist zweifellos das Schloss Sanssouci im gleichnamigen Park, das Friedrich dem Großen als Sommersitz diente. Es ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt, sondern gehört auch zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Sein Schloss „ohne Sorgen“ ließ der Alte Fritz nach eigenen Skizzen errichten. Ganz in der Nähe befindet sich das wesentlich größere Neue Palais.

Wer sich in Potsdam auf Welterbespuren begibt, kommt auch an Schloss Cecilienhof im Neuen Garten nicht vorbei. Das letzte Schloss der Hohenzollern wurde mit dem Potsdamer Abkommen von 1945 weltbekannt, als die alliierten Siegermächte über die Zukunft Deutschlands entschieden. In dem über 100 Hektar großen, von Lenné gestalteten, Garten gibt es für Kulturreisende eine ganze Reihe von architektonischen Schätzen zu entdecken, die mit Sichtachsen verbunden sind. Die spektakulärste ist jene vom Marmorpalais, die in beeindruckender Länge von fünf Kilometern vom Heiligen See über die Havel hinweg bis zum weißen Schloss der Pfaueninsel reicht.

Potsdam ist ideal auch zu Fuß zu erkunden. Eine solche Tour durch die historische Innenstadt darf nicht fehlen und könnte auch im Holländischen Viertel beginnen. Der Vater des Alten Fritz, König Friedrich Wilhelm I., ließ es für holländische Handwerker erbauen. Das Quartier mit seinen 135 roten Backsteinhäusern ist das größte Bau-Ensemble im holländischen Stil außerhalb der Niederlande. Die Mischung von Wohnraum, kleinen Läden, Galerien, Werkstätten, Kneipen, Restaurants und Cafés verleiht dem Viertel ein besonderes Flair. Besuchermagnete sind hier jedes Jahr das traditionelle Tulpenfest sowie die Potsdamer Erlebnisnacht, an der sich die gesamte Innenstadt beteiligt.

Das Alte Rathaus von Potsdam

Das Alte Rathaus von Potsdam

Die Haupteinkaufsmeile Potsdams befindet sich nur wenige Gehminuten entfernt: die Brandenburger Straße – von den Potsdamern weltmännisch „Broadway“ genannt. Hier bestimmen keine großen Kaufhäuser, sondern kleine Geschäfte in niedrigen Typenhäusern das Stadtbild. Auch ein Streifzug durch die vielen Seitenstraßen und Höfe lohnt sich. Antikes und Antiquarisches, Wohnaccessoires und Mode, Schmuck und Geschenkartikel, Kochwerkzeug und Kulinarisches – für einen Einkaufsbummel gibt es hier so manche interessante Entdeckung. Eine Entdeckung wert ist auch der Neue Markt. Mit seinen Bürgerhäusern aus dem 18. Jahrhundert gilt er unter Experten als einer der schönsten Barockplätze Europas. Im ehemaligen königlichen Kutschpferdestall präsentiert das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte seine rund 400 originalen Objekte, Fotos und Filme sowie wechselnde Ausstellungen.

Am gegenüberliegenden Alten Markt zwischen der Nikolaikirche, dem ältesten Filmmuseum Deutschlands im Marstall und der Havel entsteht auf dem Fundament des Potsdamer Stadtschlosses der neue Landtag Brandenburgs. Neben dem ebenfalls geplanten Wiederaufbau der Garnisonkirche ist dies das wichtigste Vorhaben zur Wiedergewinnung der, überwiegend im Krieg zerstörten, historischen Mitte. In der roten Infobox informiert eine Ausstellung über die Entwicklung des Ortes, die künftige Nutzung und architektonische Gestaltung.

Klein, fast schon provinziell wirkt die Fußgängerzone in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Klein, fast schon provinziell wirkt die Fußgängerzone in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Auch Potsdams Kulturangebot bewegt sich zwischen Barock und Moderne. Der modernste Kulturstandort der Landeshauptstadt ist die Schiffbauergasse. Mit dem Hans-Otto-Theater, dem Zentrum der internationalen Tanzszene „fabrik“ und dem Museum „Fluxus+“ sowie weiteren Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen der freien Kulturszene gibt es hier das ganze Jahr über ein volles Programm.

Seit mehr als 100 Jahren wird in Potsdam Filmgeschichte geschrieben. Im Filmpark Babelsberg oder im Filmmuseum Potsdam können Filmfans mit der ganzen Familie in die Welt von Film und Fernsehen eintauchen. Für Familien bietet Potsdam noch weitere interessante Erlebniswelten. Zum Beispiel an 150 Kletterelementen zwischen Baumwipfeln im „AbenteuerPark“, in der sommerwarmen Tropenwelt der „Biosphäre Potsdam“, oder in der interaktiven Mitmachausstellung des „Extavium“. Nicht zu vergessen der Volkspark im Bornstedter Feld. Auf der ehemaligen Grünfläche der Bundesgartenschau 2001 sind heute Themenspielplätze und Sportflächen für Skater, Fußball-, Beachvolleyball- und sogar Discgolfspieler zu finden.


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