Kuriose Schlafstätten: Eisschloss, Kran & Unterwasser-Labor

Foto und Copyright JulesUnderseaLodgeGelsenkirchener Barock war gestern: Hotels können heute mehr sein als Schlafstätten. Ob schlafen wie Kapitän Nemo oder eine Eisprinzessin – Unterkünfte sind nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern Teil ganz neuer Erlebnisse, Sinneseindrücke und einzigartigen Designs. Vermehrt finden sich neue und interessante Übernachtungskonzepte, die um die Aufmerksamkeit der Gäste buhlen. Die führende Reisesuchmaschine swoodoo.com vergleicht nicht nur Zimmerpreise von über 100 Hotelportalen, sondern präsentiert auch die kuriosesten Hotels der Welt:

Die Grundidee des Eishotels nördlich des Polarkreises entstand bei der seit 1989 alljährlich stattfindenden Schneeausstellung, bei der japanische Künstler ihre Eisskulpturen präsentieren. Seit 22 Jahren steht in der schwedischen Stadt Jukkasjärvi, circa 200 km nördlich des Polarkreises, das größte Eishotel der Welt, das jedes Jahr neu erbaut wird. Von Dezember bis April können sich hier kälteresistente Urlauber ab 199 Euro pro Nacht unter warmen Decken kuscheln. Die minus acht Grad kalte Anlage bietet diverse Eissuiten, eine Eisbar und sogar eine Eiskirche. Um den Wintertraumurlaub abzurunden, werden Outdoor-Aktivitäten wie eine Schneeschuhwanderung für 73 Euro oder eine Hundeschlittensafari für 145 Euro dazu gebucht.

Foto und Copyright IceHotelNicht ganz 20.000 Meilen unter dem Meer wie in Jule Vernes Roman können Gäste des Unterwasserhotels in Florida die Nacht in einer Kabine der ehemaligen Forschungsstation in Key Largo verbringen. Einen Meerblick der besonderen Art mit Barrakudas und Papageienfischen, die am Fenster vorbeistreifen, können Urlauber hier erleben. Bis zu sechs Personen finden in den zwei Schlafzimmern und dem großen Gemeinschaftsraum Platz. Für exquisite Speisen sorgt der persönliche Koch, dessen Spezialität natürlich Fisch ist. Selbst der Heißhunger auf eine Pizza wird vom Unterwasser-Lieferservice nach einem kurzen Anruf gestillt. Das Doppelzimmer im Unterwasserhotel gibt es für umgerechnet circa 475 Euro pro Nacht.

Kaum vorstellbar: Ein Hotel ganz ohne Service Personal. Das Abito Suites-Hotel in Leipzig hat dieses Konzept umgesetzt. Auch wenn es keine offizielle Sterne-Klassifizierung gibt, glänzt die Anlage mit viel Luxus. Die Suiten sind zweistöckig, mit Designer-Möbeln im modernen Stil ausgestattet. In der Lobby erwartet Gäste eine Mischung aus Geld- und Bahnticketautomaten, die ein unkompliziertes Einchecken garantieren. Das personalfreie Konzept verspricht wenig Service mit maximalem Komfort für Gäste die ungestört sein wollen. Eine Übernachtung im stillen Luxushotel kostet rund 113 Euro pro Person.

Foto und Copyright CapsuleInnOsakaIn Japan geht es nicht nur auf den Straßen eng zu, sondern es herrscht allgemein Platzmangel, weshalb der Ursprung der Kapselhotels in Japan liegt. Ab 22 Euro die Nacht erhalten Gäste eine Übernachtung in einer zwei Quadratmeter großen Kapsel. Dazu gibt es einen japanischen Schlafanzug, namens Yakuta, einen Wecker, einen Fernseher und für die Privatsphäre ein Rollo. Trotz der geteilten Bäder achtet das Hotel auf penibelste Sauberkeit und einige Regel. So dürfen beispielsweise bloß männliche Gäste einchecken. Für männliche Businessleute, die sich nach dem langen Meeting lediglich ausruhen wollen, ist die Kapsel eine günstige Alternative.

Am Himmel die Sterne zählen, dem Zirpen der Grillen lauschen und morgens von den ersten Sonnenstrahlen wachgeküsst werden – all das können Gäste in der Pension Kamerichs erleben. Mitten in einem 1500 Quadratmeter großen Garten in Bad Lasphe, eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, wartet ein rot-kariertes Himmelbett auf Reisende, die gerne in der Natur nächtigen, aber die Gemütlichkeit eines Hotels nicht missen wollen. Ganz stilecht werden Gäste abends von der Wirtin im bodenlangen Nachtgewand aus Leinen bedient. Für 49 Euro pro Person gibt es eine Übernachtung unter freiem Himmel und ein romantisches Sektfrühstück, das direkt ans Bett serviert wird.

Foto und Copyright Vuurtoren HarlingenIm DDR Design Hostel Berlin können die Gäste inmitten von Möbelklassikern wie der Schrankwand „Karat“ und den berühmten „MuFuTis“ hausieren. Jedes Stück ist ein Unikat, das früher ein Ostdeutscher sein Eigentum nannte. Das außergewöhnliche Hostel ist ein lebendiges Museum für sozialistische Kultur. Die Zeitreise zurück in die DDR eignet sich für geschichtsbegeisterte Alleinreisende, und Gruppen-reisende. Direkt am Ostbahnhof in Berlin gelegen lässt sich bereits ab 24 Euro nächtigen. „Ehrliche Betten ohne westlichen Schnick Schnack – die Übernachtung im Ostel sollte jeder Deutsche einmal erlebt haben“, versprechen die Betreiber des Gästehauses.

Wo früher dreckige laute Maschinen arbeiteten, steht jetzt ein ganz besonderes Hotel, in dem es sich ruhig und gemütlich schlafen lässt. Im Harlinger Hafen in den Niederlanden steht am Ufer des Wattenmeeres ein 17 Meter hoher Kran, der Unterkunft für zwei bietet. Die Lage garantiert Meerblick ohne Aufschlag. Nicht ganz alltäglich, aber eine wahre Attraktion: Übernachtungsgäste können hier das Industriedenkmal steuern und Kranführer spielen. Die Kabine gibt es für 319 Euro pro Nacht. Interessierte sollten sich beeilen, da der Kran oft Monate im Voraus ausgebucht ist.

Mortimer

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