Käufliche Bikini-Intelligenz 2.0 – wenn der Badeanzug vor großer UV-Belastung warnt…

Intelligente Technik warnt Bikini-Trägerinnen rechtzeitig vor drohendem Sonnenbrand.
Intelligente Technik warnt Bikini-Trägerinnen rechtzeitig vor drohendem Sonnenbrand.

Hautkrebs ist vermutlich nicht sonderlich angenehm, um es Gelinde auszudrücken. Doch ungeachtet der bekannten Gefahren dieser zum Teil tödlich verlaufenden Erkrankung gehören noch immer zahlreiche Sonnenanbeter zu den Unbelehrbaren. Sie setzen sich schutzlos, oft sogar stundenlang der Sonnenstrahlung aus. Alles nur, um die Haut einen besonderen Teint zu verleihen.

Und nicht wenige erinnern auf dem Weg dorthin phasenweise an einen abgebrühten Hummer. Mit der Folge, dass sie sich häuten wie eine Schlange. Aber, wer schön sein will, muss leiden. Zumal so ein Bleichgesicht ja wirklich nicht gesund aussieht, auch wenn es zumindest vom Hautbild vermutlich gesünder ist, als der gemeine Sonne-mach-mich-schnell-braun-Fetichist mit der masochistischen Ader. Denn Letzterer neigt dazu, sich selbst zu quälen, um anderen zu gefallen, auch wenn er sich selber damit keinen Gefallen tut.

Gut, es gibt Möglichkeiten, sich vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen, aber das ist wohl mehr für Feiglinge und Weicheier. Zudem ist Sonnencreme glitschig. Und T-Shirts, womöglich noch mit langen Ärmeln, können bei der Hitze nun wirklich niemanden zugemutet werden.

Nur gut, dass es nun so etwas wie den Bikini 2.0 gibt. Die Modeschöpfer von Spinali Design aus Frankreich haben nämlich jetzt intelligente Bademode und Badetücher auf den Markt gebracht. Motto: Wenn die Träger schon nicht schlau genug sind, sollte wenigstens das Stöffchen Hirn genug besitzen, um die Träger vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen – vorausgesetzt, er oder sie hat auch ein Smartphone zur Hand.

Die Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass unbeschwertes Badevergnügen nur mit ausreichend Schutz möglich ist.
Die Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass unbeschwertes Badevergnügen nur mit ausreichend Schutz möglich ist.

Aber welcher moderne Mensch, der etwas auf sich hält, geht schon ohne Handy an den Strand? Mit Hilfe eingenähter Sensoren teilt das Badezeug made in France nämlich dem Träger mit, wenn die UV-Belastung zu groß geworden ist und/oder akute Verbrennungsgefahr für die Haut besteht.

Per App wird eine Nachricht auf das Smartphone gesendet, die den Sonnenhungrigen mitteilt, dass der Sättigungsgrad erreicht sei, und sie sich nun besser in den Schatten zurückziehen beziehungsweise neu eincremen sollten.

Für Verliebte, deren Welt auch ohne die rosafarbene Haut überaus rosig aussieht, gibt es sogar eine Valentins-Version. Dies bedeutet, dass der Partner darüber informiert wird, dass die bessere Hälfte in Gefahr ist, und er oder sie nun besser mal Hand anlegt. Mit Creme darauf, versteht sich. Quasi ein Wink mit dem elektronischen Zaunpfahl, den oder die Partnerin schnell mal wieder ordentlich einzucremen.

Zwischen 150 und 200 Euro kosten die Badeanzüge aus Frankreich. Geld, das man auch in Eis oder kühle Getränke investieren könnte. Vorausgesetzt, man bewahrt in der Hitze einen kühlen Kopf und sucht sich verstärkt ein schattiges Plätzchen. Dann können auch die Eincreme-Intervalle schon mal etwas größer sein und es bleibt mehr Zeit, mit dem Smartphone die Dösnacken zu fotografieren, die weiter ungeschützt in der Sonne braten.

Karsten-Thilo Raab

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.