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Von 22. Februar 2018 Mehr →

Setouchi – wo sich das „echte Japan“ erleben lässt

Die erleuchtete „Kurishima-kaikyo Ohashi“ sehen, die drittgrößte Hängebrücke der Welt. (Foto Setouchi Tourism Authority)

Wer das authentische Japan sucht, wird in Setouchi garantiert fündig. Pulsierend am kulturellen Herz Asiens präsentiert Setouchi eine Kunstszene sondergleichen, zahlreiche abenteuerliche Erkundungstouren und Erlebnisse sowie mystisch anmutende Tempel, die darauf warten, erlebt zu werden. Ferner ist Setouchi für alle Gourmetfreunde und Feinschmecker der Himmel auf Erden!

Burgen mit blutiger Vergangenheit

Beliebtes Fotomotiv vor den Toren von Hiroshima. (Foto Setouchi Tourism Authority)

Drei UNESCO Weltkulturerbestätten sind hier beheimatet, die Burg Himeji, der Atomic Bomb Dome in Hiroshima und der Itsukushima Schrein in Miyajima. Der Korakuen Garten in Setouchi zählt zu den drei schönsten Gärten Japans. Diese drei Sehenswürdigkeiten sind nicht nur Sinnbilder Japans sondern zeugen von seiner feudalen Geschichte, den vielen Kulturströmungen und religiösen Einflüssen sowie seiner tragischen Kriegsvergangenheit.

Miyajima gilt als eine der drei absoluten Highlight-Sehenswürdigkeiten in Japan und hat sich so zu einem regelrechten Mekka für Instragramer und Influencer entwickelt. Was nicht zuletzt an dem Itsukushima Schrein sowie den zahmen Rehen liegen könnte, die dort beheimatet sind.

Von James Bond in Szene gesetzt

Stummes Mahnmal im Gedenken an den Atombombenabwurf über Hiroshima.

Die Burg Himeji ist eine von 13 ursprünglichen Burgen und rühmt sich einer bekannten Vergangenheit. So war die Burg einst Schauplatz der blutigen Legende von Bancho Sarayashiki, eine der großen Geistergeschichten Japans und die Inspiration des weltbekannten Horrorfilms „The Ring“. Aber auch als Filmkulisse ist die Burg Himeji – was übersetzt bedeutet „Die Burg des weißen Reihers“ – mehr als beliebt. Im James-Bond-Klassiker „Man lebt nur zweimal“ war sie das Hauptquartier der japanischen Geheimpolizei. Aber auch einige Szenen von „The Last Samurai“ wurden dort gedreht.

Tragisch ist die Geschichte des Atomic Bomb Dome. So ist der Dome das einzige Gebäude, dessen Außenfassade dank seiner Stahlkonstruktion der Atombombe von Hiroshima 1945 stand hielt. Heute dient der Dome als Gedenkstätte.

Korakuen – ein japansche Gartenwunder

Überaus faszinierend ist der Blick in einen japanischen Tempel. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Überaus faszinierend ist der Blick in einen japanischen Tempel. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch wenn der Korakuen Garten keine Weltkulturstätte ist, gilt dieser Garten als einer der drei prächtigsten Gärten in ganz Japan. Alle die das „wahre Japan“ erkunden möchten, sind in Setouchi mehr als gut aufgehoben. So kann man am Fuße der Ruinen der Takeda Burg, auch bekannt als Japan’s Machu Picchu oder als „Schloss über den Wolken“, in Ryokans, den traditionellen Herbergen Japans übernachten. Oder man wohnt den traditionellen Vorstellungen der Puppentheater Naoshima Onna Bunraku bei, die aus der Inselregion Naoshima stammen, nur von Frauen aufgeführt werden und nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind. Die Kunst des Puppentheaters war lange ausgestorben und wurde erst wieder 1948 von drei Frauen wiederbelebt.

Eine Insel voller Kunst

Kobe bietet eine faszinierende Skyline, ist aber vor allem für sein exzellentes Rindfleisch berühmt.

Wie Pilze, die aus dem Boden schießen, tauchen jedes Jahr mehr und mehr Kunstprojekte und Aktionen auf den Inseln Japans auf – die sich über das Seto-Binnenmeer verteilen – vor allem auf Naoshima, Japans Kunst-Insel. Die Kunstprojekte werden alle drei Jahre auf der Setouchi Triennale vorgestellt – so findet die nächste Triennale 2019 statt. Einige Kunstwerke bleiben sogar bestehen, so können Besucher zum Beispiel die surrealistischen Kürbisse der bekannten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, aka Queen of Pop Art, von innen sowie von außen gleichermaßen begehen und bestaunen. Kusama in ein Super-Star der japanischen Kunst, man sagt ihr nach, dass sie die Genres Installation und Happening mit erfand. Sie wird abwechselnd zur Konzeptkunst, zum Minimalismus, zur Psychedelischen Kunst gezählt, wurde aber auch schon als Surrealistin, Pop-Artist und Feministische Künstlerin bezeichnet.

Eine Nacht im Museum

Die Sitzhöhe in vielen japanischen Restaurants ist für Europäer stark gewöhnungsbedürftig. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Sitzhöhe in vielen japanischen Restaurants ist für Europäer stark gewöhnungsbedürftig. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Zu empfehlen ist eine Übernachtung im Kunst Museum Benesse Art, ebenfalls auf der Insel Naoshima. Das Museum, das von Stararchitekt Ando entworfen wurde, beherbergt ausschließlich zeitgenössische Kunst – ein Labyrinth aus Beton und Glas – voller Kunstwerke namhafter Künstler wie Keith Haring, Shinro Ohtake, Cy Twombly, Cesar, Sam Francis, Richard Long und vieler anderer – und ein Highlight für alle Kunstliebhaber.

Vor allem Handwerkskünste werden in Setouchi noch intensiv praktiziert. So werden dort noch hochwertige Kumano Pinsel, hervorragende Messer und Tobe Yaki Keramik sowie Lederhandwerkskunst aus Hyogo hergestellt. Kulturinteressierte können in der Stadt Osafune in Okayama einen Einblick in den Herstellungsprozess der Samurai Schwerter und deren geschichtlichen Entwicklung gewinnen.

Nervenaufreibende Abenteuern

Ein beeindruckendes Naturschauspiel ist der Naruto Strudel, der durch starke Gezeiten-Strömungen entsteht. (Foto Setouchi Tourism Authority)

Das Mekka für alle Fahrradfahrer ist die rund 70 Kilometer lange Route Shimanami Kaido von Honshu nach Shikoku. Auf dieser Strecke überquert man neun Brücken, kommt an sieben Inseln und unzähligen Tempeln vorbei. Für einen Kurztrip bieten einige Fahrradverleiher Touristen Fahrräder ab 1.000 japanischen Yen pro Tag an, so müssen die Besucher nicht mit ihren eigenen Fahrrädern anreisen. Einige Hotels haben sogar einen eigenen Fahrradverleih eingebunden. Alternativ kann man sich aber auch direkt in das Hotel Cycle einbuchen, ein frisch renoviertes und umgebautes Lagerhaus in Onomichi, Hiroshima. Hier findet man in jedem Zimmer eine eigene Fahrradaufhängung. Zahlreiche Gebirgszüge, Wasserfälle und Reisfelder säumen die Landschaft von Hiroshima und Kamikatsu und bieten Bikern sowie Wanderern viele Möglichkeiten, die Gegend selbst zu erforschen und die traumhaften Szenerien zu verinnerlichen.

Entspannen in heißen Quellen

Vor den meisten Onsen stehen praktische Holzschlappen bereit. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Vor den meisten Onsen stehen praktische Holzschlappen bereit. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch an Wassersportangeboten mangelt es in dieser Gegend nicht: Kajaktouren auf dem Inland Meer, Rafting Touren auf dem Yoshino Fluss, einer von drei der reißendsten Flüssen Japans. Wer ein langsameres Tempo einlegen möchte, kann sich in den heißen Quellen oder dem Spa des Dogo Onsen treiben lassen, einem der wohl, wie man sagt, ältesten heißen Quellen Japans.

Sake genießen,

Ein echter Blickfang: Sake-Fässer.

Rund um Setouchi können nicht weniger als 275 Sake Brauereien besichtigt werden und den japanischen Reisweinkönnen Interessierte  vor Ort auch verköstigen. Reisende, die mehr über den populären Sake herausfinden möchten, sind herzlich eingeladen, das Hakutsuru Sake Brauerei Museum in Kobe, Hyogo zu besuchen – das in Japans Top Sake Produktionsregion liegt.

Austern vom Grill gehören zu den vielen regionalen Spezialitäten in Setouchi. (Foto Setouchi Tourism Authority)

Meeresfrucht Delikatessen sind, aufgrund der regionalen Lage von Setouchi, ebenfalls ein absolutes Highlight. Tagesfrischer Fang aus dem Binnenmeer lässt sich auf dem Karato Fischmarkt, der im Westen von Yamaguchi liegt, bestaunen und erwerben. Hier können die Besucher mit eigenen Augen der Zubereitung ihres Sushis beiwohnen. Die Spezialität der Präfektur ist vor allem Fugu (Kugelfisch), der auch nur von zertifizierten Küchenchefs erworben sowie zubereitet werden darf. Hiroshima ist außerdem die einzige Präfektur, die das Züchten von Austern in Farmen perfektioniert hat. Hier können Austernliebhaber ihre eigenen Austern in Austernhütten, die über ganz Hiroshima Stadt verteilt sind, grillen und im Anschluss mit allen Sinnen genießen.

Udon Nudeln schlürfen

Kobe-Rindfleisch gilt als absolute Delikatesse – und dies nicht nur in Japan.

Kobe Beef, international bekannt als eine der hochwertigsten Fleischarten der Welt, sehr gut an seiner charakteristischen marmorierten Struktur zu erkennen, strotzt nur so vor Geschmacksaromen. Als Kobe Rind dürfen nur jene Rinder bezeichnet werden, die in Tajima, heute die nördliche Hyogo Präfektur, aufgezogen wurden. So sind die Kobe Rinder keine eigene Hausrindrasse, sondern lediglich eine Herkunftsbezeichnung für die Tajima-Rinder, dessen Import in die EU erst seit 2014 möglich ist.

Natürlich kommt in vielen Restaurants auch Sushi auf den Tisch.

Aber auch Udon Nudeln erfreuen sich einer großen Beliebtheit in Setouchi und werden vor allem in der Kagawa Präfektur, als Sanuki Udon angerichtet. Die beliebteste Art, das Gericht zu verspeisen, ist als Kamatama-Udon, also mit rohem Ei, Fischbrühe und Sojasauce sowie natürlich Udon Nudeln. Dieses Gericht ist so populär, dass sich sogar eine regionale Fußballmannschaft danach benannt hat: Kamata-mare Sanuki.

Wissenswertes über das japanische Setouchi

In vielen Parks lässt sich japanische Kampfkunst unter freiem Himmel beobachten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

In vielen Parks lässt sich japanische Kampfkunst unter freiem Himmel beobachten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Region Setouchi liegt am Seto-Binnenmeer in der Präfektur Okayama auf der Insel Honshu im Südwesten Japans. Rund dreitausend grüne Inseln erheben sich aus dem 450 Kilometer langen Binnenmeer und verleihen der Landschaft karibisches Flair und den Beinamen „Ägäis des Orients“. In Japan nennt man die Region wegen ihres milden und regenarmen Klimas „Hare-no-kuni – das Land des schönen Wetters“. Setouchi gilt auch als Sake-Hochburg Japans, außerdem weiden hier die von Feinschmeckern hoch geschätzten Kobe Rinder und Fugu gilt als lokale Delikatesse. Ein beeindruckendes Naturschauspiel ist der Naruto Strudel, der durch starke Gezeiten-Strömungen entsteht. Auf „Whirlpool-Tours“ per Schiff kann dieser größte Wasserstrudel der Welt aus nächster Nähe erlebt werden. Für schwindelfreie Architekturfans sind Brückentouren über die längste Hängebrücke der Welt ein Highlight. Jährlich auf dem Festkalender stehen das Hiroshima Oyster Festival von Januar bis März, das Hiroshima Blumen Festival im Mai, das Miyajima Wasser Feuerwerk Festival und das Kobe Jazz Festival im Oktober sowie das Reis Festival im November. Weitere Informationen unter http://setouchitrip.com.

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