Im Land von Feuer und Wasser – Vulkane und Geysire in der Osteifel

So dicht am Geysir - das ist ein unvergesslicher Moment. (Foto: Vulkanpark)
So dicht am Geysir – das ist ein unvergesslicher Moment. (Foto: Vulkanpark)

So richtig heiß her ging es in der Osteifel vor noch nicht einmal 13.000 Jahren. Zu dieser Zeit gab es dort den letzten gewaltigen Vulkanausbruch. Der war nicht nur zerstörerisch, sondern ließ gleichzeitig auch eine reizvolle Landschaft neu entstehen. Von der vulkanischen Aktivität im Erdinnern zeugt noch heute der Geysir Andernach. Er ist mit 60 Metern der höchste Kaltwassergeysir der Welt und ein Anziehungspunkt für viele Reisende. Etwa alle zwei Stunden schießt eine beeindruckende Wassersäule hinauf in den Himmel. Wer dieses Naturschauspiel live erleben möchte, muss mit einem Rheinschiff zum Geysirsprung fahren. Zuvor wird im multimedialen Erlebniszentrum erklärt, wo die vulkanische Kohlensäure aus dem Erdinnern herkommt und wie sie das Wasser in die Höhe treibt.

Kinder sind oft von Steinen fasziniert. Im Infozentrum erfahren sie, was es mit ihnen auf sich hat. (Foto: Vulkanpark)
Kinder sind oft von Steinen fasziniert. Im Infozentrum erfahren sie, was es mit ihnen auf sich hat. (Foto: Vulkanpark)

Will man die naturwissenschaftlichen Hintergründe des Vulkanismus verstehen, ist das Vulkanpark-Infozentrum eine geeignete Anlaufstelle. Das Infozentrum liegt zwischen den Orten Plaidt und Saffig. Mit Filmen, Exponaten, großformatigen Leuchtbildern von gewaltigen Ausbrüchen und Lavaströmen werden die Phänomene den großen und kleinen Besuchern anschaulich erklärt. In zwei Filmen können die Besucher eine mit faszinierenden Bildern und Animationen gestaltete Zeitreise durch die Entstehungsgeschichte der Region machen. Interessant ist auch die 7.000-jährige Geschichte des Abbaus der Lavagesteine Basalt, Schlacke, Bims und Tuff. In der Römerzeit, im Mittelalter und in der Neuzeit machten sich die Menschen die Gesteine zunutze.

Wer mehr über Abbau- und Bergwerksgeschichte erfahren will, sollte das neue Erlebniszentrum Terra Vulcania in Mayen besuchen. Es widmet sich mit Mitmachstationen und szenischen Darstellungen ganz dem Thema Steinbrüche und Bergwerke.

Im Lavakeller Mendig erlebt man hautnah, wie die Bergleute einst arbeiteten. (Foto: Vulkanpark)
Im Lavakeller Mendig erlebt man hautnah, wie die Bergleute einst arbeiteten. (Foto: Vulkanpark)

Eine außerordentliche Erlebniswelt erwartet Urlauber und Ausflügler in der Eifelstadt Mendig. Dort kann man im Lava-Dome auf eine spannende Erkundungstour gehen und Vulkanismus mit all seinen Facetten erkunden. Sogar einen Vulkanausbruch kann man hier erleben – selbstverständlich einen vollkommen ungefährlichen. Die Finger wird sich dabei niemand verbrennen. Aber das Zittern der Erde kann man deutlich spüren. Die Vulkanwerkstatt vermittelt spielerisch und zugleich wissenschaftlich fundiert das Basiswissen zum Thema Vulkanismus. Große Experimentiertische laden ein, das neu erworbene Wissen praktisch auszuprobieren.

Sogar eine Reise ins Innere der Erde können die Besucher des Vulkanparks erleben: Die unterirdischen Lavakeller unterhalb der Stadt Mendig bilden in 30 Metern Tiefe ein unterirdisches Netz, das sich über nahezu drei Quadratkilometer erstreckt. Das System aus Schächten und Stollen entstand im späten Mittelalter. Damals begann man in Mendig, den kostbaren schwarzen Basalt abzubauen. Gleich neben dem Lava-Dome führen 150 Stufen unter die Erde. Es geht mitten hinein in einen erkalteten Lavastrom. Mehr Informationen gibt es auf www.vulkanpark.com. (djd/pt).