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Ausflug mit Tiefgang: Auf den Spuren des Bergbaus in Wetzlar und im Lahn-Dill-Gebiet

Die Grubenbahn fährt Besucher tief hinein in die Unter-Tage-Welt der Grube Fortuna in Wetzlar. (Foto: djd)

Dunkel, eng und heiß. Dazu ständig die beklemmende Angst, verschüttet zu werden. Kaum einer kann sich heute noch vorstellen, unter welchen Bedingungen die Bergleute ihre schwere Arbeit verrichteten. In der hessischen Grube Fortuna beispielsweise wurde noch bis weit ins 20. Jahrhundert Erz abgebaut und anschließend in Wetzlar in Hochöfen verhüttet. Die reichen Eisenerzvorkommen trugen wesentlich zur Entwicklung der Stadt an der Lahn bei.

Auf der Bergmannsroute wandern

Einige unterirdische Stollengänge der Grube Fortuna stehen für Besucher offen. (Foto: Roger Lang)

Wer sich gerne aktiv auf die Spuren der Eisenerzförderung begeben möchte, kann direkt vom Eisenmarkt in der Wetzlarer Altstadt die sogenannte Bergmannstour starten. Dieser 26 Kilometer lange Prädikatswanderweg führt zunächst direkt an der Lahn entlang und dann über die Höhen der umliegenden Hügellandschaft bis nach Braunfels. Tafeln am Wegesrand zeigen interessante Details zur Bergbaugeschichte der Region. Zu festen Terminen werden auch geführte Wanderungen angeboten.

Besucherbergwerk mit Tiefgang

Auch für die Bergmannsroute gibt es eine eigene Broschüre, die über diese interessante Wanderung informiert. (Foto: Dominik Ketz)

Auf der Wanderung kommt man an einer Reihe von Tagebauen vorbei, die noch gut zu sehen sind. Das Highlight der Tour ist natürlich das Besucherbergwerk Grube Fortuna. Die frühere Eisenerzgrube ist heute eine faszinierende Erlebniswelt unter und über Tage. Oberirdisch umfasst das Geoinformationszentrum unter anderem ein Bergbaumuseum sowie eine Ausstellung von Lokomotiven und Grubenbahnwagen.

Die Bergmannsroute führt zunächst am Ufer der Lahn entlang. (Foto: Dominik Ketz)

Über das Stollenmundloch betreten Besucher dann die Unter-Tage-Welt und können über 150 Meter tief in den Schacht einfahren, wo nach einer Fahrt mit der Grubenbahn authentische Maschinen gezeigt werden. Bei den Sonderführungen gelangt man in alte und nicht beleuchtete Grubenbereiche. Nur mit einer Kopflampe ausgestattet, geht es in diesem Labyrinth von verwinkelten Strecken vorbei an dunklen Schächten, während an manchen Stellen glasklares Wasser aus Spalten im Erz sprudelt.

Wandern rund um Wetzlar

Am Eisenmarkt in Wetzlar startet die Wanderung „Bergmannsroute“, die den Spuren der ehemaligen Montanindustrie folgt. (Foto: Dominik Ketz)

Die Bergmannsroute zwischen Wetzlar und Braunfels führt zu zahlreichen Relikten der ehemaligen Bergbauregion. Der 26 Kilometer lange Themenwanderweg gehört zu den Lahn-Facetten, den zertifizierten Wanderwegen im Lahntal. In Verbindung mit dem Lahnwanderweg kann die Bergmannsroute auch als mehrtägiger Rundweg (39 Kilometer) gegangen werden. Ein Standquartier in Wetzlar ist möglich, da Rückfahrtmöglichkeiten mit Bus und Bahn bestehen. Weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Information unter Telefon 06441-997755 oder unter www.wetzlar-tourismus.de. (djd). 

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