Größtes in Deutschland gebautes Kreuzfahrtschiff startet Emsüberführung

Seit heute morgen auf dem Weg von Papenburg zur Nordsee: Die Norwegian Breakaway
Seit heute morgen auf dem Weg von Papenburg zur Nordsee: Die Norwegian Breakaway

Die Norwegian Breakaway, das größte bislang in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff und Neubau der US-amerikanischen Reederei Norwegian Cruise Line, hat heute morgen die Meyer Werft in Papenburg verlassen und ihre ungefähr 24-stündige Überführung auf der Ems in Richtung Nordsee angetreten. Mit der Emsüberführung demonstriert die Norwegian Breakaway ihre Seetauglichkeit, gleichzeitig markiert die Passage einen weiteren Meilenstein vor der Übergabe an die Reederei Ende April 2013.

In der meyer Werft in Papenburg lief die Norwegian Breakaway vom Stapel. (Copyright Karsten-Thilo Raab)
In der meyer Werft in Papenburg lief die Norwegian Breakaway vom Stapel. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Mit dem Heck voran verließ das Freestyle Cruising® Resort heute gegen 10 Uhr morgens die Meyer Werft und passierte die Dockschleuse der Werft mit lediglich 1,6 Metern Abstand zu den extra auf der Steuerbordseite der Schleuse installierten Fendern. Dieses komplizierte Manöver dauerte zirka 1,5 Stunden bei einer maximalen Geschwindigkeit von 0,2 Knoten. Die präzise Navigation wurde von zwei Navigations-Offizieren auf der Brücke geleitet, wobei einer die Bug-Manöver überwachte und der andere die Verantwortung für die Heck-Manöver übernahm um sicherzustellen, dass nicht zu viel Kraft auf die Fender gelenkt wurde, die lediglich für einen leichten Kontakt mit dem 324 Meter langen und 40 Meter breiten Schiff ausgelegt sind.

Eines der Nadelöre entlang der Ems-Überführung: Die Friesenbrücke bei Weener. (Copyright Karsten-Thilo Raab)
Eines der Nadelöre entlang der Ems-Überführung: Die Friesenbrücke bei Weener. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Nachdem die Dockschleuse erfolgreich passiert wurde, befindet sich die Norwegian Breakaway nun mit dem Heck voran auf ihrem Weg entlang der Ems. Aufgrund des besseren Antriebs im Heckbereich wird so die Manövrierfähigkeit des Schiffes durch enge Stellen vereinfacht.

In Vorbereitung der Emsüberführung trainierten die Teams der Meyer Werft und der Reederei die Manöver über viele Monate an einem High-Tech Simulator und mit Hilfe von detaillierten Plänen. Als größtes bisher in Deutschland gebautes Schiff stellt die Emspassage der Norwegian Getaway besondere Herausforderungen an die Teams, die in besonders präzisen Manövern die engsten Passagen mit weniger als zwei Metern Abstand auf beiden Seiten des Schiffes meistern müssen.

Bevor die Norwegian Breakaway ihr Ziel Eemshaven am frühen Donnerstagmorgen erreichen wird, passiert sie auf ihrem Weg weitere Engstellen: die Friesenbrücke in Weener, die Jann-Berghaus-Brücke in Leer und das Emssperrwerk in Gandersum.

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.