Fürstentum Monaco abseits gängiger Klischees

Blick auf den Jardin Exotique in Monaco. (Fotos Direction du Tourisme et des Congres de Monaco)

Sagenumwoben, legendär, weltberühmt – kaum jemand, der nicht schon vom mondänen Monaco gehört hat. Dass von der Côte-d’Azur-Destination aber auch fernab von Glitzer und Glamour zahlreiche Geschichten erzählt werden können, ist hingegen noch ein gut gehütetes Geheimnis. So ist kaum bekannt, dass in Monaco Interpol gegründet, das Crepe Suzette erfunden und während des Krieges 20.000 Flaschen Wein im „Hotelkeller“ versteckt wurden. Ebenso unbekannt ist wohl, dass sich die Monegassen gern in der Herstellung alkoholischer Getränke versuchen und eine für Besucher zugängliche Höhle im Stadtstaat knapp 100 Meter in die Tiefe führt …

Safety first im Fürstentum

Zahlreiche stolze Jachten und Boote liegen im Hafen von Monaco vor Anker.

Monaco gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Kein Wunder also, dass im knapp zwei Quadratmeter großen Fürstentum 1914 der erste International Criminal Police Congress stattfand. Auf Bestreben von Prinz Albert I. kamen zahlreiche Staaten, um über eine gemeinsame Zusammenarbeit zu diskutieren. 1957 ging daraus schließlich Interpol hervor. Trotz großer Sicherheit darf auch in Monaco ein Gefängnis nicht fehlen. Dieses gilt als eines der schönsten der Welt. Kein Wunder, liegt es doch direkt am azurblauen Meer.

Zahlen bitte!

Das berühmte Casino in Monte Carlo wurde immer wieder auch für Kinofilme in Szene gesetzt.

Wer sich mit Monaco beschäftigt, stolpert immer wieder über die magische Zahl drei: Insgesamt drei Fürstentümer gibt es in Europa; zudem können von Monaco aus in einem Tag drei Länder bereist werden: Nach dem Frühstück im Fürstentum geht es zum Mittagessen ins nahe Italien, zum Abendessen nach Frankreich und abends zurück nach Monaco. Der Wind der Internationalität weht aber auch innerhalb des Fürstentums: Von den knapp 38.000 Bewohnern Monacos, die knapp 300 Sonnentage im Jahr genießen dürfen, sind nur rund 9.000 Monegassen. Ebenso selten wie der monegassische Pass sind auch Euromünzen aus der Destination am Meer: Nur eine von 500 stammt aus dem Fürstentum.

Da braut sich was zusammen

Die Brasserie de Monaco ist nicht nur im Fürstentum eine Institution.

Eine dramatische Berglandschaft auf der einen, das azurblaue, schier endlose Meer auf der anderen Seite: Die beeindruckende Landschaft gepaart mit zahlreichen Sonnentagen und unzähligen Cafés und Restaurants laden zum dolce far niente ein. Kein Wunder also, dass erfrischende Getränke hoch im Kurs stehen – am besten selbst produziert. So wird in der Brasserie de Monaco mit deutschem Know-how Bier gebraut und aus dem in Monte-Carlo produzierten Orangenlikör L’Orangerie lassen sich wunderbare Cocktails zaubern. Der 1874 eingeweihte Weinkeller des Hôtel de Paris gilt als größter der Welt – knapp 600.000 Flaschen lagern dort. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in einem Teil des Kellers die wertvollsten 20.000 Weinflaschen versteckt – zusammen mit dem Tafelsilber des Hotels und Wertgegenständen von Gästen. Kein Geringerer als Sir Winston Churchill eröffnete nach Kriegsende den Weinkeller wieder.

On fire!

Berühmte Spezialität: Crepe Suzette – ein flambierter Crepes mit Orangensaft.

Monaco ist nicht nur für edle Tropfen, sondern auch für feine Speisen bekannt. Mitunter gelingen diese nicht immer so, wie sie sollten – zum Glück! So ist es dem Zufall zu verdanken, dass das Crepe Suzette der Legende nach in Monaco entstanden ist: Henri Charpentier vom Café de Paris wollte dem zukünftigen König von England, Edward VII., Crepes mit Orangensaft servieren. Die Geschichte wollte, dass diese irrtümlich Feuer fingen – und dem Prinz dennoch köstlich mundeten. Die weltberühmte Zufallskreation wurde nach dem jüngsten Gast benannt: Suzette.

Unter Tage

Das Fürstentum offenbart inmitten des Häusermeers auch eine überraschende grüne Seite – wie hier im Exotischen Garten.

Über 7.000 Pflanzen aus aller Welt wachsen in Monacos Exotischem Garten, der schon allein wegen panoramenreicher Ausblicke auf die Stadt und das Meer einen Besuch wert ist. Inmitten dieser bunt leuchtenden Landschaft führt eine natürliche Höhle fast 100 Meter in die Tiefe – fast bis auf Höhe des Meeresspiegels. Zu Bestaunen gibt es jahrhundertealte Stalaktiten und Stalagmiten. Eine weitere Oase mitten in Monaco ist der Japanische Garten, der Besucher direkt im Herzen des Stadtstaats für kurze Zeit nach Japan entführt. Weitere Informationen unter www.visitmonaco.com.

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G. Schröder

ist seit Kindestagen mit dem Reisevirus infiziert und bringt sich seit Jahr und Tag mit großem Engagement als gute Seele hinter den Kulissen in das Mortimer Reisemagazin ein.