Eindrucksvolle Ausstellung in Huis Doorn: Das letzte Rendezvous des alten Europas

Im Huis Doorn ist noch bis zum 31. März die Ausstellung „Das letzte Rendezvous des alten Europas“ zu sehen. (Foto: NBT)
Im Huis Doorn ist noch bis zum 31. März die Ausstellung „Das letzte Rendezvous des alten Europas“ zu sehen. (Foto: NBT)

In der ehemaligen Residenz des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., Huis Doorn, in Doorn (bei Utrecht) ist bis zum 31. März die Ausstellung „Das letzte Rendezvous des alten Europas“ zu sehen. Die Ausstellung stellt das märchenhafte Hochzeitsfest der Kaiser-Tochter Victoria Louise mit Herzog Ernst August nach – am Vorabend des Ersten Weltkrieges, als die internationalen Beziehungen bereits angespannt sind.

Auch das Tafelsilber lässt sich Huis Doorn bestaunen. (Foto: NBT)
Auch das Tafelsilber lässt sich Huis Doorn bestaunen. (Foto: NBT)

Im Jahre 1913 organisiert der deutsche Kaiser Wilhelm II. in seinem Berliner Stadtpalast ein großes Fest anlässlich der Hochzeit seiner Tochter Victoria Luise mit Herzog Ernst August von Braunschweig. Die Hochzeitsfeier war eines der letzten Großereignisse im gesellschaftlichen Leben des europäischen Hochadels vor dem Ersten Weltkrieg; unter anderem kamen der russische Zar Nikolaus II. und der englische König George V., beide Neffen des deutschen Kaisers.

Das ehemalige Landgut des Kaisers, Huis Doorn, in dem er von 1920 bis zu seinem Tode 1941 gelebt hat, lässt das Hochzeitsfest heute wieder aufleben: die Festtafel beispielsweise ist so eingedeckt, wie sie einst ausgesehen haben soll. Das Huis Doorn ist insgesamt noch in seiner ursprünglichen Einrichtung beibehalten und zeigt die kaiserliche Wohnkultur des vorigen Jahrhunderts.

In der Museumssammlung befinden sich viele Erinnerungsstücke an das Hochzeitsfest, darunter einzigartige silberne Tafelstücke von Kaiser Wilhelm II. sowie die weltberühmte Zeichnung des Galadiners von Fortunino Matania. Die Zeichnung verbildlicht den letzten friedlichen Moment vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die europäischen Fürsten – der russische Zar Nikolaus II., der englische König George V. und Kaiser Wilhelm II. – sitzen friedlich miteinander an der gedeckten Tafel. Ein Jahr später sind die Nationen miteinander in einen schrecklichen Krieg verwickelt, der Europa von Grund auf verändern wird.

Die festlich gedeckte Tafel im Huis Doorn vermittelt einen Eindruck, wie vor 100 Jahren gepflegt gespeist wurde. (Foto: NBT)
Die festlich gedeckte Tafel im Huis Doorn vermittelt einen Eindruck, wie vor 100 Jahren gepflegt gespeist wurde. (Foto: NBT)

Die Ausstellung gilt als Auftakt an das Gedenken an den Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren ausbrach. Das Huis Doorn richtet 2014 ein separates Gebäude zum Gedenken des Ersten Weltkriegs ein, wo der Krieg in all seinen Facetten im Vordergrund steht und verschiedene Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert werden. Weitere Informationen unter www.huisdoorn.nl.

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Mortimer

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