Von 8. April 2020 Mehr →

Comeback des Frühlings in British Columbia

British Columbia

British Columbia besticht durch eine trauumhafte Bergwelt, die sich im Frühling von der schönsten Seite zeigt.

Wer das Glück hat, in Vancouver oder Victoria zu wohnen, lebt fast das ganze Jahr über in Sichtweite von legendären, schneebedeckten Berggipfeln. Sobald der Winter am Ausklingen ist und sich frühlingshaftere Temperaturen ankündigen, wecken diese großartigen Landschaften das Abenteurerherz in den „Stadtmenschen“, und raus geht’s in die Natur – erst zu den Wanderparkplätzen und dann ab ins bergige Gelände.

Dieses Verlangen, nach draußen zu gehen, verwundert nicht, denn in diesem eindrucksvollen Teil der Welt stehen zehn ausgeprägte Gebirgsketten als Beweis für die schiere Kraft und Beharrlichkeit von Mutter Natur. Und auch wenn viele der Berge in British Columbia für Wanderer und Waldbadende nicht vor Beginn des Sommers zugänglich sind, gibt es doch zahlreiche Möglichkeiten für eine Frühlingswanderung:

Lower Stein Valley

Nicht nur am Ufer des Fraser River bei Lillooet lässt sich wunderbar wandern. – Foto Destination BC Blake Jorgenson

Etwa zweieinhalb Autostunden nördlich von Vancouver entlang des Sea-to-Sky Highway erreicht man Pemberton, das sich wunderbar als Ausgangspunkt eignet, um an einem Wochenende (oder auch mehreren Tagen) den unterschiedlichsten Outdooraktivitäten in diesem Gebirgstal nachzugehen. Auch wenn es sich 90 Kilometer nördlich von Whistler befindet, bietet Pemberton ein wärmeres und milderes Mikroklima, perfekt für einen Wanderausflug.

Etwa 17 Kilometer hinter Pemberton gelangt man in den Ort Mt. Currie und zum nahegelegenen Stein Valley Nlaka’pamux Heritage Park mit Wanderwegen, die zu atemberaubenden Panoramen und Zugangspunkten in ein bemerkenswertes Höhenzugsgebiet führen. Die Wege im unteren Tal sind leichter erreichbar, und dort ist das Wetter oft milder, insbesondere im Frühling.

Der Fraser Canyon

British Columbia

35 Meter lassen sich mit der Hell’s Gate Airtram im Fraser Canyon überwinden. – Foto Destination BC/lbert Normandin

Der Fraser Canyon, östlich von Vancouver, liegt dort, wo der Fluss Fraser eine tiefe Schlucht zwischen Cascade- und Coast-Gebirge gräbt – ein ziemlich beeindruckender Anblick, der auch eine neue Perspektive auf zwei von British Columbias ikonische Gebirgsketten bietet. Wer dem Highway 1 von Vancouver aus in Richtung Osten folgt, erreicht diesen spektakulären Abschnitt innerhalb von zwei Stunden. Zwischen Hope und Lytton rauscht der mächtige Fluss auf einer Länge von 109 Kilometern unterhalb der schroffen Landschaft vorbei. Ein lohnenswerter Stopp unterwegs, um die mit 35 Metern engste Stelle der Schlucht zu überqueren, ist die Hell’s Gate Airtram.

Bridge River Valley

Das Bridge River Valley in der Nähe von Lillooet ist das Tor in die South Chilcotin-Region von British Columbia, die eine faszinierende Gebirgskette ihr Eigen nennt. Die Gegend bietet herausforderndes Hochgebirgsgelände, aber es finden sich auch einige gemäßigte Höhenzüge und Weideland. Am besten bereist man dieses Gebiet aufgrund des rauen Wetters (will heißen: Schneefall) zwar zwischen Juni und August, aber es im Frühling aus der Vogelperspektive zu sehen, ist ebenfalls ein tolles Erlebnis: Bereits ab Mai kann man in einem Wasserflugzeug über Schneefelder, Gletscher, blühende Bergwiesen, Vulkangesteinsformationen und Gebirgsseen hinwegfliegen.

Mount Gardner auf Bowen Island

Bowen Island weiß nicht nur aus der Vogelperspektive zu gefallen. – Foto Harbour Air Seaplanes

Bowen Island besticht mit einer “Zurück-zur-Natur”-Atmosphäre, die einem das Gefühl verleiht, tief in die unberührte Wildnis British Columbias gereist zu sein – dabei liegt Vancouver in Wirklichkeit nur eine Stunde entfernt. Mit BC Ferries ab Horseshoe Bay ist der Fährhafen von Snug Cove in nur 20 Minuten erreichbar. Zu Fuß oder mit dem Auto geht es zunächst in Richtung Crippen Regional Park und weiter auf den Mount Gardner. Auf dem Gipfel angekommen warten tolle Ausblicke über den Howe Sound und den Küstenabschnitt der Sunshine Coast mit den malerischen Coast Mountains am fernen Horizont. Sogar Downtown Vancouver und das Burrard Inlet sind zu sehen, die daran erinnern, wie weit entfernt (und doch so nah) das geschäftige Treiben der Großstadt ist.

Strathcona Provincial Park

Unberührte Schönheit: der Century Sam Lake im Strathcona Park. – Foto Destination BC/Boomer Jerritt

Strathcona ist der älteste Provincial Park in BC. Er bietet Besuchern über 240.000 Hektar an rauer, grüner Landschaft voller Flüsse, schmaler Buchten und Bäche. Der Park liegt etwa 200 Kilometer nördlich von Nanaimo, ist sowohl von Comox als auch von Campbell River aus zugänglich und somit die passende Wahl für ein mehrtägiges Wildnisabenteuer auf Vancouver Island. Einige Gebiete rund um Buttle Lake (erreichbar vom nördlichen Ende) und Forbidden Plateau (Zugang vom Mount Washington) sind nicht nur landschaftlich wunderschön, sondern bieten auch (recht einfache) Infrastruktur für Besucher. Wer es noch ursprünglicher mag, findet kleine Tümpel oder Karseen in noch entlegeneren Ecken des Parks.

Der Fraser River und die umliegenden Berge laden zu Wanderungen ein. – Foto Destination BC/Albert Normandin

Beinahe genau im Mittelpunkt von Strathcona befindet sich mit dem Golden Hinde der höchste Punkt Vancouver Islands: Der Gipfel liegt auf 2.200 Metern und ist vom Buttle Lake aus – übrigens auch ein ruhiger Ort zum Paddeln, wenn das Wetter passt – zu sehen. Paradise Meadows zeigt sich im Frühling sattgrün; die Wasserfälle Upper Myra Falls, Lady Falls und Lupin Falls bieten während des Schmelzwasserabflusses im Frühling ein großartiges Schauspiel. Auch wenn es zahlreiche Möglichkeiten für Frühlingswanderungen in niedrigeren Lagen mit fantastischen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt gibt, sollte man in jedem Fall im Vorfeld abklären, ob die Wege schneefrei sind. Weitere Informationen unter www.HelloBC.de.

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