
Im elfjährigen Sonnenzyklus erreicht die Solarintensität diesen Winter auch in Ruka-Kuusamo ihren Höhepunkt – mit grandiosen Folgen für alle Polarlicht-Fans. Denn noch bis April 2026 wird die Aurora borealis, wie die Nordlichter wissenschaftlich auch heißen, am Himmel über Finnisch Lappland besonders intensiv sein.
River-Floating unter dem Polarhimmel

Dick eingepackt, in einem speziellen Thermoanzug treibt man beim River Floating auf dem Kitkajärvi-See – schaukelt sanft hin und her und blickt dabei entspannt direkt in den nächtlichen Himmel.
Wenn die Aurora borealis erscheint, wird das sanfte Dahingleiten zum surrealen Erlebnis. Die Farben spiegeln sich im Wasser, die Stille ist greifbar. Dieses „Treibgut“-Abenteuer ist wie gemacht für Polarlicht-Fans, die das Naturphänomen aus einer völlig neuen Perspektive erleben möchten.
Skifahren, wo am Himmel das Polarlicht tanzt

Wer einmal in Ruka-Kuusamo die Skier angeschnallt hat, merkt schnell: Das hier ist kein gewöhnlicher Winterurlaub. Während in den Alpen die Saison gerade beginnt, wedelt man in Finnisch Lappland schon seit Oktober über perfekt präparierte Pisten – und das bis in den Mai hinein. Möglich macht das „Snowfarming“, bei dem Schnee aus dem Vorjahr konserviert wird.
Doch das eigentliche Highlight liegt über den Hängen: In klaren Nächten ziehen die Polarlichter über den Himmel und tauchen die Landschaft in ein faszinierendes Lichtspiel. Skifahren unter der Aurora borealis? In Ruka ist das Realität – besonders beim Night Skiing, das freitags bis 23 Uhr angeboten wird. Dann gleiten Wintersportler unter Flutlicht durch die Stille der Polarnacht, während über ihnen das Naturphänomen tanzt. Das Ruka Ski Resort bietet mit 41 Pisten und 22 Liften ein vielseitiges Angebot für alle Könnerstufen – von breiten Anfängerhängen bis zu anspruchsvollen Abfahrten. Warteschlangen sind selten, die Atmosphäre entspannt.
Für Langläufer ein wahres Dorado

In der Region gibt es über 500 Kilometer gespurte Loipen, davon sind 34 Kilometer beleuchtet. Die Strecken führen durch stille Wälder, über zugefrorene Seen und vorbei an Aussichtspunkten – ideal für Langläufer, die Bewegung mit Naturbeobachtung verbinden möchten. Auch hier gilt: Bei klarem Himmel ist das Polarlicht oft Begleiter auf der Tour.
In der Eissauna schwitzen

Wenn am Nachthimmel über Ruka-Kuusamo plötzlich, wie aus dem Nichts, lila-grünen Farbschleier zu tanzen beginnen, sorgt das beim Besuch der Eissauna für einen besonderen Gänsehautmoment. Die Sauna, aus kompaktem Schnee und Eis gebaut, steht mitten in der stillen Winterlandschaft. Im Inneren steigt langsam der Dampf auf, während durch die frostklaren Öffnungen das Polarlicht sichtbar wird – ein Zusammenspiel aus Wärme und arktischem Licht, das Körper und Geist gleichermaßen berührt. Die Eissauna ist eine besondere Form der finnischen Saunakultur, die seit 2020 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Besucher erleben die Eissauna im Rahmen der SaunaTour – Wellbeing in Wilderness, die fünf zertifizierte Saunen in Ruka-Kuusamo umfasst. Jede Station erzählt ihre eigene Geschichte und bietet traditionelle Anwendungen wie Birkenzweig-Massagen, Kräuteraufgüsse oder Moorpackungen. Begleitet von einem lokalen Sauna-Guide tauchen Gäste tief in die finnische Saunatradition ein. Nach dem Saunagang folgt der obligatorische Sprung ins Eisloch oder ein Bad im Außenpool – unterm freien Himmel, an dem die Nordlichter für eine Showeinlage sorgen.
Schneeschuhwandern ein Erlebnis unter Polarlichtern

Wer die winterliche Natur Finnisch Lapplands aktiv erleben möchte, findet in Ruka-Kuusamo ideale Bedingungen für Schneeschuhwanderungen – auch ohne Vorkenntnisse. Die Region ist umgeben von fünf Nationalparks, die im Winter gut erschlossen und mit markierten Routen ausgestattet sind. Besonders empfehlenswert ist die rund 12 Kilometer lange kleine Bärenrunde (Pieni Karhunkierros) im Oulanka-Nationalpark, die entlang des Flusses Kitka zur historischen Myllykoski-Mühle führt. Bei klarem Himmel lassen sich hier Polarlichter beobachten, die sich im Wasser und auf den Eisschollen spiegeln.
Auch der Riisin rääpäsy Trail im Riisitunturi-Nationalpark eignet sich hervorragend für eine kürzere Tour. Er führt durch die typischen „Tykky“-Schneebäume, die unter der Schneelast bizarre Formen annehmen und im Licht der Aurora borealis besonders eindrucksvoll wirken. Für geübte Wanderer bietet der Valtavaara-Wintertrail zusätzliche Höhenmeter und freie Sicht auf den Himmel – ideal für Polarlichtbeobachtung.
Wildfood unter Polarlichtern

Wenn über Ruka-Kuusamo die Polarlichter in leuchtenden Farben tanzen, wird auch das kulinarische Erlebnis zum Fest für die Sinne. Inmitten der stillen Winterlandschaft laden urige Wildfood-Restaurants und Wilderness Kitchens zu authentischen Geschmackserlebnissen ein – mit Zutaten direkt aus der nordischen Natur: frischer Fisch, Wildfleisch, Beeren, Pilze und Kräuter, die im Sommer hier unter der Mitternachtssonne gereift sind.
Ob am knisternden Feuer in einer rustikalen Kota, als Picknick im Schnee oder bei einem stilvollen Dinner mit Panoramablick – die Kombination aus regionaler Küche und arktischer Atmosphäre macht jede Mahlzeit unvergesslich.
Rentiersafari unterm farbenfrohen Nordlicht-Himmel

Eine Fahrt mit dem Rentierschlitten ist im Vergleich zu einer Huskytour ein eher entschleunigtes Erlebnis: Eingekuschelt in dicke Decken und Felle lassen sich die Polarlichter am nächtlichen Himmel entspannt beobachten, das sanfte Glockenklingen der Geschirre, die rhythmischen Schritte der Tiere und die klare, kalte Luft machen die Fahrt zu einem stillen, eindrucksvollen Naturerlebnis.
Wenn der Himmel Party feiert

Auch diesen Winter zeigt sich Ruka-Kuusamo von seiner kreativen und sportlichen Seite. Das Polar Night Light Festival bringt Licht in die dunkle Jahreszeit – und das auf spektakuläre Weise. Zwischen Anfang Januar bis Anfang Februar verwandeln internationale Künstler die verschneite Landschaft in eine Bühne für Lichtkunst, Musik und interaktive Installationen. Farben tanzen über den Schnee, Klänge füllen die klare Polarluft. Das Festival lädt dazu ein, die Magie der Polarnacht mit allen Sinnen zu entdecken. Weitere Informationen unter www.polarnightlightfestival.ruka und www.lappland.ruka
Buch- und Geschenktipp für Entdecker: Meister der Finsternis
Der Erfolg spricht für sich. Mittlerweile in zweiter überarbeiteter Auflage ist dieser spannungsgeladene wie fantasievolle Jugendroman Meister der Finsternis von Mortimer-Reisemagazin-Redakteurin Susanne Timmann erschienen und begeistert erneut mit einer Mischung aus Spannung, Fantasie und atmosphärischer Abenteuerlust. Die Geschichte führt den jungen Protagonisten Fynn tief in die eisigen Weiten der Arktis, wohin er seinen Vater, einen Forscher, während der Schulferien begleiten wollte. Was als harmloser Ausflug beginnt, entwickelt sich zu einem gefährlichen und zugleich faszinierenden Abenteuer, das Fynn gemeinsam mit seiner neuen Freundin Maya bestreiten muss.
Zwischen Mut und Magie
Als die beiden während eines aufziehenden Unwetters in einer Eishöhle Schutz suchen, geraten sie unvermittelt in eine Reihe mysteriöser Ereignisse. Ohne zu wissen, welche Kräfte im Verborgenen wirken, finden sie sich in einer Welt wieder, in der die Blaue Hexe der Tiefe, das rätselhafte Land der Koingz und eine skrupellose Verbrecherbande in einer surrealen Unterwasserstadt ihre Wege kreuzen. Maya zeigt dabei bemerkenswerte Entschlossenheit und lässt sich weder von magischen Wesen noch von bedrohlichen Gestalten einschüchtern. Mit Mut und einem Funken Glück gelingt es den beiden sogar, die gefangenen Waldriesen aus ihrer steinernen Starre zu befreien.
Arktisches Fantasy-Abenteuer
Doch die größte Herausforderung steht noch bevor: die Aktivierung des geheimnisvollen Amuletts des Meisters der Finsternis und die Befreiung ihrer Eltern aus dem Griff des ewigen Eises. Auch für die Autorin selbst blieb lange offen, wohin sich die Geschichte entwickeln würde. Susanne Timmann berichtet, dass zu Beginn lediglich der Name des Protagonisten und der Schauplatz feststanden. Der Roman entstand in einer besonderen Lebensphase: Die zweifache Mutter begann das Schreiben während ihrer Babypause vor der Geburt ihrer Tochter und legte das Manuskript erst einmal beiseite, bis sie hochschwanger mit ihrem Sohn war. Rückblickend erzählt sie mit einem Lächeln, dass sie zwischenzeitlich völlig vergessen hatte, an der Geschichte weiterzuarbeiten.
Ob eine Fortsetzung geplant ist, lässt die aus Schwaben stammende Autorin offen. Mit einem Augenzwinkern merkt sie an, dass eine weitere Babypause als Schreibanlass eher unwahrscheinlich sei – die Wahrscheinlichkeit, zuvor Großmutter zu werden, sei deutlich höher.
Erhältlich ist das Meister der Finsternis (ISBN 978-3-939408-65-9) von Susanne Timmann für 17,99 Euro im Buchhandel oder versandkostenfrei direkt beim Westflügel Verlag.
Mortimer
Seit dem Jahr 2011 berichtet das Mortimer Reisemagazin tagtäglich in Wort, Bild und teilweise mit Videos aus der Welt des Reisens. Mehr als 8.000 Beiträge über Destinationen aus allen Teilen der Erde stehen für Interessierte mittlerweile kostenfei bereit.
Der Erfolg spricht für sich. Mittlerweile in zweiter überarbeiteter Auflage ist dieser spannungsgeladene wie fantasievolle Jugendroman Meister der Finsternis von Mortimer-Reisemagazin-Redakteurin