Hotel ruft zum Bilderklau auf

Normalerweise sind Hotels und andere Übernachtungsbetriebe nicht gerade glücklich, wenn die Gäste beim Auschecken gleich Teile des Mobiliars, der Zimmerausstattung oder die Bademäntel als Erinnerungsstücke mitgehen lassen. Im fernen Australien geht eine Hotelkette nun komplett andere Wege und ruft die Gäste dazu auf, sich als Meisterdieb zu probieren. Als Köder haben die Art Series Hotels ein Gemälde des britischen Graffitikünstlers Banksy, der seit Beginn des 21. Jahrhunderts insbesondere im britischen Königreich seine Spuren hinterlassen hat, ausgeworfen.

Das Gros der illegalen Kunstwerke von Banksy entsteht unter Verwendung von zuvor gefertigten, zum Teil riesigen  Schablonen. Diese Vorgehensweise ermöglicht ihm, große Fläche binnen kürzester Zeit zu besprühen und zugleich perfekte, fast fotorealistische Bilder entstehen zu lassen. Dabei ist Banksy, über den lediglich bekannt ist, dass er aus dem westenglischen Bristol stammt, wo er 1974 geboren sein soll,  eine Art Phantom. Die Polizei jagt ihn wegen Sprayer-Delikten, während seine Werke und Schablonen immer mehr Anhänger finden. So erzielten seine Sprayvorlagen bei einer Auktion sage und schreibe 785.000 Euro. Und doch bleibt der Liebling der Kunstszene wie vom Erdboden verschluckt, schlägt immer wieder in Nacht- und Nebelaktionen zu oder lädt gar zu Ausstellungen.

Und ein Werk eben dieses Banksys mit dem Titel „No Ball Games“ im Wert von rund 12.000 Euro können die Gäste des Art Series Hotels versuchen, zu stehlen. Wem es bis zum 15. Januar 2012 gelingt, dass Bild aus dem Hotelgebäude zu schmuggeln, darf es behalten. Wer jedoch erwischt wird, muss das Kunststück wieder auf den Hotelflur zurückbringen und aufhängen, ohne dabei weitere Konsequenzen befürchten zu müssen. Mehr über den legalen Kunstraub unter www.artserieshotels.com.au/stealbanksy. Weitere Informationen zu Banksy finden sich unter www.banksy.co.uk.

Karsten-Thilo Raab

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.