Auf dem Welterbe-Radweg durchs Harzvorland

Die St. Michaeliskirche in Hildesheim zählt wie der Dom zum Unesco-Weltkulturerbe. (Foto: Nina Weymann)
Die St. Michaeliskirche in Hildesheim zählt wie der Dom zum Unesco-Weltkulturerbe. (Foto: Nina Weymann)

Im gebirgigen Oberharz startet die Tour an der Quelle der Innerste – danach verläuft der Welterbe-Radweg immer am Fluss entlang auf über 105 Kilometern durch reizvolle Landschaften bis ins lauschige Leinetal. Unterwegs kommen die Radfahrer im Harz und in Hildesheim an so vielen Unesco-Welterbestätten vorbei wie wohl kaum irgendwo sonst.

Im Nördlichen Harzvorland rund um Wolfenbüttel gibt es für Radler gut ausgeschilderte Wege. Auch Fahrradkarten werden zur Verfügung gestellt. (Foto: djd)
Im Nördlichen Harzvorland rund um Wolfenbüttel gibt es für Radler gut ausgeschilderte Wege. Auch Fahrradkarten werden zur Verfügung gestellt. (Foto: djd)

Beim Startpunkt in Buntenbock beispielsweise liegt das „Oberharzer Wasserregal“, ein Wasserkraftsystem des historischen Bergbaus mit über 100 Teichen, Gräben und Stollen. Am Fuß des Harzes wiederum lockt ein Abstecher nach Goslar mit seiner malerischen Fachwerk-Altstadt, der mächtigen Kaiserpfalz und dem erlebnisreichen Besucherbergwerk Rammelsberg.

Und der „Unesco-Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen“ bietet den Radlern zahlreiche geologische und archäologische Sehenswürdigkeiten in alten Steinbrüchen und spannenden Ausgrabungsstätten, wie beispielweise die Kaiserpfalz Werla bei Schladen.

Weiter geht es dem Fluß entlang von Baddeckenstedt nach Hildesheim: Der berühmte Dom ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. Er hütet einen kostbaren Domschatz und den sagenhaften sogenannten Tausendjährigen Rosenstock. Die St. Michaeliskirche thront als imposante Gottesburg auf einem Hügel und beeindruckt im Innern mit einer farbig bemalten Holzdecke aus dem 13. Jahrhundert.

Auch von hier aus lohnt sich ein Abstecher nach Alfeld an der Leine, der in die Neuzeit führt: Das Fagus-Werk wurde 1911 vom Architekten und Bauhausgründer Walter Gropius errichtet und gilt weltweit als ein Ursprungsbau der Moderne. Heute beherbergt der kunstvolle Industriebau ein „lebendiges Museum“. Unter www.welterberadweg.de stehen eine Tourenkarte und weitere Informationen bereit.

Der Hildesheimer Dom ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. (Foto: djd)
Der Hildesheimer Dom ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. (Foto: djd)

Im Nördlichen Harzvorland ist neben dem Welterbe-Radweg aber noch eine Fülle von spannenden Radtouren für kulturinteressierte Aktivurlauber zu finden. Dazu zählen abwechslungsreiche Strecken oder Rundkurse in und um die alte Residenzstadt Wolfenbüttel: Sie führen durch Fachwerkgassen, urige Dörfer und schattige Wälder, in die Höhenzüge Oderwald und Elm, zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze oder zu den Schauplätzen von Till Eulenspiegels Streichen, der hier einst lebte.

Unter www.noerdliches-harzvorland.com gibt es Tourenvorschläge und Informationen, die auch als Broschüren und Karten angefordert werden können.

Neben dem Welterbe-Radweg verspricht auch der Eulenspiegel-Radweg interessante Geschichten. (Foto: djd)
Neben dem Welterbe-Radweg verspricht auch der Eulenspiegel-Radweg interessante Geschichten. (Foto: djd)

Kleine, große Tour: Der Eulenspiegel-Radweg

Vom Schloss Wolfenbüttel in der Lessingstadt zum Till Eulenspiegel-Museum in Schöppenstedt verläuft der 60 Kilometer lange „Eulenspiegel-Radweg“. Informationstafeln machen Radfahrer an den Originalschauplätzen auf die Geschichten des berühmten mittelalterlichen Schalks aufmerksam, in und um Schöppenstedt begegnet man Freiluft-Installationen zu seinen Streichen. Die sportliche Tour erinnert durch ihre zwei Schleifen an eine liegende Acht. So kann man auch zwei kleinere Runden fahren. Oder nur eine Strecke, denn zwischen den Endpunkten besteht eine Bahnverbindung. Einen kostenfreien Übersichtsflyer gibt es bei der Tourist-Information Schöppenstedt oder unter www.elm-asse.de. (djd).


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G. Schröder

ist seit Kindestagen mit dem Reisevirus infiziert und bringt sich seit Jahr und Tag mit großem Engagement als gute Seele hinter den Kulissen in das Mortimer Reisemagazin ein.