Lana – wo das Wasser Geschichte schreibt

Wasser
Die Waalwege in Lana verbinden Natur, Geschichte und Landwirtschaft und zeugen von einer uralten Tradition in diesem Teil von Südtirol. – Foto: lanaregion.it / Upscale Marketing

Die Waalwege in Lana erzählen von Wasser, Kultur und Landschaft. Historische Pfade, moderne Nutzung und beeindruckende Ausblicke machen sie zu einem besonderen Erlebnis.

Der Wanderweg verläuft parallel zum Wasserbett. – Foto: lanaregion.it / Emi Massmer Emotions

Zwischen Obstwiesen, Rebhängen und Kastanienhainen ziehen sich die Waalwege wie feine Adern durch die Landschaft rund um Lana. Diese historischen Wasserläufe erinnern an eine Zeit, in der Wasser ein kostbares Gut war und die Menschen ein ausgeklügeltes System entwickelten, um es aus den Bergen in die trockenen Täler zu leiten. Seit dem Mittelalter begleiteten schmale Pfade die Kanäle, einst geschaffen für die Wartung, heute ein lebendiges Stück Kulturgeschichte und ein beliebtes Ziel für Wandernde, die die Region zu Fuß erkunden möchten.

Wasser
Durchaus erfrischend ist das Wasser in den Waalen. – Foto: lanaregion.it / Horeca

Wer die Waalwege begeht, erlebt eine harmonische Verbindung aus Natur und jahrhundertealter Kulturlandschaft. Die Wege führen durch lichte Wälder, entlang gepflegter Weingärten und durch Obstplantagen, begleitet von Kastanienhainen und immer wieder überraschenden Ausblicken über das Etschtal. Diese Momente der Weite und Ruhe prägen das Erlebnis. „Die Aussicht über das Etschtal ist besonders charakteristisch für unsere Waalwege. Jeder Weg hat seinen eigenen Reiz“, betont Dietmar Knoll vom Bodenverbesserungskonsortium Auenwegleege Niederlana.

Tradition trifft Moderne

Wasser
Der Brandiswaalweg wird von einem imposanten Wasserfall geprägt. – Foto: lanaregion.it / Maike Wittreck

Obwohl sich die Region verändert hat, bleibt die Verbindung zwischen Landwirtschaft, Wasser und Landschaft unverändert stark. Seit den 1960er-Jahren fließt das Wasser im Brandiswaalweg unterirdisch, wodurch Freizeitnutzung und Bewässerung nebeneinander bestehen können. Zu den bekanntesten Waalwegen der Umgebung zählen neben dem Brandiswaalweg auch der Algunder und der Marlinger Waalweg – Wege, die laut Knoll „nicht ins Museum gehören, sondern draußen erlebt werden wollen“.

In Teilen führen die Waalwege auch über Holzstege. – Foto: lanaregion.it / Horeca

Die Waalwege sind kein Relikt der Vergangenheit, sondern Teil des heutigen Alltags. Die Marktgemeinde Lana und verschiedene Einrichtungen kümmern sich um die Pflege des Brandiswaalwegs, während der Tourismusverein Lana und Umgebung unterstützend wirkt. Das Wasser fließt heute überwiegend in geschlossenen Rohrsystemen, was den Pflegeaufwand reduziert und die Wasserqualität schützt. Trotz ihrer Bedeutung als Erholungswege erfüllen die Kanäle weiterhin ihre ursprüngliche Aufgabe: Sie versorgen die Obst- und Weinkulturen der Hanglagen mit Wasser und sichern durch Frostberegnung die Ernte. „Das System ist für die Bewirtschaftung unverzichtbar“, erklärt Knoll. Solange die Kulturen gepflegt werden, bleibt auch das Waal-System lebendig und eng mit der Arbeit der Menschen verbunden. Weitere Informationen unter www.lanaregion.it.

Immer wieder eröffnen sich herrliche Blickachsen. – Foto: lanaregion.it / Emi Massmer Emotions

Mortimer

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