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Von 7. April 2018 Mehr →

Salzburg heißt Salzburg – nicht Pfefferburg!

Mit seiner barocken Gebäudepracht weiß Salzburg nicht nur nach Sonnenuntergang zu begeistern.

„Warum heißt Salzburg Salzburg und nicht Pfefferburg?“, lautet die erste Frage an Fremdenführerin Susanne „Susi“ Ihniger Lehnfeld. Die freundliche, etwas untersetzte Dame empfängt die entdeckungsfreudigen Familien vor dem Festspielhaus. „Na, ganz einfach, der Reichtum der Stadt kam vom Salz“, erklärt sie dem neunjährigen Laurenz und schüttelt sich vor Lachen wegen der lustigen Eingangsfrage.

„Weißt Du, früher gab es ja noch keine Kühlschränke. Wer über den Winter nicht verhungern wollte, der musste alles durch Salz haltbar machen – Rüben, Kraut, Fleisch…“ Schnell ist von der fröhlichen Stadtführerin erklärt, dass das Salz aus dem nahe gelegenen Dürrnberg stammt.

Bergputzer als besondere Saubermänner

Eine Salzburger Besonderheit: die Pferdewaschanlage. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Eine Salzburger Besonderheit: die Pferdewaschanlage. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Nach ein paar Schritten ist eine steile, übermannshohe Felswand erreicht. „Schaut mal,“ setzt die 44-jährige an, „seht ihr das Grün, das in den Felsspalten wächst? Bald schon kommt der Bergputzer, seilt sich ab und putzt den Berg sauber, damit die Wurzeln nicht den Fels sprengen.“

Kutschen gehören zum Stadtbild - heutzutage ollen diese jedoch nicht meghr durch die Pferdewaschanlage. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Kutschen gehören zum Stadtbild – heutzutage rollen diese jedoch nicht meghr durch die Pferdewaschanlage. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Während Groß und Klein noch über den lustigen Beruf spaßt, ist der „Pferdebezirk“ erreicht. Die jungen Mädchen geraten bei dem Wort „Felsenreitschule“ schon ins Schwärmen und begeistern sich noch mehr, als Guide Susi die Pferdeballets erwähnt, die hier früher aufgeführt wurden.

Faszinierender Klosterbezirk

In Salzburg finden sich allein über 20 barocke Kirchenbauten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

In Salzburg finden sich allein über 20 barocke Kirchenbauten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Und Pferdewaschanlagen haben wir auch heuer noch“, lacht die Blondine und zeigt auf einen eigens für diesen Zweck angelegten Brunnen. Für die mitlaufenden Jungs ist es spannender über die hier ehemals abgehalten Tierhatzen zu hören, bei denen Wolf und Bär in der Arena gegeneinander kämpfen mussten.

In Salzburg treffen Geschichte, Tradition und Moderne aufeinander. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Als die kleine Gruppe vor einer Statue des Heiligen Ruppert stehen bleibt, ist schnell entdeckt, was er als Attribut stets dabei hat: Ein Salzfass. Vor dem Dom angekommen aber, stutzen Kids und Eltern: Ruppert steht auch hier – aber wo ist das Fass mit dem kostbaren Salz?

Tierischer Residenzbrunnen

Der Residenzbrunnen am Residenzplatz wird durch verschiedene Tierskulpturen geprgt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Da unten, im Sockel, da tragen es die Engel“, weiß die kleine Sophia zu berichten, was sie direkt auf Augenhöhe entdeckt. Im Inneren des zwischen den Jahren 1614 und 1628 errichteten Gotteshauses beeindrucken aufwändige Stuckarbeiten. Links des Eingangsportals steht außerdem das Taufbecken, an dem mit Mozart, der wohl berühmteste Sohn der Stadt, getauft wurde.

Die historische Altstadt steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Nach ein paar Schritten ist der imposante Residenzbrunnen erreicht. Am größten Brunnen der Stadt lassen sich nicht nur die Hände kühlen. Auch zahlreiche Tiere wie Schildkröten, Würmer und mythische Gestalten wie Meerespferde laden die kleinen und großen Stadtentdecker zum genauen Hinsehen ein.

Heimat der Original-Mozartkugeln

Das Stammhaus der Konditorei Fürst ibefindet sich in der Brodgasse am Alten Markt in Salzburg. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Das Stammhaus der Konditorei Fürst befindet sich in der Brodgasse am Alten Markt in Salzburg. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer schon eine kleine Stärkung benötigt, der kann den Rundgang im Café Fürst unterbrechen. Hier kann man sich mit einer handgefertigten, originalen Mozartkugeln oder Eis und hervorragender Torte stärken. Nach einem kleinen Durchgang ist auch der „Grüne Markt“ erreicht. Hier bieten fliegende Händler riesige Schoko-, Laugen und Pizzabrezel an, bei deren Duft Groß und Klein das Wasser im Munde zusammen läuft.

Herstellungsprozess und Zutaten der Original Salzburger Mozartkugel auf einen Blick. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Wollen wir jetzt mal durch ein Haus gehen, ganz ohne Magie?“, scherzt Guide Susi und schreitet voraus. Groß und Klein folgen ihr gespannt. Nach einem schmalen, höhlenartigen Durchgang, der zwischen zwei Häusern eingeklemmt ist, ist bald das Tageslicht wieder erreicht. Zur Überraschung aller liegt zur Linken dann schon das Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart. Vor der gelben Fassaden tummeln sich Scharen an Touristen, die ein Erinnerungsfoto schießen wollen.

Mozarts Kinderstube

Ein Mekka für Musikfreunde: Das Geburtshaus von Mozart in der berühmten Getreidegasse. (Foto Karsten-Thilo Raab)

In der berühmten Getreidegasse gibt es aber noch mehr zu entdecken. Besonders lohnt ein Blick nach oben. „Schaut´s mal! Die schönen schmiedeeisernen Zunftzeichen“, ruft Susi und zeigt auf metallene Schilder an den Fassaden. „Früher konnte ja nicht jeder lesen, da war es wichtig, gleich zu sehen: bei der Brezel ist der Bäcker, beim Schlüssel der Schlosser.“

Bekannt ist die Getreidegasse auch für ihre kunstvollen Geschäftsschilder. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein kurzer Abstecher bringt Susi und die großen und kleinen Stadtforscher über den Makartsteg auf die andere Uferseite der Salzach. „In alten Zeiten hätte ich nie einen Zeh in diesen Fluss gesteckt“, sagt Guide Susi und schüttelt energisch den Kopf. „Weil die Salzach so salzig war oder warum?“, will der neugierige Neunjährige wissen.

Makartsteg als Brückenschlag über die Salzach

Der Markartsteg über die Salzach ist komplett mit Liebesschlössern behangen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Nein! Das war sie höchstens, wenn mal ein Salz-Transportboot umgekippt ist“, scherzt sie, um dann zu erklären, dass der Fluss früher die Müllabfuhr war. „Wisst ihr, die Fleischhauer hatten hier ihre Arbeitsplätze, die Gerber, die Färber – und alles, was sie nicht mehr brauchten, haben sie einfach in den Fluss gekippt. Auch Hausrat und Müll – alles kam direkt ins Wasser… das muss gestunken haben.“

Junge Besucher sind nahezu ausnahmslos von der Beweglichkeit der Puppen fasziniert. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Junge Besucher sind nahezu ausnahmslos von der Beweglichkeit der Puppen fasziniert. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die großen und kleinen Füße sind schließlich rund gelaufen. Da kommt ein Besuch im Marionettentheater wie gerufen. „Die Kurzversion der Zauberflöte dauert nur kindgerechte 60 Minuten und verzaubert Menschen aller Altersgruppen und Nationen“, weiß Austria-Guide Susi.

Traumgarten am Schloss Mirabell

Das Schloss Mirabell lädt mit seinem schmucken Park zu einer Verschnaufspause ein. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Beim anschließenden kurzen Blick hinter die Kulissen lassen sich Figuren aus allen großen Geschichten treffen: Hänsel und Gretel, die böse Hexe, die so raffiniert gebaut ist, dass sie sich als Spezialeffekt aufblasen kann, Alice aus dem Wunderland in klein und riesengroß, die wunderschöne Königin der Nacht und unzählige weitere Wundergeschöpfe. Allen Figuren sieht man an, mit wie viel Liebe und Geschick sie in Handarbeit hergestellt wurden. Eltern wie Kinder können sich kaum von den faszinierenden Marionetten losreisen, aber schließlich lockt Susi alle an die frische Luft.

Kulturbeflissene haben in Salzburg die Qual der Wahl zwischen 20 Museen und 50 Galerien. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Rasch ist der Garten des Schlosses Mirabell erreicht ist, wo die Kids nach Herzenslust durch die schattigen Laubengänge und über die Kieswege des 20.000 Quadratmeter großen Gartens rennen können.

Zauberflöten-Spielplatz

Über die Salzach hinüber geht der Blick auf die Altstadt und die Festung Hohensalzburg.

Wer in den Seiteneingang des Schlosses schlüpft, in dem heute die Stadtverwaltung untergebracht ist, dem liegt Salzburg buchstäblich zu Füssen. Auf der Größe des gesamten Fußbodens ist eine Luftaufnahme der Stadt abgedruckt. So kann man spielerisch mit einem großen Schritt die Salzach überschreiten oder von der Burg in den Mirabellgarten springen.

Der Mozartplatz kommt natürlich nicht ohne ein Denkmal des Namensgebers aus. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Gleich nebenan liegt der Zauberflöten-Spielplatz. Hier kann, wer mag, im Schatten großer Bäume nach Herzenslust klettern, rutschen und schaukeln. Und auch Klangplatten finden sich, auf denen Nachwuchs-Musiker schnell versuchen, ihr eigenes Lied zu komponieren.

Über allem thront die Festung Hohensalzburg

Dem berühmtesten Sohn der Stadt wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal gesetzt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Da über allem die trutzige Salzburg thront, ist es nur natürlich, ihr auch noch einen Besuch abzustatten. „Die Burg wurde bereits im Jahre 1077 so raffiniert gebaut und wurde bis ins 18. Jahrhundert so oft mit neuestem Verteidigungsmaterial „upgegraded“, dass es keiner geschafft hat, sie zu erobern“, berichtet der Tourguide nicht ohne Stolz.

Die Hohensalzburg gilt als eine der größten Festungsanlagen in Europa.

„Früher,“ so erzählt Susi weiter, „waren außerdem alle Bäume gestutzt, so dass die Angreifer nichts zum Verstecken hatten“. Mit der Standseilbahn ist man in wenigen Sekunden oben angekommen. Kleine Burgfräulein und Ritter erkunden voller Eifer Ritterrüstungen, verwinkelte Mauern und Plätze. Die Erwachsenen zücken wortlos ihre Kameras und halten das hübsche Panorama der Mozartstadt für das Familienalbum fest.

Zuckerbäckerstadt-Impressionen

Die Geschichte der Festung geht bis in das 11. Jahrhundert zurück. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Gemeinsam mit Sohnemann Laurenz blickt Mama Claudia über die Balustrade und grinst ihren Sprössling von der Seite an: „Jetzt wissen wir, warum Salzburg Salzburg heißt und nicht Pfefferburg. Aber, von hier oben, mein Schatz, da sieht Salzburg aus wie eine Zuckerbäckerstadt und ich wäre fast geneigt, sie Zuckerburg zu nennen… “

Panoramablick von der Festung auf Salzburg und die Salzach. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Weitere Informationen zu Salzburg unter www.salzburg.info.

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