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Von 9. September 2014 Mehr →

Pekuniärbeschleuniger am Flughafen Dortmund

Der Flughafen Dortmund hat die Sicherheitskontrolle als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Der Flughafen Dortmund hat die Sicherheitskontrolle als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Viele glauben, die Computer- und Smartphone-Industrie sei absoluter Vorreiter, wenn es um Innovationen geht. Schließlich kommen alle Nase lang neue PCs oder Handys auf den Markt, die noch mehr können, noch bessere Kameras haben und vermutlich bald auch schon selbständig bügeln und bei Bedarf Schnee schippen können. Noch erfindungsreicher gibt sich aber die Luftfahrt. Oder zumindest all jene, die mit dem Bedürfnis der Menschen, möglichst schnell durch die Lüfte von A nach B zu sausen, ihr Geld verdienen. Mit dem Aufkommen der Billigfluglinien schienen die Ticketpreise im Steilflug nach unten.

Doch dann erkannten mehr und mehr Airlines, dass so ein simpler Flug noch mehr Potenzial bietet, um die Passagiere zu schröpfen. Wie selbstverständlich werden nun allenthalben Buchungsgebühren erhoben, Gebühren für den Einsatz der Kreditkarte, Gepäckgebühren oder Gebühren für Sitze am Notausgang. Längst sind bei den meisten Fluggesellschaften Getränke und kleine Snacks nicht mehr im Flugpreis enthalten. Dafür werden Kerosinzuschläge und Flughafensteuern erhoben.

Während Billiglieger wie Ryanair schon aus PR-Gründen krude Ideen wie eine Toilettennutzungsgebühr an Bord, den Verkauf von Stehplatztickets oder eine Zwangsdiät für das Bordpersonal, um den Kerosinverbrauch zu senken, kund tun, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Gebühren erfunden werden. Etwa die Einsteigpauschale, ein Gangway-Durchlauf-Aufschlag, eine Sitzplatzabnutzungs- und -verschleißgebühr oder eine Sicherheitsgurtbereitstellungsabgabe.

Da wollen und können auch die Flughäfen nicht nachstehen. Schließlich lässt sich die Zitrone, die da heißt Passagier, noch lustig weiter auspressen. Die Parkplatzgebühren sind oft doppelt so teuer wie der gebuchte Flug, eine Tasse Kaffee wird zu Champagnerpreisen feilgeboten und Gepäckwagen nur noch gegen einen kleinen Obolus verliehen. Derweil hat der Dortmunder Flughafen ein weiteres Geschäftsfeld für sich entdeckt: Für die Zahlung einer Gebühr von 5 Euro werden Fluggäste an der Sicherheitskontrolle bevorzugt und schneller abgefertigt. Quasi eine Art Pekuniärbeschleuniger für zweibeinige Geldesel.

Ein Modell, das sicherlich schnell an anderen Airports Schule macht und das natürlich nur solange funktioniert, solange es nur von einer Handvoll Reisenden in Anspruch genommen wird. Legen diese flashmopartig die fünf Taler auf den Tisch, gibt es einen riesigen Rückstau wie sonst an der Sicherheitskontrolle üblich. Was dann natürlich andererseits eine Steilvorlage für eine neuerliche Gebührenerhöhung wäre. Schließlich ist auch eine erkaufte Sonderbehandlung eine Sache von Angebot und Nachfrage.

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