Von 14. April 2014 Mehr →

Oslo – die erfrischende Kapitale am Fjord

Ein echter Blickfang: Die riesigen Skulpturen im Vigelands-Park in Oslo. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Ein echter Blickfang: Die riesigen Skulpturen im Vigelands-Park in Oslo. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wer mit der Fähre in die norwegische Hauptstadt reist, den stimmt der Oslofjord schon gut auf das ein, was man hier erleben kann. Ist es doch die einmalige Kombination aus urbaner Metropole und beeindruckender Natur, die sich auf den ersten Blick erkennen lässt. Sei es auf den unzähligen Inselchen im Oslofjord oder in den durch die Straßenbahn leicht erreichbaren umliegenden Fjellgebiet wie die Nordmarka. Denn die 630.000-Seelen-Gemeinde ist gleichzeitig von herrlicher Landschaft umgeben und buchstäblich in die Natur eingebettet.

Stortinget, das Parlamentsgebäude der Norweger, im Herzen der Osloer Innenstadt. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Stortinget, das Parlamentsgebäude der Norweger, im Herzen der Osloer Innenstadt. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Oslo lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Einen tollen Tages-Rundgang bildet dabei der Weg vom Hauptbahnhof (“Sentralstasjon“) über die Flaniermeile Karl-Johans-Gate zum Stortinget, dem Parlament der Norweger. Weiter bummelt man in Richtung der alten Festung „Akershus festning“ vorbei am Rathaus, dessen zwei Türme wie rostige Zähne in den Himmel ragen. Direkt daneben liegt das Nobel-Friedenscenter, in dem man sich über die Bedeutung des gleichnamigen Preises informieren kann.

Oslos Nationalgalerie zeigt unter anderem Bilder von Edvard Munch. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Oslos Nationalgalerie zeigt unter anderem Bilder von Edvard Munch. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wer nun Lust auf eine kleine Stärkung hat, der findet in den aufwändig renovierten Speicherhäusern von Aker Brygge am Hafen sicher das passende Restaurant. Weiter geht es zurück zur Karl-Johans-Gate Richtung Nationaltheater. In wenigen Schritten ist auch die Universität mit Wandmalerei von Edvard Munch erreicht. Wer hier vor verschlossenen Türen steht, der hat es nicht weit zum praktisch nebenan liegenden Nationalmuseum, in dem einige Werke von Munch zu bewundern sind. Anders als im Munch-Museum verzichtet man hier auf eine zur Extra-Sicherung angebrachte Plexiglasscheibe vor den Gemälden. Wieder zurück auf der berühmten Karl-Johnas-Gate endet die Sightseeing-Tour am Schloss.

Pracht Bau am Ende von Oslos Prachtstraße: Das königliche Schloss. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Pracht Bau am Ende von Oslos Prachtstraße: Das königliche Schloss. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wer länger als einen Tag in der Stadt ist, der sollte sich auch aufmachen, um den Vigeland-Park mit seinen unzähligen menschlichen Statuen zu erkunden. Bei freiem Eintritt flaniert man im symmetrisch aufgebauten Skulpturenpark durch in Stein gemeißelte Szenen des menschlichen Daseins.

Blick von Aker Brygge auf die Akerhus Festung in Oslo. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Blick von Aker Brygge auf die Akerhus Festung in Oslo. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Daneben gehört die im Jahre 2008 eröffnete neue Oper zu den absoluten Besucher-Highlights der norwegischen Kapitale. Das im (!) Wasser gelegene neue Opernhaus, das nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof gelegen ist, gemahnt an einen Eisblock und ist auch von außen und tagsüber einen Besuch wert. Hier sollen die norwegischen Ideale der Gleichheit verwirklicht sein: Jeder darf sich hier auf dem Dach aufhalten, flanieren, picknicken – ein toller Foto-Spot!

Keine Schönheit und doch ein Wahrzeichen am Hafen: Das klobige Rathaus von Oslo. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Keine Schönheit und doch ein Wahrzeichen am Hafen: Das klobige Rathaus von Oslo. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wer hingegen Lust auf eine kleine Schifffahrt hat, dem sei das Pendelboot zur Museumsinsel Bygdøy empfohlen, das bei Aker Brygge ablegt. Auf dieser Halbinsel lohnt neben einem Besuch des Freilichtmuseums (relativ hoher Eintritt, aber hier kann man auch gut einen halben Tag verbringen, vor allem die Stabkirche besichtigen!), auch das Fram-Museum und besonders das Kontiki-Museum.

Übernachtung: Zentral gelegen, direkt hinter Schloss, sauber und nett, für norwegische Verhältnisse sehr günstig, mit eigener Küche in den Appartements: Cochs Pensjonat, Parkveien 25, N- 0350 Oslo, Telefon 0047-23332400,  www.cochspensjonat.no

Im Umgang der Dom-Kirke ist auch das Bacchus zu finden. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Im Umgang der Dom-Kirke ist auch das Bacchus zu finden. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Essen & Trinken: Toller Treff in der City ist ohne Zweifel das im Umgang der Domkirche gelegene „Bacchus“. Hier gibt es nicht nur den leckersten Milchkaffee („Kaffee latte“) der Stadt, sondern auch die beste Möhrentorte. Im Sommer sitzt man herrlich im Innenhof der Kirche. Bei schlechtem Wetter kann man hingegen drinnen im „himmelen“, im so genannten „Himmel“ sitzen, sofern man die Wendeltreppe schwindelfrei hochkommt! Cafe Bacchus, Dronningsgate 27, 0154 Oslo, Telefon: 0047-22333430, www.cafebacchus.no

Ein gepflegtes Bier („øl“) genießt man im „Underwater Pub“ (Olavsgate) in besonderer Atmosphäre. Nicht nur, dass man dank der Deko wirklich „Unterwasser“ sitzt, dienstags und donnerstags abends treten Opernschüler hier auf und geben das ein oder andere Liedchen zum Besten – als Lohn kriegen sie Freibier vom Wirt… Underwater Pub, Dalsbergstien 4, 0170 Oslo, Telefon 0047- 22460526, www.underwaterpub.no

Oslo Pass: Wer unkompliziert Busse und Bahnen (und einige Schiffe) nutzen möchte und Lust auf Museumsbesuche hat, für den lohnt die Anschaffung des Oslo Passes. Dieser gewährt freien Eintritt in mehr als 30 Museen und Attraktionen, kostenlose Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs sowie kostenloses Parken auf städtischen Parkplätzen. Der Oslo Pass steht für 24, 48 oder 72 Stunden zur Verfügung und kostet für Erwachsene ab 290 NOK (ca 36 Euro). Weitere Informationen dazu bietet das Onlineportal von Visit Oslo.

Literaturtipp: Ulrike Katrin Peters & Karsten-Thilo Raab: Oh, diese Norweger, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-803-8. Erhältlich ist der Titel, der auf augenzwinkernde Art und Weise Skurriles und Wissenswertes über die Norweger vermittelt, im Buchhandel oder direkt beim Conrad Stein Verlag.


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