Von 8. März 2013 Mehr →

Isländisch für Luftikusse

Isländische lernen wie im Flug: Lektionen auf Becher und Serviette. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Isländisch lernen wie im Flug: Lektionen auf Becher und Serviette. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Wer mit den Maschinen von Icelandair in der Luft unterwegs ist, erhält auf charmante Art und Weise einen kleine kostenlose Einführung in die Wunder der isländischen Sprache.

In Australien gibt es die berühmte School of the Air. Dahinter verbirgt sich weder eine Luftfahrtschule mit Pilotenausbildung noch ein fliegendes Klassenzimmer. Vielmehr dient diese Institution in Alice Springs dazu, Kinder in entlegenen Orten und einsamen Farmen des Outbacks online und per Funk zu unterrichten, da der Schulweg ansonsten tägliche einige Hundert Kilometer betragen würde. Eine andere Art fliegendes Klassenzimmer sind derweil die Maschinen der Icelandair. Die isländische Fluggesellschaft, die unter anderem Deutschland mit der Hauptstadt Reykjavik verbindet, vermittelt ihren Passagieren an Bord auf charmante Art und Weise ein wenig Isländisch für Anfänger.

Statt leichter Schläge auf den Hinterkopf kleine Lektionen auf der Kopfstütze. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Statt leichter Schläge auf den Hinterkopf kleine Lektionen auf der Kopfstütze. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Statt leichter Schläge auf den Hinterkopf hilft hier der Blick auf die Kopfstütze der Sitze beim Lernen erster Vokabeln. Wo sich manch einer während des Fluges gemütlich anlehnt, sind in Englisch kleine Sprachhilfen für die nicht ganz so verbreitete und nicht unbedingt leicht zugängliche Sprache angebracht. Danke etwa heißt auf Isländisch „ƥakka ƥér fyrir“ – was irgendwie kompliziert und unaussprechlich anmutet. Doch schon im nächsten Satz des kleinen Isländischkurses wird Entwarnung gegeben: Überaus gebräuchlich ist – wie auch beispielsweise in Norwegen – ein schlichtes „takk“ als Dankeschön.

Isländisch nicht im Handumdrehen, sondern im Becher umdrehen lernen. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Isländisch nicht im Handumdrehen, sondern im Becher umdrehen lernen. (Copyright Karsten-Thilo Raab)

Wer zur Lehne des Sitznachbarn schaut, startet so Lektion 2: „Hallo“ heißt auf Isländisch „hæ“. Was wie Hyroglypen wirkt, wird tatsächlich wie das englische „Hi“ ausgesprochen. Wer es eleganter mag, kann auch ein „ævinlega sæl og blessuđ“ erklingen lassen.

Weiter geht die Sprachreise mit dem Pappbecher voller Kaffee oder Tee. Dessen Außenwand ist mit den 14 (!)  isländischen Wörtern für Becher verziert: Mál, Glas, Bikar, Skâl, Bolli, Krúses, Kanna, Fantur, Drekka, Kolla, Staup, Horn, Dolla und Baukur. Die dazu gereichte Serviette erklärt per Aufdruck, dass sie auf Isländisch „Mumƥurrka“ heißt, aber weil dies wirklich zu schwierig sei, auch ein schlichtes „servíetta“ in Ordnung gehe.

Keine Frage, so macht Vokabeln pauken Spaß. Kein Wunder, dass die Zeit an Bord wie im Flug vergeht. Daher, liebe Icelandair, ein ernst gemeintes „takk“.

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