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Von 27. September 2014 Mehr →

Der Kölner Dom – Weltkulturerbe am Rheinufer

Der Kölner Dom, Wahrzeichen der Millionenmetropole am Rhein, ist seit 1996 Weltkulturerbe der UNESCO. (Foto: Dieter Jacobi)

Der Kölner Dom, Wahrzeichen der Millionenmetropole am Rhein, ist seit 1996 Weltkulturerbe der UNESCO. (Foto: Dieter Jacobi)

Unter den großen Kirchen der Welt verkörpert der Kölner Dom den Typus der hochgotischen Kathedrale am reinsten und vollkommensten. Nur wenige große Bauten sind in allen Teilen so einheitlich ausgeführt wie er, und das trotz einer Bauzeit von 632 Jahren. Von 1248 bis etwa 1520 mühten sich die mittelalterlichen Meister um das riesige Werk, das sie schließlich nur zur Hälfte fertigstellen konnten. Doch schon damals prägte der Dom mit seiner eigenwilligen, unvollendeten Gestalt das Bild der Stadt, und erst recht seit seiner Vollendung im Jahre 1880 bildet er den eindeutigen Mittelpunkt der Stadt.

In den 870 geweihten Alten Dom, der als Mutter aller Kirchen Germaniens galt, zogen 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige ein. Dadurch wurde die Bedeutung der Kirche entscheidend gesteigert, und bald sann man auf einen neuen, größeren Bau.

Der Kölner Dom ist mit 157,38 Metern Höhe nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas. (Foto: Dieter Jacobi)

Der Kölner Dom ist mit 157,38 Metern Höhe nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas. (Foto: Dieter Jacobi)

So legte man 1248 den Grundstein zu einem unerhörten Werk. Vorbild waren die französischen Königskathedralen wie Chartres, Reims und Amiens. Nach Plänen von Meister Gerhard konnte der Chor 1322 einschließlich seiner bedeutenden Ausstattung vollendet und geweiht werden. Seit etwa 1360 war die riesige Westfassade im Bau, die größte Kirchenfront, die jemals gebaut wurde. Man hatte dafür bereits um 1290 einen über vier Meter hohen Pergamentplan gezeichnet, der heute noch erhalten ist. Bis zum Jahre 1520 wurden alle Schiffe des Langhauses bis zu einer Höhe von 13,50 m errichtet, und auch in den Nordseitenschiffen waren bereits sieben Joche mit einer Höhe von 19,80 m gewölbt. Jahrhunderte danach ruhte jede Bautätigkeit.

1842 begann man mit dem Weiterbau unter dem genialen Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner und am 15. Oktober 1880 wurde der Dom mit dem Aufsetzen der Kreuzblume auf den 157 m hohen Südturm vollendet, der damals der höchste Bau der Welt war.

Seine hohe Bedeutung als mittelalterliche Kirche erhält der Dom durch seine Fülle großartiger Kunstwerke. Unmittelbar dem Bau verbunden und von hoher Geltung sind die farbigen Glasmalereien, zum Beispiel die beiden Bibelfenster im Chorumgang (um 1260 und 1275), die berühmten Königsfenster im Chor-Obergaden mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige im Mittelfenster (um 1300) und die fünf prächtigen Renaissance-Fenster im nördlichen Seitenschiff (1507/09). Ihnen gegenüber die Bayernfenster (1848), die zu den großartigsten Glasmalereien des 19. Jahrhunderts überhaupt gezählt werden. Der Dom enthält so viele Glasflächen, dass man den Fußboden zweimal damit bedecken könnte. Seit 2007 verleiht das Fenster des weltbekannten Kölner Künstlers Gerhard Richter dem Dom eine weitere Attraktion – ein schillerndes Farbenspiel aus bunten Quadraten.

Aus der Vogelperspektive sieht man den Donm in direkter Nachbarschaft zum Kölner Hauptbahnhof. (Foto: Köln Tourismus)

Aus der Vogelperspektive sieht man den Donm in direkter Nachbarschaft zum Kölner Hauptbahnhof. (Foto: Köln Tourismus)

Kunstwerke höchsten Ranges sind das Gero-Kreuz (um 970 n.Chr.), die wohl älteste erhaltene Großplastik des Mittelalters in Europa, der Dreikönigenschrein (1180-1225), überragendes Werk der rheinmaasländischen Goldschmiedekunst, und der Altar der Stadtpatrone (Dombild, um 1450) von Stephan Lochner, das Meisterwerk der Kölner Malerschule. Fast vollständig erhalten ist die Chor-Ausstattung mit dem Hochaltar von 1322, dem Chorgestühl von 1310 aus Eichenholz, mit 104 Sitzen das größte in Deutschland, dahinter die Chorschranken mit ihren 42 Bildern aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die 14 Figuren an den Chorpfeilern mit ihren goldgemusterten Gewändern gelten als die elegantesten der deutschen Hochgotik.

Ein riesiges, kostbares Mosaik vom Ende des 19. Jahrhunderts bildet den Fußboden des Chores und des Chorumganges. Auf ihm ist in zahllosen Figuren und Inschriften ein Bild des mittelalterlichen Weltverständnisses ausgebreitet.

Hier noch ein paar Zahlen zum Kölner Dom für alle Statistikfreunde: Der Kölner Dom ist 144,58 Meter lang, im Querhaus 86,25 Meter breit und im Mittelschiff 43,35 Meter hoch. Der Dachfirst ist 61,10 Meter, der Dachreiter 109 Meter hoch. Die Fassade ist 61,54 Meter breit und 157,22 Meter hoch. Zur Aussichtsplattform steigt man 533 Stufen empor. Dabei kommt man an den sieben großen Glocken vorbei (drei kleine hängen im Dachreiter). Die größten sind: St. Peter (1923) 24 Tonnen, Pretiosa (1448) 11,2 Tonnen, Speciosa (1449) 6 Tonnen. Der Kölner Dom bedeckt eine Fläche von fast 8.000Quadratmetern und hat eine innere Nutzfläche von 6.166 Quadratmetern. Alle Fensterflächen machen über 10.000 Quadratmetr, alle Dachflächen 12.500 Quadratmeter aus. Der umbaute Raum beträgt ohne das aufwändige Strebewerk 407.000 Kubikmeter. Weitere Informationen unter www.koelner-dom.de.

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