Sascha Triemer – ein Deutscher in Dubai

Sascha Triemer
Vom Koch zum Vizepräsidenten – der Deutsche Sascha Triemer managet rund 900 Mitarbeiter im Wasserpark von Atlantis, The Palm in Dubai. – Foto Atlantis, The Palm

Seine Haar sind bereits grau. Und dies, obwohl er gerade mal 47 Lenze zählt. Dabei muss sich Sascha Triemer beruflich und privat eigentlich keine grauen Haare wachsen lassen. Denn der Deutsche hat in Dubai, genauer gesagt im Atlantis, The Palm sein Glück gefunden. Dabei gleicht seine Laufbahn dem amerikanischen Traum. Zwar ist er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, jedoch vom Koch zum Vizepräsidenten des größten Wasserparks der Welt aufgestiegen.

Triemer lernte sein Handwerk im Steigenberger in Bad Nauheim. Danach arbeitete er bis 2006 als Koch im Burj Al Arab, das sich in Sichtweite des Atlantis am gegenüberliegenden Strand erhebt. Anschließend wechselte Triemer für ein Jahr nach Kuala Lumpur in Malaysia, bevor er 2008 beim Atlantis anheuerte. Bis 2017 stand der Deutsche hier am Herd, bevor er zum Leiter der Food & Beverages erhoben wurde.

Zusammen mi seiner Familie fühlt sich Triemer in Dubai überaus wohl. – Foto Atlantis, The Palm/Sascha Triemer

Längst ist das kleine Emirat für ihn zur Heimat geworden. Hier lebt der im brandenburgischen Perleberg unweit von Schwerin geborene Triemer zusammen mit seiner kenianischen Frau und seinen zwei Kindern. Es ist ein Leben auf der Überholspur. Denn er hat nicht nur die Karriereleiter im Rekordtempo erklommen, sondern war auch immer am „place to be“, wie er sagt. Sascha Triemer, der heute 900 Mitarbeiter in seiner Verantwortung hat.

Ähnlichkeit zwischen Küche und Wasserpark

„Einen Wasserpark zu managen, ist so ähnlich wie eine Küche zu führen. Und das habe ich jahrelang gemacht.“ Triemer lacht und streicht sich durch das kurze, grau melierte Haar. Er hat die Gesichtsfarbe eines Mannes, der viel Zeit in der Sonne verbringt, wirkt entspannt und geschäftig zugleich. Wenn er spricht, tut er dies sehr schnell, so, als würde er seinen  Gedanken mit Worten hinterhereilen. Wer ihm folgen will, muss sich konzentrieren.

Das Aquaventure ist einer der größten Wasserparks der Welt. – Foto Atlantis, The Palm

So springt Triemer in der Zeit ein wenig hin und her, erinnert sich an seine Anfänge im beschaulichen Perleberg. „Ich habe sehr gerne gebacken, deshalb habe ich später auch eine Kochlehre angefangen“, erinnert sich Triemer. Sein Vater habe einen Freund im Steigenberger Hotel in Bad Neuenahr gehabt, dort machte er seine Kochlehre und fand Gefallen dran. Es folgten Stationen im Ausland, in Italien und England, später in Dubai und Malaysia. Dabei schaute er nicht nur in verschiedene Kochtöpfe, sondern konnte auch die Welt bereisen. Denn das war einer der Hauptgründe, warum es ihn überhaupt in die Hotellerie zog.

Sicherheit und hoher Lebensstandard

Dabei faszinierte ihn Dubai von Anfang an. „Ich hatte das Glück, im Burj Al Arab arbeiten zu können, das war schon etwas Besonderes“, schwärmt Triemer. Schließlich gehörte das Haus damals zu den teuersten und besten Hotels der Welt. Hier absolvierte er verschiedene Positionen, stieg schnell vom Sous Chef bis zum Executive Sous Chef in der Hauptküche auf. „Dubai ist die Stadt der Superlative. Das, was man hier erlebt, gibt es nirgends auf der Welt.“

Sascha Trimer an seinem Arbeitsplatz dem Aquaventure. – Foto Atlantis, The Palm

Der Wow-Effekt ist in dem Emirat allgegenwärtig. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es den Deutschen bald auf The Palm, die dicht bebaute Inselgruppe vor der Küste Dubais, in das Luxushotel Atlantis, The Palm zog. In dem 22 Stockwerke hohen Haus mit seinen 1.548 Zimmern und sieben Signature Suiten bekochte er die Gäste und koordinierte später hunderte von Mitarbeitern, meist aus verschiedenen Ländern. Diese Internationalität sei auch einer der positiven Aspekte Dubais. „Und auch die große Sicherheit. Hier kann man sein Auto offen stehenlassen, es passiert nichts. Auch der Umgang mit Covid-19 war vorbildlich. Ich würde, gerade in einer Krise, nicht woanders sein wollen.“

Gigantischer Wasserpark

In Dubai fühlt sich Triemer nicht nur sicher, hier hat er das Gefühl, an einer Vision teilzuhaben, Teil von etwas Großem zu sein. Auch Teil des Atlantis, The Palm. Denn auch dieses Haus kann, wie könnte es anders sein, mit etlichen Superlativen aufwarten. Es war das erste Resort, das auf The Palm eröffnete, betreibt beachtliche 28 Restaurants, und beherbergt eines der zehngrößten Aquarien der Welt mit 65.000 Meerestieren. Und nicht zuletzt: Es verfügt über den größten Wasserpark der Welt.

Sascha Triemer
Sascha Triemer hat mittlerweile fast 20 Jahre seines Lebens in Dubai verbracht. – Foto Karsten-Thilo Raab

Und genau diesem steht Sascha Triemer nun als Vice President Marine & Waterpark vor. Hier gilt es verschiedene Bereiche zu managen: den Vergnügungspark mit allerlei Wasserattraktionen oder auch den Marineteil mit den verschiedenen Meeresbewohnern, die hier leben. „2021 haben wir den Park neu eröffnet, es war eine logistische Herausforderung, aber es hat gut funktioniert“, freut sich Triemer. Er müsse für bis zu 7.500 Leute täglich den Aufenthalt im 22 Hektar großen Wasserpark so angenehm wie möglich gestalten, ihnen dabei helfen, in eine andere Welt einzutauchen.

Sensiucht nach Wise und Wäldern

Triemer selbst ist gerne Teil dieser anderen Welt. Um von der Arbeit abzuschalten, macht er viel Sport und auch da, liebt er die Herausforderung und betreibt Triathlon. Diverse Male hat er bereits einen Ironman absolviert. Und natürlich steht, wie könnte es anders in Dubai sein, die nächste Veränderung an. Denn direkt neben Atlantis, The Palm ist ein Schwesterhotel im Bau; ein weiteres faszinierendes Projekt, das Triemer in seinen Bann zieht. Gibt es denn nichts, was er aus Deutschland vermisst? „Doch die Jahreszeiten, das Grün einer saftigen Wiese oder die Wälder“, meint er. Dennoch zieht es ihn nicht weg aus Dubai.