Salzburg jubelt – zahlreiche Jubiläen laden 2016 in die Mozartstadt an der Salzach

Blick vom Münersteg auf die Salzburger Altstadt und auf die Festung Hohensalzburg.
Blick vom Münersteg auf die Salzburger Altstadt und auf die Festung Hohensalzburg.

Vor mehr als 400 Jahren begannen die mächtigen Fürsterzbischöfe, die Stadt Salzburg in ein barockes Juwel zu verwandeln. Beeindruckt vom üppigen Prunk des Kirchenstaates in Rom sollte auch die Hauptstadt des Salzburger Bistums neu erblühen. Vermögend geworden durch den Handel mit Salz, Gold und anderen Rohstoffen wurden die größten Architekten jener Zeit nach Salzburg eingeladen, um ein städtebauliches Kleinod zu schaffen, das heute als Weltkulturerbe der UNESCO geschätzt und geschützt wird.

Bis heute eignet sich diese prächtige Stadt hervorragend als Ziel für Kurzurlaube und Kulisse für Kulturfestivals. Im Jahre 2016 stehen davon besonders viele auf dem Programm. Viele davon sind mit dem berühmtesten Sohn der Stadt verbunden: Wolfgang Amadeus Mozart. Zwar hat die Stadt an der Salzach zahlreiche musikalische Talente hervorgebracht, aber kaum einer reicht an den Ruhm des als Wunderkind gefeierten Komponisten heran. 2016 feiert Salzburg nicht nur „200 Jahre Zugehörigkeit zu Österreich“, es gibt auch einige wichtige Jubiläen rund um den großen Sohn der Stadt, unter anderem feiert die Stadt den 260. Geburtstag Mozarts. Mozartliebhaber können in diesem Jahr also aus dem Vollen schöpfen und die Werke des Komponisten in allen Facetten erleben.

Mozarts Geburtshaus – wo alles begann

Seinem berühmtesten Sohn, Wolfgang Amadeus Mozart, hat Salzburg im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal gesetzt.
Seinem berühmtesten Sohn, Wolfgang Amadeus Mozart, hat Salzburg im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal gesetzt.

Salzburg ist die Geburtsstadt Mozarts, hier verbrachte er vierzehn Jahre seines 35-jährigen Lebens. Mit sechs Jahren schrieb er hier seine erste Komposition und mit elf Jahren seine erste Oper „Apollo et Hyacinthus“. Bei den Salzburger Erzbischöfen fand er im jungen Alter von 13 Jahren seine erste Anstellung und hier entstand etwa die Hälfte seiner Werke.

Das Wunderkind wurde am 27. Januar 1756 als Sohn von Leopold und Anna Maria Mozart im Haus Getreidegasse 9 geboren. Heute ist Mozarts Geburtshaus – mit der Wohnung der Familie Mozart im dritten Stock – eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Musikliebhaber aus aller Welt betreten täglich ehrfürchtig jene Räume, in denen der Salzburger Meister vor 260 Jahren geboren wurde und die Familie von 1747 bis 1773 lebte. Heute sind hier Familienporträts ausgestellt, Mozarts Kindergeige, seine Konzertgeige, sein Clavichord und sein Hammerklavier sowie Briefe, Noten und persönliche Gegenstände.

Pilgerstätte im Herzen von Salzburg: Das Geburtshaus von Mozart.
Pilgerstätte im Herzen von Salzburg: Das Geburtshaus von Mozart.

Als die Räume in dem alten Haus in der Getreidegasse zu klein wurden, übersiedelte die Familie Mozart im Jahre 1773 in ein größeres Haus jenseits des Flusses Salzach. In dieser neuen Heimat entstanden über 150 Werke – die letzten Kompositionen, bevor Mozart nach Wien zog. Am 16. Oktober 1944 zerstörte eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe beim ersten Luftangriff auf Salzburg zwei Drittel des Hauses. Übrig blieb nur der Trakt mit dem „Tanzmeistersaal“, dem Musiksaal der Familie Mozart. 1955 erwarb die Stiftung Mozarteum Salzburg den noch teilweise erhaltenen Tanzmeistersaal und 1989 das auf den Trümmern entstandene Bürohaus. In Anlehnung an historische Abbildungen des Hauses wurde das Gebäude neu aufgebaut.

Seit Januar 1996, also genau seit 20 Jahren, ist das Wohnhaus wieder zugänglich. Im ersten Stock befindet sich ein Museum, das die Geschichte des Hauses und das Leben der Familie Mozart in diesem dokumentiert. Im Mittelpunkt stehen die Reisen Mozarts und seiner Schwester Nannerl.

Im Mozart-Wohnhaus befindet sich seit 1989 die Mozart Ton- und Film-Sammlung. Hierbei handelt es sich um das größte Spezialarchiv für Bild- und Tonaufnahmen zu seinem Leben und Werk. Vor Ort können 26.000 Audiotitel (der älteste stammt von 1889) sowie 3.300 Videoproduktionen abgespielt werden.

Auch unabhängig von der Faszination Mozart gibt es in Salzburg einiges zu entdecken.
Auch unabhängig von der Faszination Mozart gibt es in Salzburg einiges zu entdecken.

Daneben verwaltet die Stiftung die Sammlung mit rund 190 Originalbriefen Mozarts, rund 370 Briefen seines Vaters sowie zahlreichen Briefen anderer Familienmitglieder. Wertvollster Besitz ist die außergewöhnlich bedeutende Sammlung von mehr als 110 Originalpartituren (Skizzen, Fragmente, Einzelwerke) aus des Meisters Hand. Neben der Autographensammlung beherbergt die Stiftung Mozarteum überdies die berühmte Bibliotheca Mozartiana, die mit rund 35.000 Titeln umfangreichste Mozart-Bibliothek der Welt.

Anlässlich der diesjährigen Jubiläen gibt es vom 21. bis 25. November 2016 eine Museumswoche mit dem Schwerpunkten „Tasteninstrumente“. Außerdem erinnert eine Ausstellung im Wohnhaus an Franz Xaver Mozart, den Sohn Wolfgang Amadeus – zu sehen bis Mitte September 2016.

Mozarteum-Orchester feiert 175-jähriges Bestehen

Das Mozarteum-Orchester Salzburg blickt nicht ohne Stolz auf eine 175-jährige Geschichte.
Das Mozarteum-Orchester Salzburg blickt nicht ohne Stolz auf eine 175-jährige Geschichte.

Die Idee zum Mozarteum-Orchester Salzburg entstand im Jahr 1841. Der „Dommusikverein und Mozarteum“ wurde mit Unterstützung von Mozarts Witwe Constanze und seinen beiden Söhnen ins Leben gerufen. 1908 wurde es erstmals „Mozarteum-Orchester“ genannt, seit 1939 ist es eine selbständige Institution und seit 1958 Symphonieorchester von Stadt und Land Salzburg. In seiner langjährigen Geschichte entwickelte es sich zu einem international anerkannten Kulturbotschafter der Mozartstadt.

Das Mozarteum-Orchester zählt 91 Musiker und ist ein „erlebbarer“ Klangkörper. Als Veranstalter zweier Konzertreihen – den Sonntagsmatineen im Großen Festspielhaus und den Donnerstagskonzerten in der Stiftung Mozarteum – zählt das Mozarteum-Orchester zu den wichtigsten Säulen des Salzburger Musiklebens. Stilistische Vielfalt und Flexibilität beweist es bei seinen über die gesamte Spielzeit laufenden Musiktheatervorstellungen im Salzburger Landestheater, dessen Repertoire von großer Oper bis hin zu Operette, Ballett und Musical reicht. 2016 spielt das Mozarteum-Orchester bei den Salzburger Festspielen (22. Juli bis 31. August 2016) unter anderem „Così fan tutte“, einige Mozart-Matineen und das Ballett „Romeo und Julia“.

(Fast) Alles Mozart!

Während der traditionellen Festspiele wird Salzburg zum Mekka der Kulturbeflissenen aus aller Welt.
Während der traditionellen Festspiele wird Salzburg zum Mekka der Kulturbeflissenen aus aller Welt. (Fotos Tourismus Salzburg)

Mozarts Musik ist in Salzburg allgegenwärtig: Die Salzburger Festspiele bieten glanzvolle Aufführungen von Opern des Meisters. Seine Werke erklingen bei den Schlosskonzerten Mirabell, den Konzerten auf der Festung Hohensalzburg, bei großen Orchesterkonzerten und lieblichen Serenaden, seine Kirchenmusik ist ein fester Bestandteil im sakralen Leben der Stadt. Das Salzburger Marionettentheater hat vornehmlich Mozartopern im Repertoire und begeistert damit Menschen aus aller Welt und die neue Konzertreihe „Mozart in Residenz“ widmet sich in seinen Aufführungen nicht nur der Musik, sondern auch den Briefen des Wunderkindes.

Wer sich auf eine Entdeckungsreise auf Mozarts Spuren begeben möchte, kann das in Salzburg aber auch außerhalb der Konzertsäle tun. Ein Rundgang auf den Spuren des Meisters führt zum Beispiel an den Mozartplatz mit dem bekannten Denkmal, in den Salzburger Dom, in dem das Taufbecken Mozarts steht, ins Schloss Mirabell, in dem die Familie Mozart musizierte, zu den Friedhöfen St. Peter und St. Sebastian, wo die Familienmitglieder Mozarts ruhen und zum Zauberflötenhäuschen im Garten des Mozarteums.

Informationen: Tourismus Salzburg, Auerspergstraße 6, 5020 Salzburg, Austria, Telefon 0043-662-889870, www.salzburg.info