Funfacts über Naturwunder in Victoria

Victoria
Ein faszinierende Laune der Natur: Loch Ard Gorge im australischen Victoria. – Fotos Visit Victoria

Faszinierende Fakten vom anderen Ende der Welt: In der Region Victoria im Südosten Australiens lässt sich eine grandiose Vielfalt an naturgegebenen Schätzen bewundern. Von traumhaften Küstenabschnitten und bizarren Felsformationen über beeindruckende Wasserfälle bis hin zu immergrünen Regenwäldern – das Ganze in Verbindung mit einer außergewöhnlich exotischen Tierwelt – präsentiert sich der Bundesstaat als vielfältiges und sehenswertes Reiseziel. Einige der Sehenswürdigkeiten wie die Twelve Apostels sind weit über die Grenzen Australiens hinaus bekannt – viele spannende Geschichten, die sich um die Naturwunder Victorias ranken, sind dagegen hierzulande kaum jemandem ein Begriff. Eine Auswahl der interessantesten Funfacts:

Eine (fast) perfekte Liebesgeschichte

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Die London Bridge ist schon vor Jahren ins Wasser geplumpst. –

Im Jahre 1878 kam es in den stürmischen Gewässern vor der Küste der heutigen Great Ocean Road mit seinen berühmten, schroffen Felsen entlang des Shipwreck Coast Abschnittes zu einem tragischen Schiffsunglück. Sämtliche Fahrgäste und Besatzungsmitglieder kamen bei der Katastrophe ums Leben – lediglich zwei Teenager, Tom Pearce und Eva Carmichael, überlebten. Aufgrund dieses Umstandes erlangten die Jugendlichen in der Folge überregionale Bekanntheit und viele Menschen hofften auf eine romantische Liebeshochzeit zwischen den beiden. Noch heute wird der Loch Ard Gorge, die Stelle des Unglücks, an der zwei Felssäulen aus dem Meer ragen, liebevoll Tom-und-Eva-Aussichtspunkt genannt – geheiratet haben die beiden jedoch Zeit ihres Lebens nicht.

Die höchsten Laubbäume der südlichen Hemisphäre

Auch die Flora und Fauna in Victoria ist – wie hier am Keppel Lookout bei Marysville – überaus faszinierend.

Australien und Victoria sind nicht nur die Heimat vieler aus deutscher Sicht äußerst exotischer Tierarten wie dem Koala oder dem Schnabeltier, sondern verfügen auch über eine arten- und abwechslungsreiche Flora, die weltweit ihres gleichen sucht. Mit am beeindruckendsten sind sicherlich die sogenannten Mountain Ash Bäume, im Deutschen unter dem Namen Riesen- oder Königseukalyptus bekannt. Der immergrüne Baum erreicht ein Alter von etwa 400 Jahren und wird bis zu 100 Meter hoch. Bei einem 1872 gefällten Exemplar wurde sogar eine Höhe von 132 Metern gemessen. Damit gilt der Riesen-Eukalyptus als höchster Laubbaum der südlichen Hemisphäre. Wer ein besonders schön geratenes Exemplar aus nächster Nähe betrachten möchte, pilgert am besten zum Ada Tree in Gippsland. Im Zuge einer rund eineinhalbstündigen Tour lässt sich das sehenswerte Areal rund um den gut 300 Jahre alten Giganten mühelos erwandern.

Von London Bridge zur London Arch

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Vom Shipwreck Walk bieten sich atemberaubende An- und Aussichten.

Zurück zur Great Ocean Road und der sich ständig verändernden schroffen Felsenküste im westlichen Teil der bekannten Traumstraße: Vor rund 20 Jahren begaben sich zwei Touristen auf die berühmte London Bridge Felsformation, um von dort aus den grandiosen Ausblick über den Pazifik zu genießen und das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen. Plötzlich passierte das Unglaubliche: Ein Teil der Gesteinsformation, der die Bridge mit dem Festland verband, brach ab und stürzte ins Meer. Die beiden Besucher hatten keine Möglichkeit mehr, das rettende Ufer zu erreichen und mussten stundenlang in Ungewissheit auf dem Felsen ausharren. Erst durch einen komplizierter Hubschraubereinsatz konnten die beiden nach einiger Zeit schließlich befreit werden. Heute wird die London Bridge aufgrund des Vorfalls auch London Arch genannt.

Ein Blick in die Sterne

Die Loch Ard Gorge lässt Besucher fast winzig erscheinen.

Der im Nordwesten des Bundesstaates gelegene Lake Tyrrell ist der größte Binnensalzsee Victorias. In den Wintermonaten in der Region verwandelt sich die Oberfläche des Sees auf beinahe magische Art und Weise in einen überdimensionalen Spiegel, in dem bei klarem Nachthimmel die Sterne unvergleichlich reflektiert werden. Dieses natürliche Schauspiel ist nicht nur beeindruckend anzusehen, sondern verlieh dem Lake Tyrrell einst wohl auch höchstwahrscheinlich seinen Namen: „Tyrrell“ oder „Direl“ ist das Aborigine-Wort für Weltraum. Auch tagsüber lassen sich bei ruhigen Windverhältnissen fast surreale Fotos des Sees, der zeitweise pink leuchtet, schießen. Im neuen Visitor Centre inklusive spektakulärer Aussichtsplattform erfahren Besucher alles Wissenswerte rund um diesen einzigartigen Ort.

Die älteste Kultur der Welt

Die älteste Kultur der Welt ist am Budj Bim beheimatet.

Das Gebiet rund um den erloschenen Vulkan Budj Bim im Südosten Victorias ist die einzige Sehenswürdigkeit in Australien, die aufgrund des kulturellen Wirkens der dort angesiedelten Aborigines zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. In der Region finden sich die Überreste der weltweit frühesten Beispiele für Aquakultur – das örtliche Volk der Gunditjmara nutzte schon vor mehr als 6.000 Jahren das Vulkangestein, um künstliche Teiche und Dämme anzulegen, Fischreusen zu konstruieren und den Wasserfluss aus dem nahe gelegenen Lake Condah zu regulieren. Spuren dieser ursprünglichen Zivilisation lassen sich rund um den Budj Bim noch heute auf mit Aborigines geführten Touren entdecken. Weitere Informationen unter de.visitmelbourne.com.

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.