Tropea – Balkon zum türkisblauen Meer

Stolz präsentiert sich die Santa Maria dell’Isola auf ihrem Felsen in Tropea . – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Sonnenverwöhnt, dramatisch gelegen und voller mediterraner Leichtigkeit: Hoch oben erhebt sich auf einem Felsplateau aus Kalkstein die prachtvolle Altstadt von Tropea, unten breitet sich ein türkisblaues Meer aus. Die 6.000-Seelen-Gemeinde, die im Jahre 2021 im Rahmen des beliebten italienischen TV‑Wettbewerbs „Borgo dei Borghi“, bei dem jedes Jahr die attraktivste kleine Stadt des Landes gekürt wird, zur schönsten Stadt Italiens gekürt wurde, liegt wie ein steinerner Aussichtsbalkon rund 50 Meter über dem Tyrrhenischen Meer.

Wahrzeichen dieses charmanten Fleckens im süditalienischen Kalabrien ist Santa Maria dell’Isola. Die Wallfahrtskirche mit ihren barocken Elementen thront auf einem freistehenden Sandsteinfelsen, der einst tatsächlich eine Insel war, bevor neben natürlichen Anlagerungen und einem Erdbeben im Jahre 1783 Land und Fels verbunden wurden.

Palazzi und Kopfsteinpflaster

Prachtvoller Blick von der Santa Maria dell’Isola auf Tropea. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Der Aufstieg über die in den Felsen gehauene Treppe belohnt mit famosen Blicken: rechts die Altstadt mit ihren Ocker- und Terrakottafassaden, dann die Bucht von Tropea mit dem Lido, an dem Sonnenschirme wie bunte Tupfer im Sand stecken.

Tropea
In den kühleren Gassen und Winkeln verbergen sich einladende Restaurants. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Tropeas Altstadt erweist sich als Labyrinth aus vielen, kaum mehr als zwei Meter breiten Gassen und Sträßchen, die sich zwischen Adelspalästen aus dem 17. und 18. Jahrhundert hindurchwinden. Die Blautblütigen, einst reich geworden durch Handel und Fischfang, bauten ihre Palazzi nicht selten direkt an die Klippe. So entstanden die berühmten „Affacci“ – Balkone und Fenster, die über dem Abgrund zu schweben scheinen.

Reizvolle Altstadt mit Charakter

Die Fußgängerzonen laden zum gemütlichen Einkaufsbummel ein. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Viele Häuser tragen noch die typischen Portale mit Familienwappen.  Heute haben sich in den Erdgeschossen Enoteche, die vollmundige Weine aus der Region anbieten, Gelaterien, mit spannenden Eissorten, und Botteghe, die ein buntes Sortiment feilbieten, eingerichtet.

Beeindruckende Bauten und Tore finden sich hinter vielen Ecken. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Wer durch die Via Umberto I schlendert, hört das Klappern von Espressotassen und wird sicherlich von dem bunten Angebot an Souvenirs und Leckereien verführt. Beliebt ist ebenfalls die Corso Vittorio Emanuele die zur Konkathedrale Maria Santissima di Romania führt.

Göttliche Fügung

Tropea
Lohnt einen Blick hinein, die Konkathedrale Maria Santissima di Romania. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Das Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert „zieren“ zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die im Kirchenschiff hängen – der Legende nach schlugen die Bomben ein, aber explodierten nicht. Dadurch waren die Schäden nur sehr gering, weil die Madonna di Romania die Stadt beschützte.

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Gut von der Madonna di Romania beschützt, ist die Konkathedrale Maria Santissima di Romania. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Diplom-Reiseleiterin Marion Schörgmayer, die aus Wien stammt, sich aber schon vor vielen Jahren in Tropea verliebt hat, meint leicht schmunzelnd, „aber wie immer gibt es auch in Tropea sehr viele Legenden, auf jeden Fall wird die Madonna di Romania noch heute sehr verehrt.“

Badespaß unter der Altstadt

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Beliebt für eine kühle Erfrischung: Spiaggia della Rotonda. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Tropeas Strände gehören nicht von ungefähr zu den meistfotografierten Italiens. Die Spiaggia della Rotonda liegt direkt unterhalb des Felsens von Santa Maria dell’Isola und ist durch ihre Sichelform vor Wind geschützt. Der Sand ist fein und flach abfallend, ideal für Familien.

Das glasklare, türkisfarbene Wasser zieht den Betrachter fast magisch in den Bann. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Traumhaft schön und herrlich einladend zum Plantschen und Abkühlen ist das glasklare, in allen erdenklich strahlende Blau des Meeres. Schnorchler finden hier zwischen Felsen Tintenfische, Muränen und bunte Lippfische. Sonnenanbeter ihren Lieblingsplatz und eben Familien genießen die Auszeit.

Historischer Charme

Der historische Charme ist wunderschön erhalten geblieben in Tropea. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Durch Tropeas Altstadt zu bummeln heißt, sich treiben zu lassen zwischen Palazzi mit verblassten Fassaden und dem Duft frisch gebackener Cipolle‑Focaccia. Hinter jeder Ecke öffnet sich ein neuer Blick: mal auf eine schmale Gasse, die im Schatten der Häuser kühl bleibt, mal auf einen Balkon, der wie zufällig das Tyrrhenische Meer einrahmt.

Tropea
Uralte Straßen, fast wie Schienen. Kommt ein Auto, heißt es Platz machen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Unzählige Kopfsteinpflaster zieren die Gassen. Ab und an schlängelt sich ein kleines Auto durch die Nebengassen, geführt wie auf Schienen durch größere Steinplatten die sich quasi weg-führend durch die schmucken Häuserfronten ziehen.

Die Schärfe Kalabriens

Souvenirs jeglicher Art verführen an jeder Ecke. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Tropea profitiert von über 300 Sonnentagen im Jahr. Das Mikroklima lässt Agaven, Opuntien, die Kakatusfeigen und Palmen gedeihen, während in den Hängen über der Stadt Wein, Oliven und die berühmte Cipolla Rossa di Tropea wachsen. Die rote Zwiebel, die seit 2.000 Jahren in der Region angebaut wird, findet sich in Salaten, Marmeladen, Pastagerichten und sogar in Eiscreme wieder.

Tropea
Nicht nur die berühmte Cipolla Rossa di Tropea Zwiebel wird für köstliche Aufstriche verarbeitet. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Ihre besondere Süße verdankt sie dem mineralreichen Boden und dem milden Meeresklima. Von Mai bis Oktober werden die Zwiebeln geerntet, zu Zöpfen geflochten und an Hauswänden zum Trocknen aufgehängt.

Genussmomente inklusive

An scharfen Peperoncinos, wie beim La Dispensa Della Nonna in der Via Umberto I 103, führt in Tropea kein Weg vorbei. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Auch an Peperoncinos führt in Tropea kaum ein Weg vorbei. Mit den kleinen Chilischoten wird zum Beispiel die Nduja, eine streichfähige Salami aus Schweinefleisch, gewürzt und auf geröstetem Brot oder in Pasta serviert wird. „Fileja con Nduja“ heißt das Nudelgericht, das in keiner Trattoria fehlt. Die dicke Fileja Nudel wird über einen Holzstab gewickelt. So entsteht die spiralförmige, hohle Form – perfekt, um würzige Saucen aufzunehmen. Dazu passt ein Glas Cirò Rosso, Kalabriens schmackhafter Rotwein, oder ein Weißwein aus Zibibbo-Trauben, die auch an den Hängen zum Capo Vaticano wachsen.

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Die kalabrische Küche zeigt in Tropea alle ihre köstlichen Facetten. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Fisch kommt fangfrisch auf den Tisch: Schwertfisch, Thunfisch, Sardellen. Das „Pesce Spada alla ghiotta“ mit Tomaten, Kapern und Oliven ist ein Klassiker. Zum Abschluss ein Tartufo di Pizzo – eine Eiskugel mit flüssigem Schokoladenkern.

Tartufo di Pizzo – eine Eiskugel mit flüssigem Schokoladenkern ist einfach mega lecker. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Auch wenn das Original eigentlich aus dem 20 Kilometer entfernten Pizzo stammt, gehört es in Tropea zum kulinarischen Pflichtprogramm. Von außen eher unscheinbar, innen ein vielschichtiges Gedicht für alle Eis- und Schokoladenliebhaber mit dicker Schokosoße im Kern. Und was liebt Diplom-Reiseleiterin Marion Schörgmayer so sehr an Tropea? „Hier hat man einfach alles, einen lebendigen Ort, traumhaft blaues Meer, köstliches Essen, eine spannende Umgebung und im Winter kann man sogar Ski fahren,“ fasst Marion Schörgmayer die Faszination des kleinen Örtchens an der Küste der Götter zusammen.

Tipps, um sich gut zu betten

Rund um Tropea lässt es sich auch wunderbar nächtigen. Zwischen eleganten Villen und charmanten und versteckten Boutiquehotels findet jeder sein Lieblingsplätzchen. Viele Unterkünfte thronen zudem mit Meerblick über oder an der Küste – perfekt für Sonnenuntergänge in Pastellfarben.

Besondere Momente in der Villa Paola zelebrieren. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Villa Paola in Tropea: Sei es in der Villa Paola, einem Kloster aus dem 16. Jahrhundert mit historischem Charme, mediterranem Garten, grandiosem Ausblick und exquisiter Küche. Perfekt für stilvolle Auszeiten um Tropea und Kalabrien zu erkunden. Weitere Informationen unter www.villapaolatropea.it 

Den mediterranen Garten des Baia del Sole Resort erkunden. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Baia del Sole Resort: Das kinderfreundliche Baia del Sole Resort lockt, nur 15 Minuten von Tropea entfernt, mit tollem Programm. Aber auch Paare oder Alleinreisende finden hier ihr persönliches Urlaubsparadies. Die Atmosphäre ist kalabrisch entspannt, so dass einem tollen Aufenthalt mit Blick auf den Stromboli nichts im Wege steht. Weitere Informationen unter www.baiadelsole.com  

Tropea
Echte Tiefenentspannung im Capovaticano Resort Thalasso Spa genießen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Capovaticano Resort Thalasso Spa: Im Capovaticano Resort Thalasso Spa nur circa 20 Autominuten von Tropea entfernt liegt die weitläufige Anlage an einem türkisblauen Strand. Großartig für Entspannung pur und für perfekte Wellnessmomente. Ein Ort, an dem die Tage langsamer werden und die Abende nach Salzluft und südlicher Gelassenheit duften. Weitere Informationen unter www.capovaticanoresort.it

Weitere Informationen

Lage: Tropea liegt im italienischen Kalabrien, rund 70 Kilometer südwestlich vom Flughafen Lamezia Terme.

Entspannte Anreise zum Flughafen in Lamezia Terme. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Anreise: Der internationale Flughafen Lamezia Terme wird aus Deutschland, Österreich und der Schweiz direkt angeflogen. Von dort aus fährt die Trenitalia-Regionalbahn in einer Stunde nach Tropea; der Bahnhof liegt oberhalb der Stadt, zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Ebenso gibt es Mietwagen oder Taxis.

Tropea und die Küste vom Meer aus erleben mit Syria Caliandro und Kapitän Pehuen del Rio von Amaresailing. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin

Tipp: Tropea ist Ausgangspunkt für Inselhopping zu den Äolischen Inseln inklusive dem berühmten Stromboli. Auch reizvoll ist die Tour entlang der Küste der Götter. Weitere Informationen unter www.amaresailing.com


Die Recherche fand auf Einladung / mit Unterstützung von der Mediterranean Hospitality Group und Global Communication Experts statt, ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung zu nehmen.

Susanne Timmann

lebt im Rheinland, ist aber in der Welt zuhause. Seit 2022 fungiert sie als stellvertretende Chefredakteurin des Mortimer Reisemagazins, für das sie Beiträge in Wort und (Bewegt-) Bild über Destinationen weltweit verfasst.