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Von 22. Oktober 2013 Mehr →

Der usbekische Unterm-Tisch-Treff

Eine "ganz normale" Wochenration Wodka für eine niedersächsische Rentnerin auf der Seidenstraße in Usbekistan. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Eine „ganz normale“ Wochenration Wodka für eine niedersächsische Rentnerin auf der Seidenstraße in Usbekistan. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Zu einer Fernreise gehört für viele eine entsprechende Vorbereitung. So lesen sich nicht wenige das notwendige Halbwissen über Sitten und Gebräuche, über Land und Leute im Vorfeld der Reise an. Dies taten offenbar auch zwei Damen gesetzten Alters, die ich zufällig auf der Seidenstraße in Usbekistan traf. Die beiden betagten Frauen hatten, wie sie mir bei einem Schlückchen Wodka versicherten, ihre ureigene Art der Vorbereitung auf die Reise in die unbekannten Gefilde unternommen.

Die beiden lebenslustigen Rentnerinnen hatten nämlich gelesen, dass die Speisen in diesem Teil Mittelasiens überaus fettig und ölig seien. Um etwaige Probleme im Magen- und Darmtrakt zu umgehen, sei es daher ratsam, so ihr Reiseratgeber, vor und nach jeder Mahlzeit einen Wodka zu trinken. Nun gehört dieser nicht zu den üblichen Getränken der beiden Kaffeetanten.

Da sie also nicht abschätzen konnten, wie viel Wodka sie für ihre siebentägige Reise benötigen würden, machten sie kurz entschlossen gemeinsam die Probe aufs Exempel. Sie schlappten in den nächsten Supermarkt, kauften ein paar Flaschen Wodka und nahmen eine Woche lang gemeinsam alle Mahlzeiten umrahmt von zwei Gläschen Wodka ein. Mit dem Ergebnis, dass sie im Selbsttest ertrunken, äh, ermittelt hatten, dass pro Kopf anderthalb Liter Wodka für die Reise genügen sollten. Sicherheitshalber gönnten sich die beiden Damen aus Niedersachsen noch eine zweite Testwoche.

Rückblickend versicherten beide unisono, sich nie fröhlicher auf eine Reise vorbereitet zu haben. Auch hätte ihnen allein die Erwähnung des Namens Usbekistan immer ein besonderes Lächeln ins Gesicht gezaubert. Nur wenn es an einem in der ehemaligen russischen Teilrepublik nicht mangelt, dann am Wodka. Für 3.000 bis 4.000 Sum, was etwa 1,20 bis 1,50 Euro entspricht, gibt es in jedem Restaurant ein großzügig eingeschenktes Glas Wodka.

Thekenbrust & ZackendruseUnd so tranken die beiden nicht nur vor und nach dem Essen einen Wodka, sondern immer auch zwischendurch ihren mitgebrachten Fusel, schließlich wollten sie die Flaschen nicht wieder mit zurück schleppen. Begleitet wurde die feuchtfröhliche Tour entlang der Seidenstraße regelmäßig von einem „Prost! Wir treffen uns unterm Tisch.“ So kann man sich den Urlaub auch schön trinken, obwohl Usbekistan, und insbesondere entlang der Seidenstraße dies wirklich nicht nötig hat. Und unterm Tisch haben sie mich auch allein gelassen…

Buchtipps: Karsten-Thilo Raab: Thekenbrust & Zackendruse, Westflügel Verlag, ISBN 978-3-939408-11-6, 12,50 Euro. Erhältlich ist das Buch im Buchhandel oder direkt beim Verlag.

Karsten-Thilo Raab: San Diego Waldfried,  (ISBN: 978-84-9015-620-9). Erhältlich  im Buchhandel oder direkt beim Verlag für 20,90 Euro.

Tipp: Die schönsten Impressionen aus Usbekistan hat Karsten-Thilo Raab unter dem Titel „Faszination Seidenstraße“ in einem Wandkalender zusammengestellt. Erhältlich ist dieser in den Formaten A2 bis A5 unter anderem im Kalendershop des Mortimer Reisemagazin und bei Amazon sowie im Buchhandel.

Archiviert unter Kurioses, Asien, Panorama, Usbekistan
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