Von 23. Juli 2020 Mehr →

Akko – Weltkulturerbe mit Kreuzritter-Geschichte

Akko

Blick aus der Vogelperspektive auf Akko, dessen Altstadt Weltkulturerbe der UNESCO ist. – Foto Itamar Grinberg

Akko ist nicht nur die nördlichste Stadt Israels – die ehemalige Festung der Kreuzritter zählt auch zu den schönsten Städten des Landes. Die sehr gut erhaltene Altstadt, seit 2011 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, ragt auf einer Landzunge weit ins Meer hinein. Die historische Stadtmauer und Festungsbauten, Tore, Moscheen, Minarette, Klöster und Kirchen sind beredte steinerne Zeugen der wechselvollen Geschichte der uralten Kreuzfahrerstadt. Überall begegnet man den Zeugnissen hellenistischer, römischer, christlicher und osmanischer Kultur. Akko war einst einer der wichtigsten Handelsplätze zwischen Asien und Europa und Drehscheibe der Verkünder und Eroberer. Während Apostel Paulus schon früh das Christentum nach Akko brachte, eroberte der englische König Richard Löwenherz im Jahr 1191 die Stadt und machte sie zur Heimat der Kreuzritter.

Wohnen im Freilichtmuseum

Blick in den historischen Speisesaal der Kreuzritter. – Foto Alla Laitus

Die Stadt am nördlichsten Ende der Bucht von Haifa gilt als besonders herausragendes Zeugnis der Kreuzritterzeit. Die Bauten in der Altstadt stammen größtenteils aus dem 18. Jahrhundert, als die Region zum Osmanischen Reich gehörte und die Paschas von Palästina Akko zu ihrer Residenzstadt machten. Unterhalb von ihnen ruhen jedoch noch die Fundamente der unterirdischen Anlagen der einst mächtigen Kreuzfahrer-Hochburg. Die Kreuzritter haben unter der Erde ein gewölbeartiges Netz aus Gassen und Sälen angelegt. Ein Teil davon wurde wieder begehbar gemacht und kann heute in der Zitadelle besichtigt werden, Ein besonders schönes Gewölbe in der Festungsanlage findet man im Refektorium, dem früheren Speisesaal. Ebenfalls sehr beeindruckend ist der Templertunnel, der erst 1994 entdeckt wurde und seitdem auch für Touristen zugänglich ist. Der unterirdische Fluchttunnel für die Ritter des Templerordens führt von ihrer Kreuzfahrtfestung zum Hafen.

Unteriridisch und geschichtsträchtig: der Tunnel der Tempelritter. – Foto Alla Laitus

Mit ihren verwinkelten Gassen, den Karawansereien, Bazaren und dem pittoresken Hafen wirkt die ehemalige Kreuzritterresidenz wie ein lebendig gewordenes Freilichtmuseum. Fischliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, denn in Akko gibt es gleich mehrere sehr gute Fischrestaurants.

Auch in der Gefangenenhalle lässt sich tief in die Geschichte eintauchen. – Foto Alla Laitus

Über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine exzellenten Gerichte ist das „Uri Buri“ im Hafen, das von dem deutschstämmigen Israeli Uri Jeremias betrieben wird. Besucher der alten Festungsstadt können ganz in das Flair eintauchen, denn zahlreiche Unterkünfte wie der Alma Apartmentkomplex liegen im Herzen der Stadt und bieten den Blick aufs Mittelmeer, laden zum Verweilen in üppigen Gärten ein und sind dank ihrer gut erhaltenen historischen Bausubstanz ein Erlebnis an sich.

Stranderlebnis am Mittelmeer

Irgendwie einladend wirkt das alte Türkische Bad. – Foto Alla Laitus

Die alte Hafenstadt bietet nicht nur ein ganz besonderes Flair, eine lange Historie und unvergleichliche Kulturschätze, sondern auch Strände direkt am Mittelmeer. Vom Argaman Beach aus hat man einen sensationellen Blick auf die schöne Altstadt von Akko und den Berg Karmel, an dessen Hängen Haifa liegt. Bekannt ist Akko auch für seine vielen Festivals und Opern, die hier als Open-Air-Events üblicherweise jedes Jahr in der imposanten Stadtkulisse aufgeführt werden.

Rundgänge, Ausflüge und Infrastruktur

Akko

Ob seiner überschaubaren Größe lässt sich Akko bequem zu Fuß erkunden. – Foto Itamar Grinberg.

Akko lässt sich gut zu Fuß entdecken. Dazu hat die Stadtverwaltung sieben abwechslungsreiche Themenrouten entworfen, entlang derer man die Stadt erkunden kann, wie eine „klassische“ Route, eine entlang der napoleonischen Besatzung bis hin zu einem Rundgang entlang der osmanischen und Kreuzritterhistorie. Näheres unter www.akko.org.il.

Zwischen Haifa und Akko verkehrt mehrmals täglich eine Fähre. – Foto Itamar Grinberg

Akko ist aber auch ein perfekter Ausgangspunkt, um weitere Highlights im Norden Israels zu erkunden. Da steht natürlich an erster Stelle die Nachbarstadt Haifa mit den Gärten der Baha’i, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Haifa, nur 25 Kilometer von Akko entfernt, ist die drittgrößte Stadt des Landes und liegt ebenfalls am Mittelmeer. Es gibt eine regelmäßige Fährverbindung zwischen beiden Städten: Die Fähre nach Haifa legt vom neuen Terminal im Hafen der Altstadt Akko Richtung Haifa ab und erreicht den Hafen in Haifa am Gate 5 unweit des Bahnhofs Haifa-Center-HaShmona.

Teile der historischen Stadtmauer und Befestigung sind noch immer gut erhalten. – Foto Itamar Grinberg

Weitere Ausflugsziele sind Rosh Hanikra, die legendären Kreidefelsen am Mittelmeer, sowie Safed, eine der vier Heiligen Städte im Judentum und Zentrum der Kaballalehre, oder auch der Berg Tabor, der Ort der Verklärung.

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