Pilgern zwischen Schwarzwald + Schwäbischer Alb

In der Region zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb hat das Pilgern eine lange Tradition. (Foto: R. Langenbacher)

Entschleunigen, den Alltag vergessen oder sich der Wander-Herausforderung stellen: Nicht nur aus religiösen Motiven entscheiden sich viele Menschen für eine Pilgerreise. Sie genießen die Ruhe, Natur und Langsamkeit. Pilgern liegt im Trend – so verzeichnete der Jakobsweg 2016 einen Pilgerrekord. Fast 300.000 Menschen liefen die Route nach Santiago de Compostela. Ein Netz von alten und neuen Pilgerwegen spannt sich auch zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb.

Schöne Natur, malerische Orte und zahlreiche Kulturdenkmäler wie etwa Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar: Entlang der 13 Pilgerwege gibt es viel zu entdecken. (Foto: djd)

Entlang dieser Wege können Pilger die landschaftliche Vielfalt der Region und zahlreiche kulturhistorische Sehenswürdigkeiten entdecken – nach Pilgertradition in Herbergen übernachten und sich die Stationen im Pilgerpass abstempeln lassen. Alle Wege sind mit dem europaweit verwendeten Symbol der Jakobsmuschel sowie Pfeilschildern ausgeschildert. Informationen sowie hilfreiche Tipps zum Wegenetz, Pilgerunterkünften und aktuellen Veranstaltungen finden sich unter www.jakobuswege-schwarzwald-alb.de.

Rottweil – Zentrum der Jakobusverehrung

Mit der Ausweisung der 13 Pilgerwege, die auch örtliche Wallfahrtsziele einbinden, wurden Lücken im europaweiten Netz der Jakobuswege geschlossen. (Foto: R. Langenbacher)

Der Neckar-Baar-Jakobusweg ist einer von 13 Pilgerwegen in der Region, die 2017 zehnjähriges Jubiläum feiern. Sein Wegverlauf orientiert sich an der alten Römer- und Handelsstraße von Rottenburg durch das Neckartal nach Rottweil, über Villingen bis zur Schweizer Grenze nach Schaffhausen. Wer den gesamten Weg erwandern möchte, braucht etwa sechs bis sieben Tage, aber auch Tagespilgern ist möglich. Die Bahn- und Busverbindungen zwischen Horb und Villingen erleichtern das.

Zur Tradition des Pilgerns gehört auch der Pilgerstempel. (Foto: R. Langenbacher)

Wie alt die Tradition des Pilgerns in der Region ist, zeigen die vielen Kirchen, Kapellen, Altäre und klösterlichen Niederlassungen, die dem Jakobus – dem Patron der Pilger – geweiht sind. Bedeutendes Zeichen für den Jakobuskult ist etwa die steinerne „Pilgerkrönung“ im Villinger Münster aus dem 13. Jahrhundert.

Das Kloster Kirchberg bei Sulz am Neckar ist ein ehemaliges Dominikanerinnenkloster. (Foto: djd)

Als Zentrum der Jakobusverehrung in der Region gilt Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs. Sehenswert sind hier unter anderem die verschiedenen Jakobusdarstelllungen im Heilig Kreuz-Münster. Hier erhalten die Wanderer im Übrigen auch ihren Pilgerstempel.

Quer durch den Schwarzwald pilgern

Jakobusdarstellung im Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil: Die älteste Stadt Baden-Württembergs gilt als regionales Zentrum der Jakobusverehrung. (Foto: djd)

Auch der Kinzigtäler Jakobusweg, der in verschiedenen Wegvarianten gegangen werden kann, ist ein Teilstück des weltbekannten Jakobswegs. In Tagesetappen zwischen 16 und 22 Kilometern durchquert er den Schwarzwald entlang der Kinzig von Ost nach West in einem idyllischen Flusstal. Er führt durch malerische Städtchen wie Loßburg über Alpirsbach und Wolfach bis nach Kehl. Auch der Start in Horb am Neckar ist möglich.

Übersichtskarte zu Pilgerwegen

Die Jakobuswege zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb sind mit dem europaweit verwendeten Symbol der Jakobsmuschel ausgeschildert.

Die Landkreise Rottweil, Schwarzwald-Baar-Kreis, Tuttlingen und Zollernalbkreis haben 13 Wege ausgewiesen und beschildert. Unterschieden wird zwischen Jakobuswegen und Pilgerwegen. Die Jakobuswege sind Teil des europäischen Jakobuswegenetzes, die Pilgerwege schaffen Verbindungen zwischen den Fernwegen und binden regionale Wallfahrtsziele ein. An vielen Orten sind Stempelstellen eingerichtet. Der entsprechende Pilgerausweis ist bei den örtlichen Tourist- Informationen oder den Kreisverwaltungen erhältlich. Ein kostenloses Faltblatt mit Übersichtskarte und Kurzbeschreibungen bietet nähere Informationen. Weitere Informationen bekommt man beim Landratsamt Rottweil, Telefon 0741-544578, E-Mail: tourismus@landkreis-rottweil.de sowie unter www.jakobuswege-schwarzwald-alb.de. (djd).

Die Menschen des Mittelalters verstanden die Pilgerschaft überwiegend als Buße. Heute bewegen die Pilger andere Fragen – wie zum Beispiel: Wie finde ich wieder zu mir selbst? (Foto: R. Langenbacher)

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G. Schröder

ist seit Kindestagen mit dem Reisevirus infiziert und bringt sich seit Jahr und Tag mit großem Engagement als gute Seele hinter den Kulissen in das Mortimer Reisemagazin ein.