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Von 6. August 2016 Mehr →

Nepal – Trekking entlang der Himalaya-Riesen

Nepal ist bekannt für sine atemberaubenden Ausblicke, wie hier auf dem Langtang-Trail von Kyanjin Gompa (3.810 m) ins Langshisha-Tal. (Foto Sophia Steck)

Nepal ist bekannt für sine atemberaubenden Ausblicke, wie hier auf dem Langtang-Trail von Kyanjin Gompa (3.810 m) ins Langshisha-Tal. (Foto Sophie Streck)

Nepal gehört zu den spektakulärsten Reisezielen – und dies keinesfalls nur, weil dort einige der höchsten Berge unseres Planeten aufgefaltet wurden. Das zwischen den Giganten Indien und China eingezwängte Land kann mit allen Klimazonen von tropisch bis alpin-arktisch aufwarten und ist die Heimat von über 70 Völkern mit über 50 Sprachen. Das hinduistische Königreich darf sich, gemeinsam mit Indien, als Geburtsstätte des Buddhismus bezeichnen. Vor allem im Himalaya fühlt sich ein großer Teil der Bevölkerung dieser Weltreligion verbunden.

Kathmandu als Startpunkt für Nepal-Touren

Die meisten Nepal-Reisen beginnen in der Hauptstadt Kathmandu. Nirgendwo kann kulturelle Vielfalt so hautnah erfahren werden wie in diesem fast beängstigend Trubel – Synthese einer jahrtausendealten Kultur und der Kakophonie einer Dritte-Welt-Metropole, in der das Chaos einziges Ordnungsprinzip zu sein scheint. Es lohnt jedoch unbedingt, sich auf das Abenteuer einzulassen und die manchmal versteckten Reize der Stadt zu entdecken.

Auch das ist Nepal: eine Sherpani schwer beladen auf dem Helambu Trail unterwegs. (Foto Sophia Streck)

Auch das ist Nepal: eine Sherpani schwer beladen auf dem Helambu Trail unterwegs. (Foto Sophie Streck)

Ein komplettes Kontrastprogramm hingegen bietet das Trekkinggebiet im ländlichen Nepal. Dieses befindet sich unmittelbar nordöstlich von Kathmandu und ist daher viel schneller und einfacher zu erreichen als andere Wandergebiete. Trotzdem zieht es, zu Unrecht (und zum Glück!), weit weniger Bergbegeisterte an als die bekannteren Regionen am Everest oder an der Annapurna.

Trekking vor den Toren der Hauptstadt

Wanderstrecken im Schatten von Baumriesen wechseln sich ab mit atemberaubenden Ausblicken auf die Schneegipfel und Hochtäler gleich an der tibetischen Grenze, wo ein Siebentausender, der Langtang Lirung, die Szenerie beherrscht. Im oberen Langtang-Tal, bei schon recht dünner Luft, werden Sie seine Gletscher erreichen.

Auf dem Langtang-Trail führt eine Hängebrücke über den Gletscherbach des Lirung-Gletschers. (Foto Sophie Streck)

Auf dem Langtang-Trail führt eine Hängebrücke über den Gletscherbach des Lirung-Gletschers. (Foto Sophie Streck)

Die Nähe zu Tibet macht sich auch kulturell bemerkbar, gehören doch die Bewohner der Region dem Lamaismus, der tibetischen Form des Buddhismus, an. Neben dem Volk der Tamang leben hier insbesondere Tibeter und Sherpa, die mit vielen legendären Gipfelexpeditionen in Zusammenhang gebracht werden.

Zwischen Hochalmen und Pilgerstätten

Ein altes Wegesystem verbindet die Siedlungen der ansässigen Bergvölker mit deren Hochalmen und Pilgerstätten. Die westliche Grenze markiert das Tal des in Tibet entspringenden Flusses Bhote Kosi, der wenige Kilometer weiter südlich den Namen Trisuli annimmt. Hier verlief bis zur vorübergehenden Schließung der nepalesisch-chinesischen Grenze eine Handelroute der großen tibetischen Salzkarawanen, die entscheidend zum früheren Reichtum des Kathmandu-Tals beigetragen haben.

Yaks grasen an vielen Orten - sowie hier vor der spektakulären Kulisse des Gangchenpo. (Foto Sophie Streck)

Yaks grasen an vielen Orten – sowie hier vor der spektakulären Kulisse des Gangchenpo. (Foto Sophie Streck)

Spannend sind die Begegnungen mit den Menschen, die unter schwierigen natürlichen Bedingungen eine ganz eigene, stark von Tibet beeinflusste Kultur pflegen. Berührungspunkte gibt es reichlich, da sich überall am Wegesrand Lodges und kleine Restaurants befinden, die schlichte Übernachtungs- und Versorgungsmöglichkeiten anbieten.

Kleine Lodges und Restaurants am Wegesrand

Wer  also keine weiteren alpinen Extreme vorhat, kann im gesamten Gebiet auf die Mitnahme von Zelt und Nahrungsmittelvorräten verzichten. Das Eintauchen in diese fremde Welt bietet eine perfekte Möglichkeit, dem stressigen Alltag zumindest für eine begrenzte Zeit zu entfliehen.

Die Begenung mit den Einheimischen - so wie hier mit Tamangkindern in Thambuchet - macht einen Teil der Faszination Nepal aus. (Foto Sophie Streck)

Die Begenung mit den Einheimischen – so wie hier mit Tamangkindern in Thambuchet – macht einen Teil der Faszination Nepal aus. (Foto Sophie Streck)

Besucher durchwandern entsprechend der stark differenzierten Höhenlagen eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Vegetationsformen vom fast tropisch anmutenden Bergwald in den tieferen Lagen bis zum kargen oberen Langtang-Tal im Inneren Himalaya. Immer wieder beeindrucken unglaubliche Aussichten auf die zum Greifen nahen Gipfel der Himalaya-Riesen.

Syabru Bensi als Startpunkt vieler Trekkung-Touren

Die Meisten Touren starten in Syabru Bensi (im Trisuli-Tal an der Straße nach Kathmandu gelegen). Die An- und Rückfahrt mit dem lokalen Bus nimmt etwa einen Tag in Anspruch. Von hier verläuft westlich des Langtang-Nationalparks die noch sehr ursprüngliche und wenig besuchte Rundtour durch das Tamang-Gebiet. Etwa fünf Tage geht es auf und ab durch Terrassenfelder und wunderschöne Landschaften mit dem Blick auf die Bergriesen des Langtang und Ganesh Himal.

Führt durch Schnee und Eis: der Gosainkund-Trail-Aufstieg zu den Gosainkund-Seen. (Foto Sophie Streck)

Führt durch Schnee und Eis: der Gosainkund-Trail-Aufstieg zu den Gosainkund-Seen. (Foto Sophie Streck)

Höhepunkte sind der herzliche Kontakt zu den Menschen, die buddhistische Tamang-Kultur sowie die Aussichtsberge Nagthali Ghyang (3.255 Meter) und Taruche (3.700 Meter) mit spektakulärem Rundumblick. Die Tour eignet sich gut als Startertour zur Akklimatisierung für weitere Erkundungen in der Langtang- und Gosainkund-Region, in der es sonst sehr schnell sehr hoch hinaufgeht.

Herrliche An- und Aussichten im Langtang-Tal

Auf jeden Fall lohnend ist ein etwa einwöchiger Abstecher in das grandiose Langtang-Tal im Herzen des Hohen Himalayas. Es wird vom über 7.000 Meter hohen Langtang Himal beherrscht und reicht im oberen Talbereich in der Nähe von Kyanjin Gompa (3.810 Meter) bis an dessen Gletscher heran. Von hier aus sind mehrere Ausflüge in die angrenzende Hochgebirgslandschaft wie die Besteigung der Aussichtsberge Khanjin Ri (4.595 Meter) und Tsergo Ri (4.984 Meter) möglich.

Ein Shiva-Heiligtum am Gosainkund-See. (Foto Sophie Streck)

Ein Shiva-Heiligtum am Gosainkund-See. (Foto Sophie Streck)

Von Syabru Bensi lässt sich je nach Akklimatisierungsstand in drei bis vier Tage nach Gosainkund aufsteigen. Den besonderen Reiz Gosainkunds machen die heiligen Seen aus, die sich weiter oben auf einer Höhe von über 4.000 Metern in einem zerklüfteten Höhenzug befinden. Jährlich im August, leider außerhalb der üblichen Trekkingsaison, ist eine große Zahl hinduistischer Pilger hierher unterwegs. Sie huldigen dem Gott Shiva, mit dem die Seen in Verbindung gebracht werden. Auch hier wartet auf Gipfelaspiranten eine neue Herausforderung – die Besteigung des Surya Peaks (5.070 Meter).

Durch wechselnde Vegetationszonen

Vom Seenplateau führt über den 4.600 Meter hohen Laurebina-La-Pass der Weg nach Helambu hinunter. Nach der Überquerung verändert sich erneut die Vegetation. Von alpinen Almwiesen führt der Weg hinab in dichte Rhododendrenwälder, die im Frühjahr in bunten Farben erblühen. Dieser Abstieg führt  je nach Routenwahl in wenigen Tagen zur Busstation.

Verschaufspause in luftiger Höhe auf dem Gosainkund-Train in Foprang-Danda. (Foto Sophie Streck)

Verschaufspause in luftiger Höhe auf dem Gosainkund-Train in Foprang-Danda. (Foto Sophie Streck)

Im Helambu-Gebiet ist in Lagen unter 3.600 Metern neben fantastischen Ausblicken auf die Eisgiganten in Richtung Tibet die besonders lebendige Sherpakultur in den vielen Dörfern am Wegesrand von Interesse. Für die gesamte Helambu-Rundtour sollte in etwa eine Woche einkalkuliert werden. Diese Tour ist neben Herbst und Frühjahr (Hauptreisezeit) auch im Winter empfehlenswert.

Stimmungsvolles Himalaya-Panorama beim Sonnenuntergang in Laurebina Yak mit Blick auf den Ganesh Himal. (Foto Sophie Streck)

Stimmungsvolles Himalaya-Panorama beim Sonnenuntergang in Laurebina Yak mit Blick auf den Ganesh Himal. (Foto Sophie Streck)

Eine Kombination aus allen vier Gebieten nimmt, je nach Planung und Anzahl von Ruhetagen, etwa 17 bis 22 Tage in Anspruch. Diese Kombination ist für den durchschnittlich körperlich fitten Wanderer, der mit Komfortverzicht umgehen kann, unbedingt zu empfehlen!

Der ultimative Ratgeber für Trekking in Nepal

Nepal-FührerGemeinsam mit Kay Tschersich hat Autorin Sophie Streck unter dem Titel Nepal: Langtang, Gosainkund, Helambu & Tamang Heritage Trail (978-3-86686-152-7) einen 192 Seiten starken Trekkingführer für die Region verfasst. Der Wanderführer umfasst Routenvorschläge im Tamang-Heritage-, Langtang-, Gosainkund- und Helambu- Gebiet. Alle vier Regionen sind sowohl als eigenständige Trekkingtour als auch sehr gut in Kombination möglich, so dass Sie die Tourlänge zwischen einer und drei Wochen variieren können. Zudem werden bei der Routenvielfalt sowohl Hobbywanderer als auch alpin erfahrenen Bergsteiger fündig. Erhältlich ist dieser für 14,90 Euro im Buchhandel oder direkt beim Conrad Stein Verlag. Neben 65 Bildern enthält das praktische Kompendium 24 Karten sowie 37 farbige Höhenprofile.

Eigentlich sollt der Titel schon 2015 neu erscheinen, doch dann wurde Nepal bekanntlich von einer Reihe schwerer Erdbeben erschüttert. Diese verwüsteten große Teile des Landes und die in diesem Buch beschriebenen Trekkingregionen. Nach den Beben folgten politische Katastrophen und Wiederaufbauschwierigkeiten. Die schrecklichen Bilder haben die Welt erschüttert und stecken noch immer fest im Gedächtnis der Einheimischen und aller Nepalfreunde.

Gipfelfreude bei Sophie Streck auf dem 5.070 Meter hohen Surya Peak.

Gipfelfreude bei Sophie Streck auf dem 5.070 Meter hohen Surya Peak.

Für die Autoren stand schnell fest, dass ein Wiederaufleben des Tourismus unbedingt notwendig ist, um den betroffenen Regionen nachhaltig zu helfen. Nach erneuter Reise war das Ergebnis eindeutig – die Langtang-Region ist nach wie vor mehr als ein Besuch wert! So möchten  Kay Tschersich und Sophie Streck alle Menschen mit diesem aktualisierten Reiseführer ermuntern, diese Region auch in Zukunft zu besuchen und sich damit am Wiederaufbau aktiv zu beteiligen.


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