Von 27. März 2014 Mehr →

Nachwirkungen des Fluges MH370 – Malaysia Airlines Manager David Raj im Interview

avid Raj, zuständiger Malaysia Airlines Manager für Deutschland und die Schweiz, mit zwei Crewmitgliedern von Malaysia Airlines. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

David Raj, zuständiger Malaysia Airlines Manager für Deutschland und die Schweiz, mit zwei Crewmitgliedern von Malaysia Airlines. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Das mysteriöse Verschwinden des Fluges MH370 am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord hat Malaysia Airline weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem die renommierte Fluggesellschaft gemeinsam mit den Tourismusbehörden des Landes das Themenjahr „Visit Malaysia 2014“ als Partner bewerben wollte, mit dem Ziel, mehr Menschen aus allen Teilen der Welt für die Schönheit des südostasiatischen Landes zu begeistern. David Raj, zuständiger Malaysia Airlines Manager für Deutschland und die Schweiz, stellte sich dem Mortimer Reisemagazin zum Interview.

Mortimer Reisemagazin: „Das Verschwinden der Boeing 777-200 auf dem Flug MH370 wirft natürlich Fragen nach der Sicherheit an Bord von Malaysia Airlines Maschinen auf?“

David Raj: „Natürlich möchte ich mich nicht an den Spekulationen über das Verschwinden der Maschine beteiligen. Vielmehr möchte ich darauf hinweisen, dass Malaysia Airlines eine der sichersten und renommiertesten Airlines der Welt ist. Wir fliegen nun seit 1947 und hatten in all den Jahren nur zwei Zwischenfälle zu vermelden– einmal 1977 und einmal 1995.“

Heimatflughafen und wichtigstes Drehkreuz für Malaysia Airlines: der Flughafen in Kuala Lumpur.

Heimatflughafen und wichtigstes Drehkreuz für Malaysia Airlines: der Flughafen in Kuala Lumpur.

Mortimer Reisemagazin: „Gemeinsam mit den Tourismusbehörden des Landes haben Sie das Themenjahr „Visit Malaysia 2014“ ausgerufen, um das Land und damit auch die Fluglinie in den Fokus zu rücken. Und bei der weltweit größten Tourismusbörse, der ITB in Berlin, war Malaysia Anfang März Kulturpartner. Hat dies positive Auswirkungen gehabt?

David Raj: „Ja, definitiv. Malaysia Airlines hatte schon in der jüngeren Vergangenheit ein positives Wachstum zu verzeichnen. Auf unseren weltweiten Routen verzeichnen wir eine 90-prozentige Auslastung mit 47.000 Passagieren pro Tag.“

Lädt zum entspannten Warten ein: Die Lounge von Malaysia Airlines.

Lädt zum entspannten Warten ein: Die Lounge von Malaysia Airlines.

Mortimer Reisemagazin: „Gibt es auch eine positive Entwicklung mit Blick auf den deutschen Markt?“

David Raj: : „Auch hier ist die Entwicklung positiv. 2012 flogen 131.277 Menschen von Deutschland nach Kuala Lumpur, im vergangenen Jahr waren es dann schon 136.749.“

Mortimer Reisemagazin: „Wie erklären sie sich diese Zuwächse?“

David Raj: „Ganz entscheidend war wohl unser Beitritt in die One World Alliance. Damit haben Reisende aus Deutschland nicht nur die Möglichkeit, fünfmal pro Woche direkt von Frankfurt nach Kuala Lumpur zu fliegen, sondern auch zweimal täglich Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Stuttgart und München aus über unsere One-World-Drehkreuz in London-Heathrow nach Kuala Lumpur und haben auch Anschluss an 900 Reiseziele in 150 Ländern weltweit.“

Der Kuala Lumpur International Airport soll sich noch stärker als Hub für Flüge nach Australien und Neuseeland etablieren. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Der Kuala Lumpur International Airport soll sich noch stärker als Hub für Flüge nach Australien und Neuseeland etablieren. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Mortimer Reisemagazin: „Gibt es besondere Anreize, mit denen Malaysia Airlines versucht, noch mehr Passagiere für sich zu begeistern?“

David Raj: „Im Rahmen unsere Marketingaktivitäten zum Themenjahr „Visit Malaysia 2014“ gewähren wir ganzjährig einen 20-prozentigen Rabatt auf unsere Flugpreise. Zudem bieten wir für alle, die beispielsweise nach Australien und Neuseeland, Bali oder Phuket weiterfliegen,zwei kostenenfreie Stoppover beispielsweise in Kuala Lumpur an.“

Mortimer Reisemagazin: „Gerade auf den Strecke nach Neuseeland und Australien ist die Konkurrenz groß – insbesondere aus dem arabischen und asiatischen Raum. Womit möchte Malaysia Airlines hier im internationalen Vergleich punkten?“

David Raj: „Wir wollen versuchen, Kuala Lumpur noch stärker als internationalen Hub zu etablieren. Unser großes Plus sind dabei fraglos Freundlichkeit, Service und Qualität. Davon zeugen auch die mehr als 100 internationalen Auszeichnungen, die Malaysia Airlines im Laufe seiner Geschichte bereits erhalten hat. So wurden wir im vergangenen Jahr zu „Asia’s Leading Airline“ gekürt, dürfen uns 5-Star-Airline nennen, unser Kabinenpersonal ist schon mehrfach als „Best Cabin Staff“ ausgezeichnet worden und wir servieren mit unseren Satay-Spießen eine im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Speise, die mit dem „World’s Best Airline Signature Dish 2013“ prämiert wurde.“

Modern und leistungsstrak: Der Kuala Lumpur International Airport. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Modern und leistungsstrak: Der Kuala Lumpur International Airport. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Mortimer Reisemagazin: „Gleichwohl gibt es immer auch wieder ein wenig Kritik ob der Sitzabstände in der Economy Class. Gibt es hier Pläne, für ein entsprechend höheres Entgelt Sitze in einer Premium Economy Class anzubieten?“

David Raj: „Derzeit haben wir keine derartigen Pläne. Wir haben größere Sitzabstände getestet, doch die Nachfrage war zu gering. Was sicher darin begründet liegt, dass das Gros unserer Passagieren aus dem asiatischen Raum stammt und die Menschen dort deutlich kleiner sind als viele Mitteleuropäer. Und da unsere Maschinen auf wechselnden Routen eingesetzt werden, würde es keinen Sinn machen, nur einige der Flugzeuge entsprechend umzurüsten.“

Mortimer Reisemagazin: „Welche Pläne hat Malaysia Airlines für die künftige Entwicklung?“

David Raj: „Derzeit ist unsere Flotte im Schnitt 6,6 Jahre alt. Wir wollen zwischen 2015 und 2018 unsere Flotte mit derzeit 95 Maschinen weiter verjüngen und gleichzeitig gezielt ausbauen. Offen ist derzeit noch, ob wir hier verstärkt auf Boeing oder Airbus Maschinen setzen werden. Gleichzeitig arbeiten wir an der Verbesserung unseres Services auf dem Boden. So haben wir Anfang des Jahres in Kuala Lumpur unsere neue, exklusive Golden Lounge eingeweiht.“

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