Wandern mit Aussicht: Der Kyffhäuserweg

Das Residenzschloss in Sondershausen - es ist nicht nur eine Attraktion der Kyffhäuserregion, sondern auch ein Schauplatz des Thüringentags 2013. (Foto: TV Kyffhäuser)
Das Residenzschloss in Sondershausen – es ist nicht nur eine Attraktion der Kyffhäuserregion, sondern auch ein Schauplatz des Thüringentags 2013. (Foto: TV Kyffhäuser)

Schon auf kurzen Wanderstrecken kann man etwas für einen ausgewogenen Blutdruck und gegen zu viele Pfunde auf den Rippen tun – das haben Forscher der Universität Halle-Wittenberg in einer aktuellen Studie belegt. Der Deutsche Wanderverband hat sie initiiert und er empfiehlt auch gleich die Wege, auf denen Gesundheitsbewusste unterwegs sein können. Denn diese bekommen das Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“, das nach bundesweit einheitlichen Kriterien vergeben wird.

Das Kyffhäuserdenkmal wird derzeit restauriert - man kann allerdings dennoch hinaufklettern und einen Rundblick bis zum Brocken im Harz genießen. (Foto: TV Kyffhäuser)
Das Kyffhäuserdenkmal wird derzeit restauriert – man kann allerdings dennoch hinaufklettern und einen Rundblick bis zum Brocken im Harz genießen. (Foto: TV Kyffhäuser)

Der Kyffhäuserweg in einem der kleinsten deutschen Mittelgebirge, dem Kyffhäusergebirge im Norden Thüringens, hat das Siegel bekommen. Rund 32.800 Wanderer waren 2012 auf den 37 Kilometern unterwegs – das ist nach Angaben des Tourismusverbands Kyffhäuser eine Steigerung um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Drei Etappen bieten sich an, um die Region auf dem wohl bekanntesten Rundweg der Gegend kennenzulernen. Zunächst aber sollte man sich im Regionalmuseum in Bad Frankenhausen an einem Info-Touch-Point über die vielen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand informieren. Von dort aus geht es auf in die ungewöhnlich geformten Gipsfelsen des Südkyffhäusers: Vom „GeoPfad“ eröffnen sich dort weite Ausblicke in die Täler des Naturparks, am Ende des Pfads liegt die Barbarossahöhle Rottleben, Europas einzige Schauhöhle im Anhydritgestein. Der Sage nach schläft hier Kaiser Friedrich Barbarossa seit Jahrhunderten. Sogar sein Stuhl und sein Tisch sind zu besichtigen.

Mitten durch den Naturpark des Thüringer Kyffhäusergebirges führt der Kyffhäuserweg. Er umfasst drei Tagesetappen. (Foto: TV Kyffhäuser)
Der Kyffhäuserweg trägt das Gütesiegel des Deutschen Wanderverbands und wird unter Naturfreunden immer beliebter. (Foto: TV Kyffhäuser)

Die zweite Etappe führt in den Kyffhäuserwald, wo man versteckte Burgen ausfindig machen kann. Eine der reizvollsten ist die alte Reichsburg Kyffhausen mit den romantischen Ruinen der Unterburg. Gleich nebenan lässt sich das 81 Meter hohe Kyffhäuser-Denkmal erklimmen. Von dort aus kann man bis zum Brocken im Harz schauen.

Durch Obstwiesen werden die Gäste auf der dritten Etappe bergab geleitet, bis sie zu der einzigen vollständig ausgegrabenen Pfalz Deutschlands gelangen. Die Königspfalz Tilleda war einst Kaiser Barbarossas Heimat und eröffnet jetzt als Freilichtmuseum Einblicke in den Alltag des Mittelalters. Einige Zeit nach den Glanzzeiten Tilledas, im 16. Jahrhundert, war die Region des Kyffhäusers Schauplatz der entscheidenden Schlacht des Bauernkriegs. Die Personen dieser Epoche werden für die Wanderer im Panorama Museum, dem größten Rundgemälde Deutschlands, wieder lebendig – bevor der Rundweg zurück nach Bad Frankenhausen führt.

Die Obstwiesen am Rande des Kyffhäuserwegs laden zum Naschen von Kirschen ein. (Foto: TV Kyffhäuser)
Die Obstwiesen am Rande des Kyffhäuserwegs laden zum Naschen von Kirschen ein. (Foto: TV Kyffhäuser)

Unterwegs kann man immer wieder über das Handy begleitende Hörerlebnisse abrufen und kurzen Geschichten aus der Region lauschen. Smartphone-Nutzer bekommen an einigen Punkten via QR-Code zusätzliche Informationen. Erläuterungs- und Informationstafeln entlang des naturnahen Wegeverlaufs runden das Angebot ab, das nicht nur für sportliche Wanderer geeignet ist, sondern auch für Spaziergänger.

Weitere Informationen unter www.kyffhaeuserweg.info (djd/pt).