Von 17. Mai 2015 Mehr →

Santiago de Chile – Wundertüte im Anden-Schatten

Pulsierende 6,5-Millionen-Metropole an den Ausläufern der Anden: Santiago de Chile. (Foto Javmoraga)

Pulsierende 6,5-Millionen-Metropole an den Ausläufern der Anden: Santiago de Chile. (Foto Javmoraga)

Vor der mächtigen Kulisse der Andenkordillere beeindruckt Santiago de Chile mit einer Mischung aus spanischer Kolonialstadt und modernem Großstadtflair. Prächtige Herrenhäuser und Paläste kontrastieren mit mächtigen Wolkenkratzern. In der chilenischen Hauptstadt begegnet man dem perfekten Mix aus Tradition und Moderne, Ruhe und regem Treiben sowie Internationalität und typisch lateinamerikanischer Atmosphäre.

Nachts prächtig illuminiert: das Museo Histórico Nacional. (Foto Alonso Jiménez Quesada)

Nachts prächtig illuminiert: das Museo Histórico Nacional. (Foto Alonso Jiménez Quesada)

Im Unterschied zu vielen anderen südamerikanischen Metropolen glänzt Santiago durch Sauberkeit, hohen Lebensstandard und ein effizientes Metronetz. Die Metropole gilt als das uneingeschränkte Zentrum des Landes und alle wichtigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Institutionen sind hier zu finden. Die knapp 6,3 Millionen Einwohner zählende Stadt ist der ideale Ausgangsort für Ausflüge ans Meer, in die Berge und in die Weinregionen.

Das zentral gelegene Lastarria-Viertel zählt wegen seiner einzigartigen Atmosphäre zu den beliebtesten Ecken der Hauptstadt. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wirkte hier die Bohème, die in den späten 1990er Jahren zurückkehrte und viele verlassene Gebäude restaurierte und mit einer Vielzahl hübscher Geschäfte, ausgefallener Boutiquen, Gourmet-Restaurants, Bars und Cafés füllte und zu neuem Leben erweckte. Hier wird geschlemmt, gebummelt und schick flaniert.

Wöchentlich findet in der Fußgängerzone zwischen den Straßen Merced und Rosal, von Donnerstag bis Samstag ab 10 Uhr morgens ein Antiquitäten- und Büchermarkt statt. Im Parque Forestal findet man Ruhe und Erholung zwischen schattenspendenden Platanen und kann perfekt einen Besuch im dortigen Museo de Bellas Artes und rückseitig gelegenen Museo de Arte Contemporáneo anschließen. Für Kunstinteressierte gleichfalls interessant ist das moderne Museum Visueller Künste (Museo de Artes Visuales, MAVI), an der Plaza Mulato Gil de Castro.

Prächtiges Gotteshaus: die Catedral de Santiago. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Prächtiges Gotteshaus: die Catedral de Santiago. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer in Santiago de Chile das Nachtleben kennen lernen will, ist im malerischen Vergnügungsviertel Bellavista, nördlich des Río Mapocho, genau richtig. Zahlreiche Restaurants, Cafés, Bars mit LiveMusik und Diskotheken säumen die Straßen, wo sich Jung und Alt treffen, um die Nacht zum Tage zu machen. Tagsüber geht es hier eher ruhig zu, dann empfiehlt es sich am Paseo de las Artes, zwischen den Straßen Ernesto Pinto Lagarrigue und Antonia López de Bello, entlang zu spazieren und die bemalten Fassaden, bunten Steinmosaike sowie kunstvoll gestalteten Bänke zu bestaunen.

Eine der liebsten Freizeitbeschäftigung der Chilen: Schach spielen unter freiem Himmel wie am Plaza de Armas. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Eine der liebsten Freizeitbeschäftigung der Chilen: Schach spielen unter freiem Himmel wie am Plaza de Armas. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Literaturliebhaber sollten einen Abstecher in das Stadtdomizil des Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda unternehmen; das Haus La Chascona steht in der Calle Fernando Marqués de la Plata. Und auch der 880 Meter hohe Hausberg Santiagos, der Cerro San Cristóbal samt Marienstatue lässt sich am besten von hier aus erwandern oder per Seilbahn besuchen. Bei klarer Sicht eröffnet sich von dort oben ein wunderschöner Ausblick über Santiago und die Anden.

Überall im Stadtgebiet von Santiago de Chile sind die Ausläufer der Anden sichtbar. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Überall im Stadtgebiet von Santiago de Chile sind die Ausläufer der Anden sichtbar. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Geschichtsinteressierte kommen im alten Stadtzentrum von Santiago de Chile voll auf ihre Kosten. Rund um die Plaza de Armas reihen sich die Kathedrale, das Rathaus, die Hauptpost und das Historische Museum (Museo Histórico Nacional). In den Grünanlagen, den luftigen Arkaden und unter der Statue des bronzenen, hoch zu Ross sitzenden Pedro de Valdivia schwatzen die Alten, flirten Liebespaare und spielen kleine Kinder Fangen.

Geschichtsträchtig und zentral gelegen: der Präsidentenpalast in Santiago de Chile. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Geschichtsträchtig und zentral gelegen: der Präsidentenpalast in Santiago de Chile. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Von dort aus gelangt man durch den Paseo Ahumada und die Agustinas zum geschichtsträchtigen Präsidentenpalast La Moneda, wo sich 1973 der Militärputsch ereignete. Fußläufig ist von hier aus der Mercado Central erreichbar. Das wunderschöne Marktgebäude aus dem Jahre 1872 gilt als kulinarisches Herz der Hauptstadt. Bei buntem Markttreiben, können hier insbesondere frischer Fisch und Meeresfrüchte gekauft werden und in kleinen Restaurants die lokalen Köstlichkeiten probiert werden. Weitere Informationen unter www.chile.travel 


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