Provokative Kunst aus China in Groningen: Ai Weiwei kuratiert FUCK OFF 2

Ai Weiwei,  Feng Boyi und Mark Wilson präsentieren die Werke von 37 chinesischen Avantgarde-Künstlern im Groninger Museum.
Ai Weiwei, Feng Boyi und Mark Wilson präsentieren die Werke von 37 chinesischen Avantgarde-Künstlern im Groninger Museum.

Das Groninger Museum präsentiert bis zum 17. November 2013 die Ausstellung FUCK OFF 2 in Anlehnung an die berüchtigte Ausstellung FUCK OFF von Ai Weiwei und Feng Boyi in Shanghai aus dem Jahr 2000. Die Kuratoren Ai Weiwei, der Kunstkritiker Feng Boyi und der leitende Kurator des Groninger Museums Mark Wilson präsentieren die Werke von 37 chinesischen Avantgarde-Künstlern und Künstlergruppen, darunter auch ein Werk von Ai Weiwei. Die Ausstellung hinterfragt das aktuelle soziale, rechtliche und politische Klima in China.

FUCK OFF 2 ist eine Fortsetzung zu FUCK OFF, der bahnbrechenden Ausstellung in Shanghai des international bekannten Künstlers und Aktivisten Ai Weiwei und Feng Boyi. Die Ausstellung fiel im Jahr 2000 wegen ihrer angeblichen, radikalen Inhalte der Zensur durch die chinesischen Behörden zum Opfer. Dreizehn Jahre nach der ersten Ausstellung ist FUCK OFF 2 aktueller denn je, denn sie hinterfragt die künstlerische Freiheit in China und die immer noch repressive Haltung der chinesischen Regierung gegenüber einzelner Künstler und deren Aktivitäten.

Der Chinese Ai Weiwei steht im Fokus der Groniunger Ausstellung.
Der Chinese Ai Weiwei steht im Fokus der Groniunger Ausstellung.

Die Ausstellung unterstreicht einmal mehr die besondere Beziehung zwischen der Stadt Groningen und Ai Weiwei. Denn das Groninger Museum war bereits 2008 Gastgeber der erst zweiten Solo-Ausstellung des chinesischen Künstlers. Außerdem erwarb es für die eigene Museums-Kollektion die Werke WATER MELONS (2007) und GRAPES (2009) direkt vom Künstler, mit Unterstützung der Mondriaan Stiftung und der BankGiro Loterij.

Ai Weiwei (1957) ist einer der bedeutendsten chinesischen Künstler der Gegenwart. Seine Arbeit umfasst Performances, Installationen und Architektur. Sein künstlerisches Schaffen begann 1978 als Mitglied der Künstlervereinigung “Xingxing” (die Sterne). Nachdem die Vereinigung aufgelöst wurde, ließ er sich ab 1983 in New York nieder. Nach seiner Rückkehr 1993 nach Peking begann er, traditionelle chinesische Elemente in seine Arbeit einzubeziehen, mit deren politischen und nationalen Symbolkraft er spielt und auch provoziert. Im Jahr 2007 gründete er “China Art Archives and Warehouse” in Peking, eine Plattform für junge und experimentelle Künstler. 2008 war er an der Gestaltung des Olympiastadions in Peking beteiligt. Weitere Informationen zur Ausstellung FUCK OFF 2 gibt es hier

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Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.