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Von 30. März 2019 Mehr →

Montenegro – Natur pur im Land der schwarzen Berge

Montenegro verfügt nicht nur über eine traumhafte schöne Küstenlinie.

James Bond hat gelogen. Nachweislich. In „Casino Royale“ gaukelte der Geheimagent seiner Majestät im Jahre 2006 gleich Millionen von Kinozuschauern vor, das legendäre Pokerturnier mit Bösewicht Le Chiffre würde im Hotel Splendide in Montenegro steigen. Doch diese Nobelabsteige gibt es gar nicht. Tatsächlich diente das Grandhotel Pupp im tschechischen Karlsbad als Kulisse für die Außenaufnahmen. Dabei hätte es für die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson gar nicht dieser Mogelpackung bedurft, denn Montenegro selber verfügt über eine Vielzahl an Prachtbauten und Palästen. Mehr noch kann das nur knapp 14.000 Quadratkilometer große Land mit filmreifen Kulissen en masse aufwarten. Neben mittelalterlichen Städtchen und Dörfern, prachtvollen Klöstern, Kirchen und Moscheen ist vor allem die landschaftliche Vielfalt das Fund, mit dem der seit dem Jahre 2006 unabhängige Balkanstaat wuchern kann.

Weit mehr als 100 Strände finden sich an der montenegrischen Adria-Küste.

In Montenegro leben mit 640.000 Einwohnern etwa so viele Menschen wie in Stuttgart. Flächenmäßige ist dieser Teil des ehemaligen Jugoslawiens kleiner als Schleswig-Holstein. Ungeachtet der überschaubaren Größe besticht Montenegro durch eine famose landschaftliche Vielfalt. Spektakuläre Küstenabschnitte an der Adria, ausgedehnte Wälder und Weinanbaugebiete, tiefe Schluchten und schroffe Gipfel prägen das „Land der schwarzen Berge“. Dabei kennzeichnen Kontraste und Superlative gleichermaßen die dünn besiedelte parlamentarische Republik.

Rund 300 Kilometer Adria-Küste

Sonnenanbeter und Wasserratten kommen an der Küste – wie hier Budva – voll auf ihre Kosten.

Allein mehr als 50 Berge ragen über 2.000 Meter hoch auf. In der schroffen, zerklüfteten Gebirgslandschaft finden sich zahlreiche Canyons und die tiefste Schlucht Europas. Neben 40 Seen, darunter mit dem Skadarsee der größte des Balkans, finden sich in Montenegro auch der südlichste Fjord des Kontinents sowie der längste Sandstrand der Adria.

Perast ist einer der malerischen Flecken in der Welterbe-Bucht von Kotor.

Südlich der kroatischen Grenze verläuft die 294 Kilometer lange Küstenlinie mit ihren nicht weniger als 117 Badestränden. Insbesondere zwischen Herzog Novi und Ulcinj kommen Sonnenanbeter und Wassersportler voll auf ihre Kosten. Der 13 Kilometer lange Strand „Velika Plaza“ bei Ulcinj hat sich unlängst dank der dort vorherschenden Maestral-Winde zum einem Hotspot für Kitesurfer entwickelt.

Welterbe mit großer Strahlkraft

Ein Stück Bilderbuch-Montenegro ist die Bucht von Kotor.

Nahezu magnetische Anziehungskraft besitzt auch die von hohen, steilen Bergflanken gesäumte Bucht von Kotor , die seit dem Jahre 1979 als Weltnatur- und -kulturerbe unter dem Schutz der UNESCO steht. Türkisblaues, klares Wasser, feine Sandstrände und malerische Fleckchen wie die das Örtchen Perast, die Inseln Mamula, Sveti Đorđe mit ihrem Benediktinerkloster und Ostrvo Cvijeća wissen zu begeistern. Ein weiteres Highlight ist die spektakulär in die Fjordlandschaft eingebettete, historische Festungsstadt Kotor, die von zahlreichen verträumten Gassen durchzogen und von einer 4,5 Kilometer langen Stadtmauer umgeben ist.

Kotor besticht durch verträumte Gassen und eine 4,5 Kilometer lange Stadtmauer.

Charakteristisch für Montenegro ist, dass gleich hinter dem Strand ein wunderbar wanderbares Land beginnt, das durch eine kaum entdeckte Bergwelt bis in alpine Höhen führt. In der weitläufigen Gebirgslandschaft kommen Naturliebhaber vor allem in den fünf Nationalparks Durmitor, Biogradska Gora, Skadarsee, Lovćen und Prokletije, wo ein über 6.000 Kilometer langes Netz an Wander- und Trekkingrouten geschaffen wurde, voll auf ihre Kosten.

1.300 Meter tiefe Schlucht

Die weitläufige Bergwelt ist ein Paradies für Wanderer, Kletterer und Bergsteiger.

Ohne Frage ist das Durmitor-Massiv als Weltnaturerbe so etwas wie der heimliche der Star in Montenegros Bergwelt. Allein 48 Zweitausender sind in dem schroffen Karst-Gebirge zu finden. Dazwischen ducken sich nicht weniger als 18 Bergessen sowie zahlreiche spektakuläre Gletschermulden. Doch nicht nur Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker kommen hier voll auf ihre Kosten. Vielmehr lädt auch das schäumende Wasser der 93 Kilometer langen und bis zu 1.300 Meter tiefen Tara-Schlucht (nach dem Grand Canyon in den USA die größte Schlucht der Welt) zu abenteuerlichen Kajak-, Rafting- und Canyoning-Touren ein.

Die Tara-Schlucht ist mehr als 90 Kilometer lang.

Der Nationalpark Skadarsee mit dem gleichnamigen und größten See des Balkans gilt als Europas weitläufigste Vogelschutzgebiet und steht entsprechend hoch in der Gunst der (Hobby-) Ornithologen. Sogar die seltenen Krauskopfpelikane lassen sich hier mit etwas Glück beobachten. Fast schon ein Muss ist in Skadarsee eine Wanderung zum Dorf Poseljani, das mit seiner authentischen Architektur, alten Wassermühlen und typischen Steinbrücken zu einer kleinen Zeitreise einlädt.

Unterwegs auf alten Militärwegen

Klare Bergseen und spektakuläre Wasserfälle finden sich in den Nationalparks.

Der Nationalpark Lovćen wartet unterdessen mit historischen Sehenswürdigkeiten und einem grandiosen Bergpanorama auf. Herausragend im wahrsten Sinne des Wortes sind hier der 1.749 Meter hohe Štirovnik und der 1657 Meter hohe Jezerski Vrh, auf dessen, über 461 Stufen erreichbaren Gipfel das Njegoš-Mausoleum an den des größten montenegrinischen Dichter (und Herrscher) Petar Petrović Njegoš (1813 -1851) erinnert. Lohend ist im Lovćen auch ein Abstecher in das Dorf Njeguši, das vor allem für seine Schinken- und Käse-Spezialitäten bekannt geworden ist.

Der Skardarsee wandelt sich immer wieder in eine Seerosen-Meer.

Die zahlreichen Wanderwege im Lovćen führen durch dichte Buchenwälder und über historische, noch bestens erhaltene österreichisch-ungarische Militärwege. Die Aussichtspunkte bieten fantastische Panoramablicke hinab zur Adria auf der einen und hinüber zu den spektakulären Berglandschaften im Hinterland von Montenegro auf der anderen Seite.

Faszinierende Flora und Fauna

Neben schönen Stränden zieren steile Klippen die Adria-Küste.

Der Biogradska Gora mit seinen sechs Bergseen verfügt auf 1.600 Hektar Fläche über einen der letzten Urwälder Europas mit über 5.000 Jahre alten Bäumen. 150 Vogel-Arten, zahlreiche Reptilien und Amphibien sowie zehn Säugetierarten leben im Nationalpark – darunter Bären, Fledermäuse und Rothirsche. Im Bjelasica-Gebirge legt der Biogradska Gora ein anderes Gesicht mit saftigen Almwiesen an den Tag. Dort lassen sich Kühe und Schafe frische Kräuter wie Schafgarbe, Johanniskraut und Thymian schmecken – und die Wanderer den selbstgemachten Käse, den die Almbauern aus der frischen Milch fertigen.

Bjelasica-Gebirge ist ein Teil des prachtvollen Biogradska Gora Nationalparks.

Im 2009 gegründeten, 16.000 Hektar große Nationalpark Prokletije liegen mit Zla Kolata (2.538 Meter), Maja Rosit (2.524 Meter), Karanfili (2.490 Meter) und Veliki krš (2.374 Meter) die höchsten Gipfel des Balkans. Durch die malerische Bergwelt verläuft auch der Drei-Länder-Weg, der als 200 Kilometer lange Wanderroute Montenegro mit Albanien und dem Kosovo verbindet. Von steilen und steinigen Bergpfaden schaut man hier hinauf zu zahllosen schroffen Gipfeln und hinab in die von den Eiszeiten tief eingekerbten Täler Grebaja und Ropojana.

Fast menschenleere Bergwelten

Die Insel Sveti Đorđe gehört zu den Sehnsuchtszielen in der Bucht von Kotor.

Geheimnisvolle Gletscherseen, Schluchten, Wasserfälle und prähistorische Zeichnungen sind weitere Phänomene, die sich in der weitgehend menschenleeren Bergwelt Montenegros hautnah erleben lassen.

Montenegro

An den Stränden findet sich viel Raum zum Träumen.

Und wer mag, kann in den Wintermonaten auch die Skischuhe anschnallen. In Kolašin können Skifahrer und Snowboarder rund 30 gepflegte Pistenkilometer vor einer grandiosen Bergkulisse hinunter düsen. Auch Tourengehen und Schneeschuhwanderer können hier die atemberaubende Bergwelt eines kleinen Landes genießen, das wirklich Großes zu bieten hat. Weitere Informationen unte www.montenegro.travel.

Archiviert unter Topthema, Europa, Montenegro
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