London wird für einen Tag das Mekka des deutschen Fußballs

Sieht am 25. Mai das Champions League Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München: Das Londoner Wembley Stadium.
Sieht am 25. Mai das Champions League Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München: Das Londoner Wembley Stadium.

Das gab es noch nie: Zwei deutsche Mannschaften sind im Champions League Finale, das am 25. Mai 2013 in London im Wembley Stadion ausgetragen wird, in der Heimat des Fußballs. Denn obwohl der Sport heutzutage eine weltweite Leidenschaft ist, begann der Ursprung des Spiels in Großbritannien. Bill Shankly – der vielleicht erfolgreichste und am meisten respektierte Manager des FC Liverpool – sagte einmal: „Manche Menschen glauben, Fußball sei eine Sache um Leben und Tod. Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass es viel, viel wichtiger ist.“

Das Wort „Fußball“ wird das erste Mal um das Jahr 1400 erwähnt und es gibt Belege aus dem 16. Jahrhundert, dass Teams in einer organisierten Formation einen Ball herumschossen. Allerdings dauerte es bis zum Jahre 1863 bis das Spiel kodifiziert wurde – das war vor genau 150 Jahren. Einige Jahre früher, 1857, wurde der FC Sheffield gegründet, dieser gilt laut der FIFA als der älteste Fußballverein der Welt.

Auf dem heiligen Rasen von Wembley kämpfen Dortmund und München um die Krone im europäischen Vereinsfußball.
Auf dem heiligen Rasen von Wembley kämpfen Dortmund und München um die Krone im europäischen Vereinsfußball.

Auch wenn für das große Champions League Finale kaum noch Tickets zu kaufen sind, lohnt ein Besuch der Insel für Fußballfans. Vom Besuch eines Premier League Spiels, einer Stadiontour bis hin zum Üben des perfekten Elfmeter im National Football Museum in Manchester; es gibt viele Sachen in Großbritannien, die das Fußballherz höher schlagen lassen. Und direkt am neu eröffneten Queen Elisabeth Park, dem ehemaligen Olympiagelände, wird beim UEFA Champions Festival vom 23.  bis 26. Mai 2013 vier Tage lang gefeiert, ein kostenloses Fußball-Fest mit vielen familienfreundlichen Attraktionen. Das Festival ist das erste große Event, das zur Veranstaltungsfläche von London 2012 zurückkehrt.

Besucher haben Gelegenheit, das UEFA Champions League Museum zu besuchen und vor dem Anpfiff des Finales ein „Ultimate Champions Match“ mit weltbekannten ehemaligen Spielern zu gucken (Samstag, 25. Mai, ab 12.30 Uhr). Kinder können an Kursen mit professionellen Trainern teilnehmen und neue Techniken erlernen. Weitere Informationen hier.

Wer  mehr vom Olympiagelände sehen möchte, dem empfiehlt sich eine geführte Tour ab 18,50 Euro pro Person. Tickets hierzu können online geordert werden.

Old Trafford - die Heimat des Vorzeigeclubs Manchester United. (Foto: Visit Britain)
Old Trafford – die Heimat des Vorzeigeclubs Manchester United. (Foto: Visit Britain)

Zugegeben – am 25. Mai fällt diese Tour aus. Aber an vielen Tagen im Jahr ist sogar das Wembley Stadion für Besucher geöffnet. Es ist das größte Stadion im Vereinigten Königreich und das zweitgrößte in ganz Europa. Das neue Stadion, 2007 fertiggestellt, ist bekannt für den charakteristischen „Wembley Arch“ (Wembley Bogen), welcher die berühmten Zwillingstürme des alten Stadions ersetzt. Führungen finden mehrmals täglich statt. Der Eintritt beträgt umgerechnbet rund 20 Euro pro Person. Tickets hierzu können ebenfalls online geordert werden.

Im Stadion des FC Arsenal, dem Club der deutschen Nationalspieler (Lukas Podolski und Per Mertesacker, können Fans hinter die Kulissen bis in den Umkleideraum schauen, vom Tunnel auf das Spielfeld hinauslaufen und sich das Gejubel der Fans vorstellen sowie das vereinseigene Museum besichtigen. Bei der so genannten „Legends Tour“ führen sogar ehemalige Profispieler Besucher über das Gelände. Die reguläre Arsenal Stadium Tour kostet 22 Euro und ist ebenfalls online buchbar. Dort lässt sich auch eine Stadiontour für die Fans des FC Chelsea, bei dem ja der frührere deutsche Nationalspieler Marco Marin zum Aufgebot gehört, für 20 Euro pro Nase buchen.

Ein Premier League Spiel live zu erleben, ist immer ein Erlebnis. VisitBritain, die Britische Zentrale für Tourismus, ist seit Jahren erfolgreicher Kooperationspartner der Premier League. Auf der Seite www.visitbritain.com/football gibt es Spielerinterviews (unter anderem, mit Nationalspieler Robert Huth von Stoke City) und Reisetipps. Tickets für Spiele sind hier erhältlich. 

Die meisten Stadien liegen im Stadtzentrum und sind leicht zu erreichen. So kann man einen Besuch von Städten wie Sheffield, Glasgow, Newcastle, Manchester oder Liverpool ganz einfach mit einem Fußballspiel kombinieren und hautnah die Rivalität und Intrigen der rivalisierenden Clubs spüren und die spektakuläre Atmosphäre bei den Fangesängen.

Heimat des FC Chelsea - das Stadion an der Londoner Stamford Bridge.
Heimat des FC Chelsea – das Stadion an der Londoner Stamford Bridge.

Spätestens nach dem Besuch des im Jahre 2012 eröffneten National Football Museum in Manchester werden sich Nicht-Fußballfans fortan für das runde Leder begeistern. Wie in den meisten Museen im Vereinigten Königreich ist auch hier der Eintritt kostenlos. Hat man das Drehkreuz am Eingang passiert, offenbart das Museum einerseits die Highlights der nationalen Fußballgeschichte, während in der Hall of Fame die größten Clubs, Teams und Spieler weltweit gefeiert werden. Weitere Informationen unter www.nationalfootballmuseum.com

London CoverWem der Stadionbesuch zu teuer ist, wer aber dennoch britische Fußballatmosphäre live erleben möchte, wird in London ebenfalls fündig: Im Pub „Zeitgeist“, geführt vom Kölner Jürgen Männel, steht normalerweise an den Wochenende die Bundesliga auf dem Programm. Am 25. Mai kann man dann bei deutschem Bier und Schnitzel das Champions League Finale sowohl im Pub als auch im Biergarten mitverfolgen.

Literaturtipp: Ulrike Katrin Peters & Karsten-Thilo Raab: London für eine Hand voll Euro, Westflügel Verlag, ISBN 978-3-939408-03-1, bestellen

Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: Oh, diese Briten, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-800-7