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Von 24. März 2017 Mehr →

Minitrip nach Göteborg: Mit der Stena Line auf Stippvisite in Schweden

Entspannt geht es mit der Stena Scandinavica ins schwedische Göteborg. (Foto Stena Line)

Was für ein perfekter Start! Schnell die Tasche in die Kabine und rauf aufs Deck. Mit einem warmen Tee in der Hand geht es direkt an die Reling. Hier ist der Tummelplatz für alle See- und Sehleute. Sie alle eint die Vorfreude auf eine entspannte Seereise nach Schweden. Sie alle genießen die herrlichen Ausblicke bei der langsamen Ausfahrt aus dem Kieler Hafen.

Und Petrus meint es heute besonders gut. Stimmungsvoll senkt sich die Sonne über der Kieler Förde. Das Marineehrenmal und das berühmte U-Boot am Strand von Laboe ziehen langsam vorbei, während die Stena Scandinavica Kurs Richtung Ostsee nimmt. Das süße Nichtstun mit hohem Genussfaktor hat begonnen. Der sanfte Fahrtwind, die leichte Brise, die milde Temperatur und die salzhaltige Meeresluft stimmen auf die Stippvisite in Göteborg, Schwedens zweitgrößter Stadt, ein.

Kabinen als gut durchdachte Raumwunder

Stimmungsvoll ist die Fahrt durch die schwedischen Schären mit ihren faszinierenden An- und Aussichten. (Foto Kjell Holmner)

Keine Frage, das ist Chillen in Perfektion. Irgendwie möchte man den Moment festhalten. Nach und nach verdunkelt sich der Himmel und langsam meldet sich auch der Magen. Erst als das Knurren stärker wird und es am schwärzer werdenden Horizont kaum noch etwas zu erkennen gibt, geht es zurück in die Kabine. Okay, das Schlafgemach ist von der Größe kein Tanzsaal, aber überaus komfortabel und zweckmäßig eingerichtet.

Auch das Badezimmer ist ein gut durchdachtes Raumwunder, das keine Wünsche offen lässt. Also, schnell unter die warme Dusche, in frische Sachen geschlüpft und schon kann es zum Abendessen gehen. Allein bleibt die Frage, Buffet- oder À-la-carte-Restaurant? Schnell steht die Taktik fest: das eine auf der Hinfahrt, das andere auf der Rückreise.

Die herrliche Seeluft sorgt für Entspannung und gute Laune. (Foto Stena Line)

Gut gesättigt, lockt dann noch die Bordbar. Ein kleiner Absacker, dann noch mal schnell aufs Außendeck, etwas Seeluft tanken, bevor es in die Koje geht. Das sanfte Schaukeln in den Wellen und das dezente Tuckern der Motoren wiegen einen schnell in den Schlaf. Als dann der neue Tag anbricht, sorgt der Blick aus dem kreisrunden Fenster sofort für Entzückung. Die schwedische Schärenküste sorgt für ein begeisterndes Landschaftsbild, das immer wieder neue Facetten an den Tag legt. Nach dem Frühstück geht es wieder hinauf an Deck, um die Einfahrt in den Hafen von Göteborg zu genießen.

Gegen neun Uhr morgens macht die Stena Line unweit des Göteborger Stadtzentrums fest. Vor uns liegen gut zehn Stunden, um die vielen Gesichter und Attraktionen der Stadt zu erkunden und einen Einblick in die schwedische Lebensart zu gewinnen.

Miniausgabe der Europäischen Union

Ein Frühstück mit Aussicht verschönert die Einfahrt in den Hafen von Göteborg zusätzlich. (Foto Stena Line)

Am Fähranleger steht eine Frau mit einem wuscheligen Hund. Ihre augenfällige Kopfbedeckung sieht aus, als sei er aus dem Zwillingsbruder ihres Vierbeiners gefertigt. Über die Brücke verlassen die gut gelaunten Passagiere das mächtige Schiff. Dabei unterscheiden sich die Einheimischen durch die Wahl des Zusatzgepäcks eindeutig von den Touristen. Denn nahezu jeder hat einen „Hackenporsche“ voll mit Wein und Paletten an Dosenbier im Schlepptau. Nicht dass es die Alkoholika in Göteborg, Schwedens zweitgrößter Stadt, nicht gäbe, nein, nur die stolzen Preise im Land der Elche laden die Einwohner immer wieder zu Hamsterkäufen auf den Skandinavien-Fähren ein.

„Göteborg war schon immer eine Art Miniaturausgabe der Europäischen Union“, erklärt Francois Lecker, ein Deutscher, der seit Jahren in der südschwedischen Metropole lebt und arbeitet. Als Skandinavien-Liebhaber verdient er seine Brötchen im Management eines großen Ferienhausanbieters und freut sich trotz aller spürbaren Begeisterung für Göteborg immer, wenn er Besucher aus seiner alten Heimat die Schokoladenseiten seiner Wahlheimat vorstellen darf.

Das maritime Flair begrüßt die Passagiere bei der Einfahrt in den weitläufigen Hafen. (Foto Anders Wester)

„Gegründet wurde Göteborg, das übrigens den größten Hafen Nordeuropas sein eigen nennt, 1621 von König Gustav II. Adolf“, beginnt Francois Lecker seine kurzweilige Führung mit einem Streifzug durch die Geschichte. Der Regent aus dem Hause Wasa beauftragte Holländer damit, so Lecker weiter, das Marschland durch den Bau von Kanälen trocken zu legen. Den Holländern folgten französische, deutsche und schottische Kaufleute, die entscheidend dazu beitrugen, dass Göteborg sich zu einer blühenden Handelsstadt entwickelte.

Zwischen dem pittoresken Rathaus und dem Stora Hamnkanal, der alten Wasserstraße, die das historische Zentrum Göteborgs durchzieht, blickt das Denkmal des Stadtgründers seit 1854 von einem Sockel herab. Und keine Frage, der Gründungsvater wäre stolz auf „seine Stadt“, die sich mit gut 500.000 Einwohnern zur zweitgrößten in Schweden und zu einem pulsierenden Wirtschaftszentrum aufgeschwungen hat.

Göteborg von seiner schönsten Seite

Eines der markanten Bauwerke in Schwedens zweitgrößter Stadt: die Feskekörka. (Foto Kjell Holmner)

Vom Reichtum der Handelsstadt im Süden des Königreichs zeugt nur wenige Meter von der Statue des Monarchen das wuchtige Gebäude der Ostindien-Kompanie aus dem Jahre 1760. Heute beherbergt der Häuserkomplex hinter seiner Prachtfassade aus gelbem Ziegel das Stadtmuseum. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das „Kronhuset“, das älteste Gebäude der Stadt aus dem Jahre 1655.

„Kultur wird hier groß geschrieben“, schwärmt Lecker mit Blick auf die 25 Theater und 18 Museen der Stadt. Ältestes Museum am Platze ist das Naturhistoriska museet. In Sälen mit hohen Kasettendecken begegnet man unter anderem einem präparierten Elefanten und einem 16,5 Meter langen, ausgestopften Blauwal. Derweil zeigt das „Konstmuseum“ einen Querschnitt skandinavischer und europäischer Maler vom 16. Jahrhundert bis zur Moderne.

Die Saluhallen beheimaten die größten überdachten Markthallen der Stadt. (Foto Beatrice Törnros)

Einen Steinwurf entfernt liegt das Hasselblad-Center, das in die Geheimnisse des Kamerabaus einweiht und in Wechselausstellungen zeigt, was namhafte Fotografen auf Zelluloid gebannt haben. Das im Dezember 2004 eingeweihte Museum für Weltkultur lädt die Besucher zu einer Entdeckungsreise durch unsere multikulturelle Welt. Verschiedene Themenbereiche wie HIV im Zeitalter der Globalisierung oder Menschen und Mythen des Orinoco sollen anregen, einen Dialog zwischen den Völkern zu schaffen.

„Aber auch neben den Museen gibt es viel zu entdecken“, erklärt Lecker mit Blick auf das pulsierende Herz Göteborgs: die Kungsportsavenyn. Die Prachtstraße, die im Volksmund schlicht „Avenyn“ genannt wird, zieht sich vom gleichnamigen Platz mit dem Reiterdenkmal Karl IX. in südöstlicher Richtung. Zu beiden Seiten säumen Nobelkaufhäusern, schicke Boutiquen, einladende Restaurants, moderne Bars und Cafés den Boulevard, an dessen Ende sich auf dem so genannten Götaplatsen die bekannte Poseidonstatue erhebt.

Trädgårdsföreningen – Vorzeigepark und grüne Lunge

Der Trädgårdsföreningen begeistert mit seiner Pflanzen- und Blütenpracht. (Foto Frida Winter)

An Göteborgs wichtigste Straße grenzt auch Trädgårdsföreningen. Der 1842 eingeweihte „Vorzeigepark“ mit seinen großen Rasenflächen, dem Duftgarten mit Kräutern und Gewürzen, den Cafés und schönen alten Holzvillen ist eine grüne Oase mitten in der Stadt. Sehenswert ist auch das Palmhuset, das enorme, nach Plänen des Londoner Crystal Palace erbaute Gewächshaus.

Nur einen Steinwurf von der Avenyn entfernt liegt Liseberg, der größte Vergnügungspark Nordeuropas. Die Mischung aus Disneyland und Oktoberfest nennt unter anderem die größte Holz-Achterbahn Skandinaviens, ein Spukhotel, ein Riesenrad und einen 60 Meter hohen Turm, auf den man sich in zwei Sekunden hinauf katapultieren lassen kann, sein eigen und avanciert mit jährlich 3,2 Millionen Besuchern zur größten Touristenattraktion Schwedens.

Das Kronhuset ist das älteste Haus Göteborgs. (Foto Kjell Holmner)

Und Göteborg hat noch einen Superlativ zu bieten: Direkt neben dem zentral gelegenen Hauptbahnhof befindet sich Schwedens (lange Zeit) größtes Einkaufszentrum Nordstan mit 150 Geschäften.

Architektonisch sehenswert sind fraglos auch die Saluhallen, ein Lebensmittelmarkt auf dem Kungstorget. Die alten Markthallen wurden zwischen 1886 und 1889 errichtet. Heute bieten hier 36 Spezialgeschäfte und Restaurants Leckereien aus aller Herren Länder feil. Obligatorisch ist daneben ein Besuch der Feskekôrka. Dahinter verbirgt sich nicht, wie der Name vermuten lässt, ein Gotteshaus. Nein, das eigentümliche Bauwerk aus dem Jahre 1874 fungiert als Markthalle.

Nostalgisches Flair im Haga-Viertel

Rund um den Hafen hat sich Göteborg ein modernes Gesicht zugelegt. (Foto Anders Wester)

„Eine der schönsten Ecken Göteborgs ist für mich das historische Haga-Viertel mit seinen schönen alten Holzhäusern“, macht Francois Lecker deutlich. In den engen Straßen und Gassen wechseln sich schnuckelige Läden und gemütliche Cafés ab. „Außerdem gibt es hier die besten Backwaren der Stadt“, weshalb nicht nur für Lecker hier eine Kaffeepause ein absolutes Muss ist.

„Das eigentliche Herz Göteborgs schlägt aber weiterhin am Wasser“, versichert Lecker. Und ein Blick auf die Statistik gibt ihm Recht. Jährlich laufen rund 11.000 Schiffe den Hafen an. Neben einer Vielzahl an Waren und Gütern bringen sie 2,65 Millionen Passagiere mit.

In Göteborgs Altstadt finden sich zahlreiche markante Holzhäuser. (Foto Beatrice Törnos)

Ungeachtet dessen hat die Schifffahrtsindustrie und mit ihr das Gros der Werften ausgedient. Eine Tatsache, die Göteborg als Chance verstand, um entlang der Kaianlagen einen neuen, modernen Stadtteil mit Restaurants und Cafés entstehen zu lassen. Das sehenswerte Seefahrtsmuseum (Sjöfartsmuseet) arbeitet die Geschichte von Seefahrt, Handel, Fischerei und Werftindustrie in Schweden auf.

Am Hafen schließt sich dann auch der Kreis. Ein herrlicher Tag in Göteborg geht zu Ende. Gleichzeitig geht es zurück an Bord der Stena Line und nicht weniger entspannt als auf dem Hinweg zurück nach Kiel. Der einzige Unterschied: nun sorgen die frisch gewonnenen Eindrücke für zusätzlichen Gesprächsstoff, während das Schiff gemütlich über die abendliche Ostsee schippert.

Wissenswertes zum Minitrip nach Göteborg

Nach einem rund zehnstündigen Aufenthalt geht es zurück nach Kiel. (Foto Stena Line)

Allgemeine Informationen: www.goteborg.com

Informationen: www.stenaline.de

Gegen 9.15 Uhr morgens macht die Fähre wieder in Kiel fest. (Foto Stena Line)

Fahrzeiten: Montags bis freitags läuft die Stena Scandinavica oder Stena Germanica um 18.45 Uhr beziehungsweise samstags und sonntags um 17.45 Uhr von Kiel aus Richtung Göteborg aus. In Göteborg legt das Schiff dann gegen 9.15 Uhr morgens an. Der Minitrip nach Göteborg ist schon ab 69 Euro buchbar.

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