Ein Tag auf der malerischen Île d’Oléron

Die Île d’Oléron ist Frankreichs zweitgrößte Insel. (Foto Axel Berthelot)
Die Île d’Oléron ist Frankreichs zweitgrößte Insel. (Foto Axel Berthelot)

Die zweitgrößte Insel Frankreichs in Europa, die Île d’Oléron, ist ein Ort der Entspannung par excellence. Obwohl sie mitten im Atlantik liegt, ist sie sehr einfach über die Landbrücke erreichbar und erlaubt eine unkomplizierte Anreise per Auto. Der Besucher ist hier durchgehend von einer leichten Sommerfrische umgeben und das milde Klima erlaubt es, in aller Ruhe die versteckten Schönheiten der Insel zu erkunden.

Während des Strandurlaubs gehört „Pêche à Pied“, zu Deutsch so viel wie Gezeiten-Fischerei, zum Pflichtprogramm eines jeden Franzosen. Man sammelt mit der Familie oder alleine, mit einem Eimer ausgerüstet, an den Stränden der Île d’Oléron nach Muscheln, Krabben und anderem Meeresgetier. Jean-Baptiste Bonnin von der IODDE, einer gemeinnützigen Organisation für nachhaltige Entwicklung auf der Île d’Oléron, setzt sich für einen rücksichtsvollen Umgang mit den Küstengebieten und den dort lebenden Meerestieren ein.

Auf einer Erkundungstour durch das Wattenmeer lernen Interessierte, wie die Meeresfrüchte gesammelt werden können. (Foto Marennes Tourisme)
Auf einer Erkundungstour durch das Wattenmeer lernen Interessierte, wie die Meeresfrüchte gesammelt werden können. (Foto Marennes Tourisme)

Er lädt ansässige Fischer und Touristen dazu ein, zum Erhalt des Wattenmeeres beizutragen. Zwar ist die Île d’Oléron für ihren nachhaltigen Tourismus bekannt, aber gerade deswegen möchte Jean-Baptiste Bonnin vermitteln, wie Tourismus und Natur im Einklang leben können. Auf einer Erkundungstour durch das Wattenmeer lernen Interessierte, wie die Meeresfrüchte gesammelt werden können und worauf hinsichtlich des Erhalts des Ökosystems zu achten ist. So soll Pêche à Pied, das Teil der Lebensart der Küstenbewohner ist, auch nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Dank zahlreicher Initiativen hat der Verein mittlerweile mit Erfolg im Norden der Insel ein Schutzgebiet des Küstenraums einrichten können.

Der Besuch einer Austernzucht auf der Île d’Oléron ist ebenfalls fast schon ein Muss. Die Insel ist weltweit für diese hochklassige Delikatesse berühmt. Das traditionsreiche Familienunternehmen Fonteneau befindet sich direkt auf der sogenannten „Austernstraße“. Eine Fonteneau-Auster ist von der Aufzucht der Larve bis zur abschließenden Veredelung in der Obhut des Unternehmens und garantiert so die beste Qualität für die Kunden. Seit Jahren gewinnen die Fonteneau-Austern zahlreiche Preise bei regionalen Wettbewerben oder dem Landwirtschaftswettbewerb in Paris.

Austern gehören zu den Spezialitäten der Insel - sie zu probieren, ist fast schon ein Muss. (Foto Atout France)
Austern gehören zu den Spezialitäten der Insel – sie zu probieren, ist fast schon ein Muss. (Foto Atout France)

Wer bis zur Île de Ré oder sogar bis nach La Rochelle blicken möchte, ersteigt am besten den 43 Meter hohen Leuchtturm von Chassiron im Norden der Île d’Oléron. Hier, am Ende der Welt, wie die Bewohner zu sagen pflegen, blickt man weit raus auf den Ozean. Der im Jahr 1836 erbaute Leuchtturm ist der ideale Aussichtspunkt, um bei Ebbe die Fische zu beobachten und alte, vergessene Fischreusen ausfindig zu machen. Am Fuße des Leuchtturms befindet sich eine mit dem französischen Label „sehenswerter Garten“ ausgezeichnete Parkanlage, deren geometrische Formen, eine Windrose, vor allem von der Plattform des Leuchtturms aus zur Geltung kommen.

Schon zur Römerzeit war die Insel ein beliebter Erholungsort und viele Generationen hinterließen hier ihre Spuren. Ein perfekter Ort, um sich über die unterschiedlichen Epochen zu erkundigen, befindet sich in der Insel-Hauptstadt, das Musée de l’Île d’Oléron in St. Pierre d’Oléron. Zur Geschichte der Insel gibt es eine Dauerausstellung, die auf die Besiedlung vom Neolithikum bis in die heutige Zeit eingeht und mit mehreren Ausstellungsräumen auf regional-typische Themen eingeht: Salzkultur, Weinkultur, Fischerei und Lebensweise der Bewohner.

Das Musée de l’Île d’Oléron erzählt die Geschichte der Île d’Oléron. (Foto Atout France)
Das Musée de l’Île d’Oléron erzählt die Geschichte der Île d’Oléron. (Foto Atout France)

Noch bis zum 8. Januar 2017 beherbergt das Museum die Ausstellung „Anatomie der Unordnung“ des bekannten zeitgenössischen Künstlers Klaus Pinter. Der international renommierte österreichische Bildhauer lebt seit einigen Jahren auf der Île d’Oléron und stellt neben seiner aktuellen Ausstellung weitere bisher unveröffentlichte Werke in den Räumen des Museums aus.

Die Fischhändler von Les Pêcheries de La Cotinière haben die erste Konservenfabrik der Île d’Oléron gegründet und sie mit dem Namen La Lumineuse, die Strahlende, getauft. Frischer als in La Lumineuse kann Fisch nicht verarbeitet werden, da das Unternehmen in La Cotinière direkt an den Anlegestellen der Fischerboote liegt. Besucher erwerben hier über 17 verschiedene Sorten Rillette. Das große Angebot an Fisch-, Langustinen oder Rotbarbensuppe ist ganzjährig erhältlich. Weitere Informationen unter www.poitou-charentes-urlaub.de.


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Mortimer

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