Von 4. August 2011 Mehr →

Ein Land, zwei Ozeane, eine Wasserstraße

Keine Frage, wie nirgendwo sonst auf dem Erdball ist ein Kanal zum Symbol für eine herausragende Ingenieurleistung und für eine ganze Nation geworden. Der Panamakanal, oder wie er offiziell heißt, der Canal de Panamá, hat auch rund 100 Jahre seit seiner Fertigstellung im Jahre 1914 nichts an Faszination eingebüßt. Über 81,6 Kilometer erstreckt sich die schiffbare Verbindungsachse zwischen dem Atlantik bei Cristóbal und dem Pazifik bei Balboa. Wobei die Tangente durch das enge Teilstück Mittelamerikas entlang des 13 Kilometer langen Teilstücks am Gaillard Cut ihre spektakulärste Passage aufweist. Markanter Punkt unweit der Pazifikmündung ist daneben die Puente de las Américas, eine gigantische Brücke, über die die Carretera Interamericana, die sogenannte „Traumstraße der Welt“, verläuft.

Auf Initiative des nordamerikanischen Nachbarn USA begannen im Jahre 1903 die Arbeiten für den Bau des gigantischen Bauwerkes, an denen 40.000 Arbeitskräfte aus 30 Nationen beteiligt waren. Insgesamt mussten mehr als 200 Millionen Kubikmeter Erde ausgehoben und bewegt werden, um die Wasserstraße zu errichten. Nicht unerwähnt bleibt sollte auch die Tatsache, dass die n Fertigstellung des Panamakanals mehr als 25.000 Menschenleben kostete.

Rund zehn Stunden benötigen Schiffe im Schnitt für die Passage, die den Frachtern, Bananendampfern und Kreuzfahrtschiffen mehr als 8.000 Kilometer Seeweg ersparen, um von einem Ozean zum anderen zu gelangen. Vor dem Bau des Kanals führte die kürzeste nutzbare Seeverbindung von der Ostküste zur Westküste Nordamerikas durch die Magellanstraße. Durch den Kanal wurde die Seestrecke von New York nach San Francisco um fast 20.000 Kilometer verkürzt.

Dabei überwinden die Boote und Schiffe 26 Meter Höhenunterschied und durchqueren zwölf Schleusenkammern. Zwischen den Miraflores Schleusen und der Schleuse Pedro Miguel führt die künstliche Wasserstraße über den kleinen Miraflores See und zwischen dem Gaillard Cut und den Gatún-Schleusen über den ebenfalls künstlich aufgestauten Gatún-See.
Seit der Einweihung am 15. August 1914 – die offizielle Eröffnung folgte wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erst am 12. Juli 1920 – durchquerten übrigens mehr als eine Million Schiffe den Panamakanal, für dessen reibungslosen Betrieb immerhin 8.000 Mitarbeiter sorgen.

Aufbereitet ist die Geschichte des Kanals übrigens im Canal Museum an der Cathedral Plaza in der Hauptstadt Panama-City sowie im Miraflores Visitors Centre. Weitere Informationen unter www.pancanal.com und unter www.visitpanama.com.

Archiviert unter Schifffahrt, Amerika, Panama