Von 27. November 2013 Mehr →

Afrika hat die „Big 5“, Queensland die „Great 8“

Einer der Big 8 am Great Barrier Reef: Der Napoleonlipfisch.

Einer der Big 8 am Great Barrier Reef: Der Napoleonlipfisch.

Das Great Barrier Reef in Australien ist eines der artenreichsten und vielfältigsten Ökosysteme der Welt. Insgesamt bilden über 2.900 einzelne Korallenriffe das 2.300 Kilometer lange Riff an der Küste Queenslands, was es zum weltgrößten lebenden Organismus macht. Einige der seltensten Tiere, die nirgendwo anders auf diesem Planeten vorkommen, leben am Great Barrier Reef.

Das Tourismusbüro will ab sofort die Meeresfauna noch starker in den Mittelpunkt seiner touristischen Vermarktung stellen. In Anlehnung an die „Big 5“ in Afrika hat Tourism and Events Queensland nun die „Great 8“ ins Leben gerufen.

Australien-Urlauber haben die Unterwasserwelt erst komplett kennengelernt, wenn sie den „Great 8“ begegnet sind – den acht wichtigsten Tieren am Great Barrier Reef. Dazu zählen die Schildkröte, der Clownfish (Nemo), der Napoleonfisch, der Manta-Rochen, die Riesenmuschel, der Zackenbarsch, der Wal und der Hai.

Sechs der sieben weltweit existierenden Meeresschildkröten sind am Greta Barrier Reef zu finden.

Sechs der sieben weltweit existierenden Meeresschildkröten sind am Greta Barrier Reef zu finden.

Sechs der sieben weltweit existierenden Meeresschildkröten-Arten leben am Great Barrier Reef, so dass es gewiss nicht schwer ist, einige davon hautnah beim Tauchen oder Schnorcheln zu erleben. Jedes Jahr zwischen November und März kommen – sobald es dunkel ist – hunderte von Meeresschildkröten zur Eierablage an Land. Ein besonderer Ort zum „Turtle-Watching“ ist die Region rund um Mon Repos bei Bundaberg. Die Küstenstadt liegt etwa vier Stunden Fahrt von Brisbane entfernt. Mon Repos gehört zu den größten „Loggerhead Turtle“-Brutstätten des Südpazifiks. Schauplätze für das Nisten von Schildkröten sind auch die Inseln Lady Elliot, Heron, Wilson und Lady Musgrave Island.

Seit der Hauptrolle in dem Film „Findet Nemo“ sind Clownfische zu einem der Wahrzeichen am Great Barrier Reef geworden. Schnorchler und Taucher können sie in den Tentakeln der Seeanemonen entdecken.

Nicht nur bei den Kleinen beliebt: Der Clownfisch.

Nicht nur bei den Kleinen beliebt: Der Clownfisch.

Das auffällige helle grün-blau des Maori Wrasse (Napoleonfisch) hat die gleichen Farben wie das Riff selbst, und sogar die Schuppen haben Ähnlichkeit mit den Farben des Meeresbodens. Sie nähern sich besonders gern Tauchern und Schnorchlern, um gestreichelt zu werden. Man kann sie am ganzen Great Barrier Reef finden – besonders häufig sind sie dort anzutreffen, wo sich Menschen aufhalten: an beliebten Schnorchel- und Tauchspots bei den Reef Pontons im tropischen Norden rund um Cairns und Port Douglas sowie in den Whitsundays.

Majestätisch muten die riesigen Manta-Rochen an.

Majestätisch muten die riesigen Manta-Rochen an.

Mit einer Spannweite von bis zu sieben Metern ist der Manta-Rochen der größte aller Rochen. Es ist ein elegantes und gelenkiges, aber zugleich auch ein sehr kräftiges Lebewesen. Manta-Rochen können wie aus dem Nichts auftauchen und gleiten dann wie ein riesiges Raumschiff an einem vorbei. Lady Elliot Island am südlichen Great Barrier Reef zählt zu einem der Hotspots, um auf Manta-Rochen zu treffen. Vor allem in den australischen Wintermonaten halten sich bis zu 350 Tiere rund um die Insel auf.

Eine Besonderheit vor der Küste Australiens: Die bunten Riesenmuscheln.

Eine Besonderheit vor der Küste Australiens: Die bunten Riesenmuscheln.

Die Riesenmuscheln sind die Mütter aller Weichtiere. Sie nehmen nur Algen zu sich. Sie besitzen eine krustige Haut und sind im Inneren ganz weich. Die riesigen Muscheln sind überall im Great Barrier Reef zu finden.

Beeidnruckende Begegnung mit einem Zackenbarsch am Great Barrier Reef.

Beeidnruckende Begegnung mit einem Zackenbarsch am Great Barrier Reef.

Der Potato Cod schlängelt sich geschmeidig und ohne Eile durch die Gewässer am Great Barrier Reef. Sein großer silberner Körper ist durch dunkelfarbige Streifen und Punkte gekennzeichnet. Sie kommen den Schwimmern ganz nahe, den weiten Mund immer geöffnet, als ob sie versuchen, eine Unterhaltung zu führen. Freundlich und entspannt, wie ein richtiger Queenslander eben!

Auch Wale tummeln sich vor der Küste von Queensland.

Auch Wale tummeln sich vor der Küste von Queensland.

Das Great Barrier Reef ist ein beliebter Spielplatz für Buckelwale und ihre jungen Kälber. Jedes Jahr zwischen Mitte Juni und Anfang November ziehen die bis zu 17 Meter langen und an die 45 Tonnen schweren Tiere vom südlichen Polarmeer 6.000 Kilometer gen Norden in die subtropischen Gewässer vor die Küste von Queensland, um sich zu paaren. Touristen können die Buckelwale auf speziellen Touren hautnah erleben. Ausflüge werden von der Sunshine Coast, der Gold Coast und ab Brisbane angeboten. Die meisten Trips starten in Hervey Bay vor den Toren Fraser Islands. Im August feiert das Städtchen das „Hervey Bay Whale Festival“ mit einem bunten Programm. Ihre kleineren Cousins, die Zwergwale, passieren im Juni und Juli alljährlich den tropischen Norden Queenslands. Touren zu den „Minke Whales“ gibt es ab Port Douglas und Cairns.

Natürlich tuimmeln sich am Great Barrier Reef auch verschiedene Hai-Arten. Die meisten sind für Menschen ungefährlich.

Natürlich tuimmeln sich am Great Barrier Reef auch verschiedene Hai-Arten. Die meisten sind für Menschen ungefährlich.

Man kann jeden Taucher fragen, was er am liebsten sehen würde, wenn er unter Wasser ist, und nicht selten bekommt man „Haie“ als Antwort. Ihre glatten Körper gleiten nahezu mühelos durch das Wasser. Die kräftigen und wachsamen Tiere werden am Great Barrier Reef meistens alleine gesichtet, wenn sie durch die warmen Gewässer schwimmen. Die meisten Hai-Arten am Great Barrier Reef sind für Menschen ungefährlich.

Weitere Informationen zu den „Great 8” und zum Riff allgemein, zu Schutzmaßnahmen und Urlaubsangeboten für jeden Geldbeutel gibt es hier.


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