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Von 26. April 2019 Mehr →

Adelaide und Kangaroo Island – Reißbrett-City und Zoo ohne Zaun

Architektonischer Blickfang: die Fußgängerzone über den Torrens River mit dem beleuchteten Adelaide Oval Stadium. (Foto Hieu Doan/Wikepedia)

In Adelaide scheint zumindest essenstechnisch alles im grünen Bereich. Auch, wenn es so manchem allein beim Gedanken an grüne Suppe und Froschkuchen eher schaudern dürfte. Tatsächlich können sich sogar überaus verwöhnte Gaumen für die Spezialitäten aus Südaustraliens Kapitale begeistern. Anders ließe es sich nicht erklären, dass sich allabendlich riesige Schlangen vor den sogenannten „Pie Carts“, einer Art rollender Imbissbuden, an der North Terrace oder Franklin Street bilden. Dabei eint die Schar der Hungermäuler die unbändige Lust auf „Pie Floaters“. Dahinter verbirgt sich eine grüne Erbsensuppe, in der ein Fleischküchlein, Meat Pie, schwimmt. Letztere bestehen aus einer Teighülle mit einer Füllung aus Rindfleisch und Bratensaft. Garniert wird das Ganze mit einem Klecks Ketchup.

Einer der prächtigsten Kirechnbauten in Adelaide: die Saint Francis Xavier Kathedrale.

Eine nicht weniger beliebte Spezialität aus Adelaide sind die „Frog Cakes“ – schmackhafte Küchlein aus einer Biskuitmasse mit Cremefüllung, die mit grünem Zuckerguss überzogen sind. Feilgeboten werden die „Froschkuchen“, die angeblich von der ortsansässigen Bäckerei Balfours 1922 erfunden wurden, unter anderem in Adelaides historischen Central Market.

Die Art Gallery of South Australia ist ein Mekka für Kulturbeflissene. (Foto Kajinoz/Wikipedia)

Überhaupt avanciert Adelaide mit mehr als 700 Restaurants zu einem kulinarischen Mekka in Südaustralien. Wobei nicht nur exquisite kulinarische Hochgenüsse, sondern auch Köstlichkeiten für jeden Geldbeutel geboten werden. Dabei gibt sich die Millionenstadt am Torrens River ganzjährig in Feierlaune – vor allem entlang der Ausgeh- und Flaniermeilen Rundle und Hindley Street, wo in und vor den zahlreichen Bars, Cafés und Restaurants gerne die Nacht zum Tag gemacht wird.

Ein ungewöhnlicher Blickfang ist das South Australian Health and Medical Research Institute. (Foto Jackstarshaker/Wikipedia)

Ein wenig eleganter, aber nicht weniger beliebt unter Feierlustigen ist die Melbourne Street, wo sich neben Kneipen und Genusstempeln vor allem Galerien und Boutiquen angesiedelt haben. Überall fließt natürlich neben Bier insbesondere der Wein aus dem nahe gelegenen Barossa Valley in Strömen.

Den Charme von Adelaide machen die vielen Grünanlagen und Parks rund um die Innenstadt aus.

Höhepunkt im Jahresturnus ist traditionell das größte Kulturfestival im asiatisch-pazifischen Raum. Seit 1960 zieht das „Adelaide Festival of Arts“ jährlich im März mehr als eine Million Kulturbeflissene in seinen Bann. Umrahmt wird das bedeutendste Kulturereignis des Fünften Kontinents dabei von unzähligen Happenings des parallel stattfindenden Fringe Festivals.

Blick auf die Kreuzung North Terrace und Pulteney Street. (Foto Adam.J.W.C./Wikipedia)

Ihren Ruf als „Stadt der Kunst und Kultur“ verdankt Adelaide auch der Art Gallery of South Australia mit ihren mehr als 20.000 Gemälden, Drucken und Zeichnungen. Eine Besonderheit bilden hier Punktmalereien der Western Desert Aborigines. Lohnend ist auch ein Abstecher in die Grenfell Street zum Tandanya National Aboriginal Institute, Australiens ältestem Kulturzentrum im Besitz der Ureinwohner. Und entlang des Tappa Mai Trails im Botanischen Garten wird auf anschauliche Art und Weise vermittelt, welche Pflanzen die Aborigines als Medizin und Nahrungsmittel nutzten.

An der Moonta Street findet sich Adelaides Chinatown. (Foto Scott W./Wikipedia)

Um sich in der fünftgrößten Stadt des Fünften Kontinents zurecht zu finden, bedarf es dank der Weitsicht eines gewissen Colonel William Light keines besonderen Orientierungssinnes. Denn nach Plänen des englischen Landvermessers wurde das am Reißbrett entworfene Adelaide ab 1836 schachbrettartig mit breiten Straßen und großzügigen Grünanlagen angelegt. Mit dem Effekt, dass auch fast 200 Jahre später für den deutlich gewachsenen Verkehr genügend Platz vorhandenen ist.

Vor allem entlang der mondänen North Terrace finden sich zahlreiche monumentale Prachtbauten. Deren Bogen spannt sich von der Holy Trinity Church aus dem Jahre 1838, über das mit Säulen und Marmor verzierte Parlamentsgebäude bis hin zum Government House. Letzteres dient als offizieller Amtssitz des Gouverneurs von Australien, dem Vertreter Ihrer Majestät, der englischen Königin.

Ayers House dient heute als Museum. (Foto Peripitus/Wikipedia)

Nur einen Steinwurf entfernt, bildet das Ayers House einen weiteren Blickfang. Der viktorianische Prachtbau, der heute als Museum fungiert, war von 1855 bis 1897 Wohnsitz des langjährigen südaustralischen Premierministers Sir Henry Ayers, nach dem auch der berühmte Ayers Rock im Outback benannt ist.

Die North Terrace, die im Osten an den Botanischen Garten grenzt, gilt aber auch als Adelaides wichtigste Kulturmeile. Mächtige Walskelette werben hinter den riesigen Scheiben des South Australian Museums für den Besuch der umfangreichsten Ausstellung zur Natur- und Kulturgeschichte des Bundesstaates. Zu dem Komplex gehört auch die Australian Aboriginal Cultures Gallery, die weltgrößte Sammlung von Alltagsgegenständen der Aborigines.

Auf Kangaroo Island sind auch zahlreiche niedliche Koalas anzutreffen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Derweil rollt vom zentralen Victoria Square eine fast 100 Jahre alte Straßenbahn binnen 25 Minuten in den Vorort Glenelg mit seinen herrlichen Stränden. Hier gingen 1836 die ersten britischen Siedler an Land und hier wurde am 28. Dezember desselben Jahres von Gouverneur Hindmarsh unter dem Old Gum Tree, dem alten Gummibaum, die Proklamation verlesen, die Südaustralien zur englischen Kolonie erhob.

Bekannt ist Kangaroo Island auch für die ungewöhnliche Gesteinsformation „Remarkable Rocks“.

Für Natur- und Tierliebhaber ist unterdessen ein Abstecher nach Kangaroo Island, das rund 120 Kilometer südlich von Adelaide liegt, ein absolutes Muss. Die 4.400 Quadratkilometer große Insel wird gern als „Zoo ohne Zäune“ bezeichnet, denn hier lassen sich fast alle australischen Tierarten aus nächster Nähe und in freier Wildbahn beobachten. Großer Beliebtheit erfreut sich vor allem die Seal Bay an der Südküste, wo sich immer mehrere Hundert Seelöwen am Strand in der Sonne aalen. Und bei einer Wanderung entlang des Platypus Waterholes Walk lässt sich mit etwas Glück das scheue Schnabeltier erspähen.

Die namensgebenden Beuteltiere dürfen auf Kangaroo Island natürlich nicht fehlen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch sonst präsentiert sich die Fauna auf Australiens drittgrößter Insel von ihrer besten Seite: allerorten hüpfen Kängurus durch den Busch, Koalas hängen träge auf den Ästen der Eukalyptus und Pinguine watscheln laut schnatternd zu ihren Nestern in den Dünen. Zudem finden sich vor Kangaroo Island einige der besten Tauchgründe der Südhalbkugel. An farbenprächtigen Korallenfelsen und steinigen Riffen gedeiht ein intaktes Ökosystem mit noch größerer Artenvielfalt als am Great Barrier Reef. Blauteufel, Harlekine, Korallenfische und scheue Blattfetzenfische sind in den Gewässern heimisch. Interessante Ziele für Tauchgänge sind zudem die über 60 Schiffswracks um die Insel herum, von denen einige unweit des Strands liegen.

Weitere Informationen unter http://southaustralia.com.

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