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175 Jahre Walhalla mit musikalischem Feuerwerk

Prachtbau am Donauufer: die Ruhmes- und Ehrenhalle Walhalla.

Wenige Autobahnfahrminuten östlich der UNESCO-Welterbestadt Regensburg bei Donaustauf, umrahmt von den Ausläufern des Bayerischen Waldes, erhebt sich auf dem Bräuberg die Walhalla. Am 18. Oktober 1830 wurde durch König Ludwig I. von Bayern der Grundstein für den mächtigen klassizistischen Tempel gelegt. Der Erbauungsort am Ufer der Donau war gut gewählt. Schon von weitem beeindruckte die Ruhm- und Ehrenhalle seinen Betrachter. Symbolhaft wurden Architekturzitate aus der Antike gebracht, die den Willen ihres Erbauers auch als Denkmal der Verbindung von Orient und Okzident an der Donau, dem großen Strom Europas zwischen Ost und West, versinnbildlichen soll. Der Treppensockel von Persepolis, die Palasger-Mauer der griechischen Ureinwohner und schließlich der Parthenon auf der Akropolis in Athen sind zu einer Symbiose verschmolzen. Ohne Rücksicht auf Stand, Geschlecht oder Religion wurden Büsten und Gedenktafeln großer Persönlichkeiten aus der gesamten germanischen Sprachfamilie, der ein Gutteil Europas angehörte, im Innern aufgestellt und geehrt.

Bengalische Feuer im Jahr 1842

Äußerliche erinnert die Walhalla an Tempel der Antike.

Am 18. Oktober 1842 wurde die Walhalla feierlich eröffnet. König Ludwig lies dazu abends die Walhalla erstmals in weißem und rotem bengalischen Feuer erstrahlen. Aus dieser Idee heraus wurde bereits zum 150. Jubiläum ein großes musikalisches Prachtfeuerwerk an der Walhalla gezündet. Dieser Tradition folgend wird am 21. Oktober 2017 wieder eine solche Jubliäumsveranstaltung vorbereitet. Acht Schiffe werden aus diesem feierlichen Anlass von den Abfahrtsstellen Regensburg, Sinzing und Donaustauf für eine genussvolle Abendfahrt Kurs auf die große Wasserfläche vor der Walhalla nehmen. Drei regionale Schifffahrtsunternehmen bieten dazu unterschiedliche Möglichkeiten an – von der abendlichen Donaufahrt mit Erlebnis des Feuerwerkes bis hin zum festlichen Abend mit Drei-Gänge-Menü an Bord.

Busshuttle von Regensburg aus

Auch beim Innenausbau wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt.

Die Inszenierung kann auch ganz bequem vom südlichen Donauufer entsprechend erlebt werden, ein Pendelbusverkehr wird dazu von Regensburg aus eingerichtet, um den Individualverkehr gering zu halten. Veranstalter sind Stadt und Landkreis Regensburg mit den Gemeinden Barbing und Donaustauf in Kooperation mit den Schifffahrtsgesellschaften Kelheimer Personenschifffahrt, Schifffahrtsunternehmen Klinger sowie Donauschifffahrt Wurm und Köck. Tickets können ab sofort bei den genannten Schifffahrtsgesellschaften reserviert werden.

Zwölf Jahre Bauzeit

Zwölf Jahre gingen ins Land, ehe der Prachtbau fertig gestellt war.

1830 erfolgte die Grundsteinlegung. Zwölf Jahre später, am 18. Oktober 1842, konnte die Walhalla schließlich feierlich eröffnet werden. Zur Eröffnung im Jahre 1842 wurden 160 Personen mit 96 Büsten und, in den Fällen fehlender authentischer Abbildungen oder bei Handlungen wie dem Rütlischwur, 64 Gedenktafeln geehrt. Gegenwärtig umfasst die Sammlung 130 Büsten und 65 Gedenktafeln, die an Personen, Taten und Gruppen erinnern. Zwölf der Geehrten sind Frauen. Jedermann kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanischen Sprachfamilie „teutscher Zunge“ frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.

Gedächtnisort und Nationaldenkmal

Walhalla ist längst zu einem Mythos weit über die Landesgrenze hinaus geworden.

Die Walhalla zählt zu den bedeutendsten deutschen Nationaldenkmälern des 19. Jahrhunderts. Der bayerische König Ludwig I. hatte den Bau als einen Gedächtnisort, an dem verdiente deutschsprachige Männer und Frauen gewürdigt werden sollten, bei dem damaligen Star-Architekten und einem der wichtigsten klassizistischen Baumeister des 19. Jahrhunderts Leo von Klenze in Auftrag gegeben. Weitere Informationen unter www.schloesser.bayern.de.

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