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48 Stunden in Belfast – Stippvisite in Nordirlands pulsierender Hauptstadt

Murals, riesige Wandmalereien wie hier an der Newtownards Road, zeugen von den einstigen Unruhen in Belfast. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Murals, riesige Wandmalereien wie hier an der Newtownards Road, zeugen von den einstigen Unruhen in Belfast. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Nordirlands Hauptstadt Belfast gehört fraglos zu den spannendsten und aufstrebenden Metropolen Europas. Lange war die Stadt ein Unruheherd und immer wieder Schauplatz von Terror und religiösen Auseinandersetzungen.  Heute zeigt Belfast ein ebenso geschichtsträchtiges wie modernes Gesicht, dessen Beosnderheiten wunderbar an einem Wochenende entdeckt werden können. Hier ein Tipp für einen 48-stündigen Aufenthalt in Nordirlands gößter Stadt:

Freitag

18 Uhr – Zum Einstieg in den Abend ist das Pub The Duke of York ein Muss. Schon im Antikdekor mit alten Spiegeln und Kunst flackert das alte Belfast des 19. Jahrhunderts auf. Und mit einem Irish Whiskey oder einem Pint cremigem Stout kommt man gleich dem Geschmack Nordirlands auf den Grund und ins Gespräch mit Studenten, Hipstern, Touristen und Einheimischen.

19 Uhr – Zeit, essen zu gehen. Wer es rustikal mag, ist im Made in Belfast richtig. Hier teilt man die Geschmäcker der Welt – vom Aussie Burger bis zum kraftvollen irischen Lammsteak.

Nicht nur das Ufer des Lagan Rivers ist in den Abendstunden prächtig illuminiert. (Foto Tourism Ireland)

Nicht nur das Ufer des Lagan Rivers ist in den Abendstunden prächtig illuminiert. (Foto Tourism Ireland)

21 Uhr – Nach dem Essen geht Belfast über in die hundert Gigs der Nacht. The Limelight in der Ormeau Avenue ist der angesagte Spot mit hochkarätigen Sounds wie dem von Ed Zealous oder Mojo Fury.

23 Uhr – Das Freitagsfinale findet im Schummerlicht und verrückten Interieur der Cocktailbar Love & Death in der Anne Street statt. 85 Cocktails und Drinks stehen auf der wie ein Comic aufgemachten Karte.

Samstag

9 Uhr – Der Tag beginnt zünftig mit einem Ulster Fry-Frühstück im Café Conor, einem kleinen sehr populären Künstlercafé gleich am Eingang zur Queens University. Von den Spiegeleiern bis zur Blutwurst macht es das beste frische Ulster Fry in Belfast.

10 Uhr – Eine Radtour entlang dem Lagan River, vom Botanischen Garten bis in die Docks, ist der beste Weg, sich ein erstes Bild von der Stadt zu machen.

11 Uhr – Tiefer in die Stadtgeschichte kommt man bei einer Tour mit einem der Black Cabs genannten altmodischen Taxis. Was diese Mural Tour entlang den typischen Wandgemälden aus der Zeit der Unruhen so besonders macht, sind die Geschichten, die der Taxifahrer dazu erzählt. “Man sieht die Murals nicht nur, man hört sie auch”, sagt Joe McCollugh, der altgediente Haudegen der Black-Cab-Fahrer dazu.

Der St. George's Market hat fast magnetische Anziehungskraft. (Foto Tourism Ireland)

Der St. George’s Market hat fast magnetische Anziehungskraft. (Foto Tourism Ireland)

13.30 Uhr – Am St. Annes Square endet die Taxitour und es ist höchste Zeit für das italienische Restaurant Coppi. Ein Foto der Radfahrerlegende Angelo Fausto Coppi nimmt eine ganze Wand ein, und das Restaurant ist auf viele kleine Snacks wie man sie in den Bars von Venedig kennt spezialisiert.

14.30 Uhr – Nach dem Lunch ins Museum: Titanic Belfast und Titanic Quarter sind ein Muss. Alles zur Geschichte der Titanic – von der Schiffswerft Harland & Wolff, wo sie gebaut wurde, bis ins inzwischen weltberühmte Multivisions- Museum. Allein der Museumsbau als silbern glänzender Schiffsrumpf ist ein Meilenstein der neuen Stadtarchitektur.

16.30 Uhr – Eine kleine Ruhepause und ein Drink im Crown Liquour Saloon, dem prachtvollsten viktorianischen Pub von Belfast. Sein Interieur ist ein Gesamtkunstwerk.

18 Uhr – Wer zum Dinner nicht in der Mourne Seafood Bar war, verpasst die beste, appetitlichste und frischste Fischküche der Stadt. Perfekt die Austern mit einem traditionellen Mourne Irish Pint.

20 Uhr – Jetzt ins Cathedral Quarter, das quicklebendige Nightlife-Viertel der Stadt. Erster Stopp im coolsten Spot Aether & Echo. Pariser Chic gehört zum kultivierten Auftritt.

21 Uhr – Um die Ecke in die Hudson Bar. Das Türschild sagt schon alles: “Whiskey, Ales and Disco”. Etwas traditioneller ist das Pub John Hewitt mit spontanen Jam-Sessions von einheimischen Musikern, die mit Pints bezahlt werden.

Ein Tour mit dem Black Cab, den markant schwarzen Taxis, führt zu geschichtsträchtigen Plätzen im Stadtgebiet. (Foto Tourism Ireland)

Ein Tour mit dem Black Cab, den markant schwarzen Taxis, führt zu geschichtsträchtigen Plätzen im Stadtgebiet. (Foto Tourism Ireland)

22.30 Uhr – Aus Alt mach Neu: Noch ein Blick in The Dirty Onion von 1780. Belfasts ältestes Pub hat einen perfekten Sprung in die Moderne durchgemacht. Einen Steinwurf weiter geht es in der National Grand Bar zum größten Biergarten des Viertels.

24 Uhr – Die Nacht ist noch jung und The Menagerie kommt gerade erst auf Touren. Was aussieht wie ein baufälliger Schuppen ist für Insider ein Mekka. Die besten DJs legen hier Killersounds auf.

Sonntag

9 Uhr – Nicht verschlafen, es gibt Frühstück im nahe bei der Ulster Hall. Eigentlich ist es mehr ein Happening-Bistro und Kunstwerk, in dem es obendrein guten Kaffee gibt.

10.30 Uhr – Für einen klaren Kopf sorgt auch ein strammer Spaziergang auf den Cavehill ein paar Meilen außerhalb des Stadtzentrums. Vom Gipfel sieht man über Belfast bis in die Mourne Mountains.

13 Uhr – Kein Sonntag ohne St. George‘s Market. Buntes Treiben, Flohmarkt und Live Musik in viktorianischen Hallen. Und halb Belfast scheint auf den Beinen zu sein.

Belfasts neuer Vorzeige-Kulturtempel: das MAC. (Foto Tourism Ireland)

Belfasts neuer Vorzeige-Kulturtempel: das MAC. (Foto Tourism Ireland)

15 Uhr – Nach einem kurzen Lunch passt eine alternative Musiktour mit Terri Hooley. Er ist ein Insider der nordirischen Musikindustrie und gilt als Vater des Belfaster Punk. Seine Tour führt durch die Seitenstraßen und öffnet Hintertüren zum alten Belfast der 1960er-Jahre.

16 Uhr – Eins bleibt noch: Wie wäre es mit dem MAC, der neuesten Kunsthalle im Cathedral Quarter? Musik, Theater, Tanz und Malerei – alles ist vereint unter dem Dach dieses beeindruckend zeitgenössischen Gebäudes, das wie ein Wegweiser in die Zukunft des jungen Belfast zeigt.

Buchtipps: Ulrike Katrin Peters & Karsten-Thilo Raab: Nordirland Reisehandbuch, Westflügel Verlag, ISBN 978-3-939408-00-0, bestellen

Karsten-Thilo Raab: Irland und Nordirland – Auf den Spuren von Heiligen, Dichtern und Denkern, Morstadt Verlag, ISBN 978-3-88571-325-8

Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: Oh, diese Iren, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-804-5. Das Buch ist im Buchhandel oder direkt beim Conrad Stein Verlag erhältlich.


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