Müllheim und Schopfheim – Schwarzwald-Perlen mit Genuss- und Erlebnischarakter

Rund um Müllheim blüht - wie hier am Tuniberg - im wahrsten Sinne des Wortes die Weinkultur. (Foto Stadt Müllheim)
Rund um Müllheim blüht – wie hier am Tuniberg – im wahrsten Sinne des Wortes die Weinkultur. (Foto Stadt Müllheim)

Als größtes zusammenhängendes und höchstes Mittelgebirge in Deutschland fasziniert der Schwarzwald mit seinen ausgedehnten Wäldern, Flüssen und Seen sowie Wein- und Obstanbaugebieten seit Jahr und Tag insbesondere die Naturfreunde. Doch inmitten dieser herrlichen Landschaft finden sich auch zahlreiche schmucke, kleine Städtchen, die insbesondere mit kulinarischen und kulturellen Genüssen zu begeistern wissen. Zu diesen lohnenswerten Zielen für einen Kurztrip in den Schwarzwald zählen beispielsweise Müllheim und Schopfheim, die als charmante Kleinstädte mit einem überaus großen Angebot aufwarten.

Die 18.500-Seelen-Gemeinde Müllheim, zwischen Freiburg und Basel im Zentrum des Markgräflerlandes gelegen, präsentiert im Markgräfler Museum auf 1.500 Quadratmetern eine gelungene Mischung aus Kunst, Geschichte, Weinbau, Geologie und Archäologie. Und dies in besonderem Ambiente. Denn das Museum ist in einem der markantesten Gebäude der malerischen Altstadt angesiedelt, dem Bankenhorn Palais. Das stolze Gemäuer wurde nach französischem Vorbild in der Zeit um 1780 im frühklassizistischen Stil errichtet.

Eine der vielen schmucken Plätze in Müllheim_ Der Markgräfler Platz. (Foto Müllheim Touristik)
Eine der vielen schmucken Plätze in Müllheim_ Der Markgräfler Platz. (Foto Müllheim Touristik)

Neben archäologischen Funden der Vor- und Frühgeschichte sowie Exponaten aus der römischen, alemannischen und fränkischen Besiedlung widmen sich Teile der Ausstellung dem großbürgerlichen und städtischen Wohnen im 18. und 19. Jahrhundert. Zudem wird ein Augenmerk auf das Leben und Werk des Müllheimer Weinbau-Pioniers Adolph Blankenhorn und die Entwicklung des Weinbaus im Markgräflerland geworfen.

Derweil wird in der historischen Frick-Mühle in der Gerbergasse, deren Geschichte bis in das Jahre 1392 zurückreicht, die Arbeitsweise einer mit Wasser betrieben Getreidemühle in den Fokus gerückt. Eine weitere Besonderheit ist fraglos das einstige Amtshaus der Vogtei Badenweiler. Das barocke Schmuckkästchen, in dem heute Teile der Stadtverwaltung sowie die Touristik-Information angesiedelt sind, wurde vor gut 300 Jahren fertig gestellt.

Der Markgräfler Platz gehört nicht von ungefähr zu den beliebtesten Fotomotiven in Müllheim. (Foto Stadt Müllheim)
Der Markgräfler Platz gehört nicht von ungefähr zu den beliebtesten Fotomotiven in Müllheim. (Foto Stadt Müllheim)

Kein Schwarzwald Kurzurlaub wäre natürlich ohne eine schöne Wanderung perfekt. Der Rundumwegli führt dabei auf vier unterschiedlich langen und vier unterschiedlich anspruchsvollen Etappen mit einer Gesamtlänge von rund 37 Kilometern rund um Müllheim. Ein lohnenswertes Ziel auf Schusters Rappen ist auch die Burgruine Neuenfels. Von den Resten der auf rund 595 Meter über Normalnull gelegenen mittelalterlichen Burg bietet sich ein herrlicher Panoramablick über die umliegenden Weinberge und die weite Rheinebene.

Hervorragend kombinieren lässt sich in und um Müllheim auch das Wandervergnügen mit dem Weingenuss, finden sich hier doch zahlreiche Winzergenossenschaften und Weingüter. Entlang des Markgräfler Wiiwegli können sich Wanderer mit der Vorliebe für einen guten Tropfen zwischen Weinbergen und Streuobstwiesen auf den Weg zu den idyllischen Winzergemeinden im Umland begeben und die Weine der Region direkt beim Erzeuger testen.

Faszinierend, aber auch ein wenig frech: Die Lenk-Plastik zur Badischen Revolution in Schopfheim. (Foto Ulrike Klumpp)
Faszinierend, aber auch ein wenig frech: Die Lenk-Plastik zur Badischen Revolution in Schopfheim. (Foto Ulrike Klumpp)

Nicht minder attraktiv ist ein Abstecher nach Schopfheim. Die 19.000-Seelen-Gemeinde erlangte während der Badischen Revolution historische Berühmtheit, als am 18. April des Jahres 1848 Friedrich Hecker mit einer Armee von rund 800 Freischärlern in der Stadt einfiel. Der Revolutionär versuchte vergeblich, mit einer Rede vom Rathaus-Balkon, die Bewohner von Schopfheim für seine Ideen zu begeistern. Doch die Schopfheimer verweigerten den Aufständischen ihre Unterstützung, griffen weder zu den Waffen, noch unterstützten sie Hecker & Gefolge in irgendeiner Weise.

Und genau dieser bis heute unvergessene Moment ist in der schnuckeligen Schwarzwald-Gemeinde noch heute auf besondere Art präsent. Denn kein geringerer als Künstler Peter Lenk, der auch der Schöpfer der Imperia im Konstanzer Hafen ist, setzte der ungewöhnlichen Haltung der Schopfheimer ein besonderes Denkmal: Am 3. Oktober 2004 wurde mit der Skulptur „Leis Kinder leis, draussen schleicht der Preiss“ im Herzen von Schopfheim ein „Heroisches Monument zur badischen Revolution“ enthüllt. Teil der riesigen, auf Metallstelzen montierten Plastik sind namhafte Persönlichkeit der Geschichte – darunter ein grimmiger Landesvater Erwin Teufel, der die Staatsmacht verkörpert.

Verwunschen und ein Platz zum Träumen: ein beranktes Haus in der Altstadt von Schopfheim. (Foto Stadt Schopfheim/Peter Hangst)
Verwunschen und ein Platz zum Träumen: ein beranktes Haus in der Altstadt von Schopfheim. (Foto Stadt Schopfheim/Peter Hangst)

Das Meisterwerk von Lenk ist beileibe nicht das einzige Kunstwerk, das in Schopfheim tausendfach mit der Fotokamera auf Zelluloid oder den Digitalchip gebannt wurde und sinnbildlich für einen Schwarzwald Kultururlaub steht. Entlang des „Eisernen Kunstpfads“ hat Wolfgang Gerstner im Stadtteil Gersbach eine ganze Reihe skurriler Phantasiefiguren installiert.

Eine Besonderheit ist sicher auch das kleine, aber feine Bärenmuseum in Gersbach, das sich den knuddelligen Stoffbegleitern aus Kindheitstagen widmet. Abgerundet wird die Musemslandschaft durch das Stadtmuseum, das Technische Museum mit seiner Sammlung an Bleisatzmaschinen sowie durch das Otto-Erich-Döbele-Museum, das der Schaffensfreudigkeit des gleichnamigen Schopfheimer Künstlers großen Raum einräumt.

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Das Wald- und Glas-Zentrum erzählt anschaulich die Geschichte der Wanderglasbläser. (Foto Ulrike Klumpp)

In Gersbach ist seit dem Jahre 2008 zudem das landesweit einmalige Wald- und Glaszentrum angesiedelt. Dieses erinnert an die sechs Jahrhunderte alte Glasbläser-Tradition in der Region. Gleichzeitig eröffnet die Ausstellung spannende Einblicke in die Geschichte der Wanderglashütten sowie der Köhler und Harzer im südlichen Schwarzwald.

Zu den Besonderheiten der schnuckeligen Schwarzwald-Gemeinde zählt fraglos das historische Rathaus, das im Jahre 1826 im Weinbrenner-Stil entstand. In der Altstadt befindet sich mit der Alten Stadtkirche St. Michael ein weiteres Kleinod, dessen Ursprung im Jahr 807 nachweislich dokumentiert ist.

Nachbau eines historischen Bollwerks: die barocke Schanze mit Wachturm bei Schopfheim. (Foto Ulrike Klumpp)
Nachbau eines historischen Bollwerks: die barocke Schanze mit Wachturm bei Schopfheim. (Foto Ulrike Klumpp)

Nicht zu vergessen ist daneben die Barockschanze. Um sich gegen die Bedrohung durch die Franzosen zu schützen, ließ Markgraf Ludwig von Baden zwischen 1692 und 1701 ein ausgedehntes Befestigungssystem mit einer Reihe von Schanzen anlegen. Dieses Bollwerk zog sich dereinst über eine Länge von 200 Kilometer. Einige der am besten erhaltenen Überreste finden sich im Schopfheimer Ortsteil Gersbach, wo eine Schanze samt Wach- und Signalturm originalgetreu rekonstruiert wurde und so einen lebendigen Eindruck davon vermittelt, wie die Verteidigungslinie dereinst funktionierte.

Kurz um, es ist dieser faszinierende Mix aus Natur pur, Geschichte und Genuss der Schopfheim und Müllheim Städtereisen zu einem besonderen Erlebnis nicht nur für Wanderer werden lässt.


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