Merhaba Ephesus! Das antike must-see

Ephesus
Nicht nur wegen der berühmten Celsus-Bibliothek weiß Ephesus die Massen in seinen Bann zu ziehen.

Vor dem Eingang tummeln sich scharenweise Fremdenführer. Neben exzellenten Ortskenntnissen haben sie noch eines gemeinsam: sie verdienen alle ihre Brötchen vornehmlich als Teppich- oder Krimskramshändler, bieten entsprechend ihre Dienste mit dem Hinweis auf den eigenen Souvenirladen an. Dort verkaufen sie „echte“ antike Münzen, Vasen und Säulenreste moderner Machart. Und so gilt das Hauptinteresse dem antiken Ephesus, auch als Ephesos bekannt, einer der am besten erhaltenen historischen Ausgrabungsstätten der Welt.

Vom Amphietheater eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die imposante Ausgrabungsstätte und das Umland.

Auf den Spuren des Engländers John T. Wood, der im Jahr 1869 beim Bau der Eisenbahnlinie von Izmir nach Aydin die Ruinen eher zufällig entdeckte, beginnt unweit des beliebten Badeortes Kusadasi vor den Toren von Selcuk eine begeisternde Reise in die Vergangenheit.
Schon der Gang durch das Magnesia-Tor ist ein Schritt in eine andere Welt. Eine Welt, geprägt von hellenistisch-römischer Lebensart und einer langen wechselvollen Geschichte.

Ungeahnte Fülle an antiken Gebäuden

Ephesus
Zahlreiche alte Tempel und gut erhaltene Gemäuer laden zu einer Zeitreise ein.

Die gut erhaltene Variustherme, die Basilika und das Odein, in dem der Stadtrat des frühen Ephesus seine Sitzungen abhielt, lassen unweigerlich die Üppigkeit des hadrianischen Klassizismus ins Auge stechen. Selbst die lärmenden Touristenscharen auf der malerischen Kurtenstraße können die Idylle der einstigen Hafenstadt, die Mitte des 2. Jahrhunderts vor Christus gegründet wurde und schnell als Handelsdrehscheibe zwischen Mesopetanien und dem Mittleren Osten aufstieg, nicht schmälern. Besticht Ephesus doch durch eine ungeahnte Fülle an historischen Gebäuden. Wie etwa die Scholastika-Thermen. Deren ausgeklügelte Wasserversorgung und das raffinierte Heizsystem zeugen noch heute von dem hohen Lebensstandard in längst vergangenen Jahrhunderten.

Ephesus
Immer wieder öffnen sich faszinierende Blicke auf die antiken Schätze.

Zwar blieb vom legendären Artemisten-Tempel, einem der viel gepriesenen sieben Weltwunder, allein die Erinnerung, dafür aber erlangte ein weiteres Gemäuer Welt-ruhm, die Celsus-Bibliothek. Etwa 120 nach Christus von Julius Aquila im Gedenken an seinen Vater Julias Celsus Polemeianus errichtet, fiel das antike Meisterwerk, in dem etwa 12.000 Schriftrollen und Manuskripte gelagert haben sollen, im 10. Jahrhundert einem Erdbeben zum Opfer.

Welterbestätte Celsus-Bibliothek

Ephesus
Die Celsus-Bibliothek ist das Wahrzeichen von Ephesus.

Zwischen 1970 und 1978 wurde die mit aufwendige verzierte Prunkfassade dann komplett restauriert. In unmittelbarer Nachbarschaft der Celsus-Bibliothek, in deren Erdgeschoß vier Statuen die Celsus-Leitwerte Weisheit, Mut, Einsicht und Bildung verkörpern, erhebt sich mit dem doppelbögigen Mazaeus- und Mitridatestor ein weiteres Meisterwerk der Architektur.

Ephesus
Nicht nur Archäologen udn historisch Interessierte sind von Ausgrabungsstätte angetan.

Auf dem Weg zum mächtigen Theater stößt der Blick unweigerlich auf Marmorplatten mit einem Fußabdruck und einen Frauenkopf, die als Wegweiser zum Freudenhaus galten. In dem zum Komplex des Hadrian-Tempels zählenden Gemäuer wollen Archäologen eine kleine Tonfigur mit überdimensionalen Phallus gefunden haben, deren Nachbildung überall als Souvenir erhältlich ist.

Amphietheater als große Bühne

Ephesus
Die Marmorstraße wird von zahllosen Säulen gesäumt.

Das prachtvolle Theater am Ende der Marmorstraße gilt als größtes Theaterbauwerk der Türkei und bietet rund 24.000 Besuchern Platz. Noch immer dient das monu-mentale Bauwerk als Forum für aktuelle Bühnenstücke aber auch für Rock- und Popkonzerte. Megastars wie Rod Stewart oder Liza Minelli gaben sich hier bereits ein Stelldichein.

Ephesus
Kaum vorzustellen, was die Steine erzählen würden, wenn sie reden könnten

Und alljährlich in der ersten Maiwoche knüpfen die internationale Kunst- und Musikfestspiele einen faszinierende Brücke zwischen der Moderne und der allgegenwärtigen Geschichte von Ephesus, verleihen der Reise in die Vergangenheit eine unvergeßliche Note. Besonders für diejenigen, die bei Tageslicht die historische Ausgrabungsstätte studieren und sich dann mir Einbruch der Dunkelheit im einmaligen Ambiente des antiken Auditorium mit modernen Darbietungen verwöhnen lassen. Weitere Informationen unter www.goturkiye.com.

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.