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Erlesene Wein-Kultur in Virginia und Maryland

Wein

Mehr als 300 Weingüter finden sich in der US-Hauptstadtregion. – Foto Karsten-Thilo Raab

Es war der US-Gründervater Thomas Jefferson, der einst davon träumte, in seiner Heimat Virginia Wein anzubauen, der mit den edlen Tropfen der Alten Welt mithalten konnte. Auch wenn seine persönlichen Versuche nicht von Erfolg gekrönt waren, legte er mit seiner Vision doch den Grundstein für die heutige Weinkultur des US-Bundesstaates. Mit fast 300 Weingütern, die sich vom Atlantik bis zum Herzen der Appalachen erstrecken, ist Virginia das Herzstück der Weinwirtschaft rund um die US-Hauptstadt Washington DC und fünftgrößter Weinproduzent in den USA.

Nicht weniger ambitioniert in Sachen Weinanbau ist Maryland. Der US-Bundesstaat zählt zu den aufstrebenden Weingebieten des Landes und zeichnet sich durch seine enorme Vielfalt aus. In kaum einem anderen Staat sorgen unterschiedliches Klima und Bodenbeschaffenheit für ein solch breites Spektrum an Reben. In den rund 80 Kellereien von Maryland werden mehr als 400 verschiedene Weine produziert – und es kommen ständig neue hinzu.

Wine Trails in Virginia und Maryland

Der Herbst ist die beste Zeit, um den Wein in Virginia und Maryland zu testen. – Foto Karsten-Thilo Raab

Insbesondere der Herbst bietet sich als ideale Reisezeit an, da die Ernteperiode in den beiden Bundesstaaten als Anlass für zahlreiche Festivals genutzt wird. Neben dem Genuss der regionalen Produkte steht dabei das gesellige Beisammensein von Besuchern und Einwohnern im Vordergrund. Aktuelle Informationen zu den jeweiligen Festivals finden sich unter www.virginia.org/winefestivals und www.marylandwine.com.

Ganz unabhängig von der Jahreszeit können Weinliebhaber die genussvollen Rebensäfte auch auf einem der zahlreichen Wine Trails erkunden, die die Capital Region USA durchziehen. Die Weinwege, die zu Fuß, mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad erkundet werden können, führen vorbei an malerischen Landschaften von den Bergen bis zur Chesapeake Bay, vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten, amerikanischen Kleinstädten und lebendigen Metropolen.

Erster Weinanbau in den USA

Weinprobe im Schatten der Reben in den Black Ankle Vineyards in Frederick. -Foto Andrew Murdock

Nur eine Stunde von Washington, DC entfernt eignet sich der Blue Ridge WineWay, gegründet von einem Zusammenschluss von Winzern aus Virginia, hervorragend für einen Tages- oder Wochenendausflug in den Norden des Bundesstaates mit Besuch verschiedener Weingüter. Ebenfalls in Virginia befindet sich der Monticello Wine Trail, der 21 Weingüter und Kellereien bei Charlottesville umfasst und als Geburtsort des amerikanischen Weins gilt.

Hier beauftragte Thomas Jefferson im Jahr 1774 den italienischen Winzer Filippo Mazzei in der Nähe seines Anwesens damit, den ersten Weinanbau in den noch jungen USA nach europäischem Vorbild anzulegen. Jefferson Vineyards ist eines der historischen Weingüter entlang des Trails, das heute Verkostungen im ehemaligen Pferdestall anbietet.

Wein, Meeresfrüchte und Strandgenuss

Malerischer Blick auf die herbstlichen Barboursville Vineyards. – Foto Virginia Tourism Corporation

In Maryland verbindet der Chesapeake Wine Trail elf Weingüter miteinander und bietet Besuchern nicht nur die Möglichkeit, edlen Rebensaft aus der Region zu probieren, sondern auch einmalige Einblicke in das maritime Leben an der malerischen Bucht zu gewinnen, die für ihre herrlichen Sandstrände und ihr erstklassiges Seafood bekannt ist.

Der Frederick Wine Trail in Maryland ist sehr abwechslungsreich und historisch interessant. Von den Außenbezirken der Stadt Mount Airy über die Randgebiete von Montgomery County bis hin ins Stadtzentrum von Frederick schlängelt sich der Weinweg durch die ehemaligen Schlachtfelder des Bürgerkriegs. Eines der acht Weingüter, die sich 2007 zu dem Wine Trail zusammengeschlossen haben, ist die Springfield Manor Winery & Distillery. Das riesige Privatanwesen stammt aus dem Jahr 1765. Weitere Informationen unter www.capitalregionusa.de.