Weißes Gold selbst gemacht – auf Læsø lernen Besucher das Salzsieden in offenen Eisenpfannen

Die historische Siederei auf Læsø ist die einzige Dänemarks, die sich der traditionellen Technik verschrieben hat.
Die historische Siederei auf Læsø ist die einzige Dänemarks, die sich der traditionellen Technik verschrieben hat.

Wer selbst ausprobieren möchte, wie im Mittelalter Salz hergestellt wurde, sollte auf die Insel Læsø im dänischen Nordjütland reisen. Im nördlichen Kattegat gelegen, stellt die historische Siederei als einzige in ganz Dänemark noch Salz in offenen Eisenpfannen her. In einer authentischen Umgebung lernen Besucher Salz selber zu sieden und nehmen nach circa einer Stunde eine kleines Säckchen mit nach Hause. Wer mehr Geduld hat, stellt in einem langwierigeren Prozess goldbraunes Räuchersalz her.

Das Siede-Handwerk hat auf der Insel eine lange Tradition. Læsø galt dank des salzigen Grundwassers im Mittelalter als das nordische Zentrum des „weißen Golds“. Vor mehr als 20 Jahren rekonstruierten Insulaner nach Ausgrabungsfunden die erste originalgetreue Hütte. Mittlerweile ist ein ganzes Dorf entstanden.

Wer nicht nur Salz sieden will, schaut den Meistern bei der Arbeit zu, besichtigt die historischen Gebäude oder wandelt auf einem Naturpfad Richtung Strand. Der Eintritt ist frei, das Salzsieden kostet umgerechnet rund acht Euro pro Person. Informationen unter www.visitlaesoe.de, über die ganze Region unter www.visitnordjylland.de.

Nordjütland liegt an der Spitze Dänemarks und besteht hauptsächlich aus den Inseln Vendsyssel-Thy und Læsø. Die Region erstreckt sich vom Limfjord im Westen und Mariager im Osten bis hinauf nach Skagen und bietet insgesamt 1.450 Kilometer Küstenlandschaft. Am nordöstlichsten Punkt Dänemarks, der Landzunge Grenen, „küssen“ sich Nord- und Ostsee, wenn Kattegat und Skagerrak zusammenfließen. Die Hauptstadt Nordjütlands ist Aalborg.