Von 30. Juli 2019 Mehr →

Frank Lloyd Wright Architektur neues Welterbe

Frank Lloyd Wright

Das Taliesin West von Frank Lloyd Wright steht nun als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. – Foto Andrew Pielage

Das World Heritage Committee hat die für das 20. Jahrhundert prägende Architektur Frank Lloyd Wrights zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Dies schließt acht seiner bedeutendsten Werke aus 50 Jahren Karriere mit ein – darunter auch das Taliesin West, Wrights Winterwohnsitz in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona.

Das Taliesin entzückt mit jedem Detail nicht nur Architekturliebhaber. – Foto Experience Scottsdale

Weltweit gibt es mehr als 1.000 Welterbe-Stätten. Auf die USA fallen inklusive Wright-Architektur allerdings nur 24 Stück. In Arizona freut man sich daher besonders, neben dem Grand Canyon und Tucson als UNESCO City of Gastronomy, mit dem Taliesin West eine weitere UNESCO World Cultural Heritage Site im Bundesstaat zu haben.  Das Taliesin West wurde 1937 fertiggestellt und ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern gleichzeitig auch ein persönlicher Rückzugsort des Stararchitekten gewesen, der heutzutage einen intimen Einblick in sein Leben erlaubt.

Angeschiedener Ort in der Wüste

Auch die Inneneinrichtung des Taliesin West setzt besondere Akzente. – Foto Experience Scottsdale

Viele seiner Ideen entstanden an diesem abgeschiedenen Ort in der Wüste Arizonas. An Taliesin West wird Wrights Verständnis von organischer Architektur deutlich, die im Wechselspiel mit ihrer Umgebung steht – aus der richtigen Perspektive wirkt das Bauwerk wie die Augenbrauen des  Bergs. „Taliesin“ ist Walisisch und bedeutet „strahlende Augenbrauen“.

Zur Anlage gehört im westlichen teil auch dieser Brunnen. – Foto Cordwell

Doch das Gebäude war für den Künstler mehr als nur eine Winterresidenz. Es beherbergte zudem seine Architekturschule. Auch heutzutage ist das Gebäude Hauptsitz der Frank Lloyd Wright School of Architecture.

Ritterschlag für acht Wright-Werke

Famose Blickachsen kennzeichnen die Architektur. – Foto FLW Private Collections

Neben dem Taliesin West finden sich sieben weitere Bauwerke in dem UNESCO-Ensemble wieder: Unity Temple in Oak Park; Frederick C. Robie House in Chicago,  Taliesin in Spring Green, Hollyhock House in Los Angeles, Fallingwater in Mill Run, Herbert und Katherine Jacobs House in Madison sowie das Solomon R. Guggenheim Museum in  New York. Diese acht Gebäude spielten eine herausragende Rolle bei der Evolution der modernen, amerikanischen Architektur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und üben ihren Einfluss bis heute aus.

Auch die Gartenlandschaft rund um das Vorzeigehaus weiß zu begeistern. – Foto FLW Private Collections

Die UNESCO bewertet die internationale Bedeutung eines potenziellen Weltkulturerbes aufgrund seines „Outstanding Universal Value“, der sich in der Wright-Serie in drei Attributen manifestiert. Erstens ist es eine Architektur, die auf funktionale und emotionale Bedürfnisse reagiert und durch geometrische Abstraktion und räumliche Manipulation erreicht wird. Zweitens ist die Gestaltung der Bauwerke grundlegend in den Formen und Prinzipien der Natur verwurzelt. Drittens handelt es sich um eine Architektur, die auf sich verändernde amerikanische Lebensumstände reagiert. Weitere Informationen unter www.ExperienceScottsdale.com.

Archiviert unter Amerika, Arizona, USA