Eselwandern im französischen Limousin: Der Natur nahe und aller Lasten ledig

Rund um das französische Limoges haben Eselwanderungen Hochkonjunktur.
Rund um das französische Limoges haben Eselwanderungen Hochkonjunktur.

Wandern mit Eseln ist eine erholsame Urlaubsform, die immer mehr Anhänger findet. Denn die Eselfarmen haben sich in ländlichen Gebieten Frankreichs niedergelassen, die nur dünn besiedelt sind und in denen namentlich stressgeplagte Großstädter Ruhe und Natur in vollen Zügen genießen können. Gegenüber normalen Wandertouren hat die Fortbewegung gemeinsam mit einem langohrigen Grautier den ganz praktischen Vorteil, dass die Tiere das Gepäck von Ort zu Ort tragen. Aber der gemeinsame Weg ist mehr als eine Zweckgemeinschaft.

Wie kaum eine Gegend ist das Limousin zum Eselwandern geeignet, leben doch in der französischen Region mit der Hauptstadt Limoges die wenigsten Einwohner pro Quadratkilometer nach Korsika. Am Rande des Örtchens Peyrat-le-Château im Departement Haut-Vienne, 60 Kilometer östlich von Limoges gelegen, haben Christophe Plateau und Olivier Gebelin im Jahre 2000 einen Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert in eine Eselfarm umgewandelt. Besonders Kinder sind von den Eseln begeistert.

Christophe Plateau und Olivier Gebelin machen die jungen Gäste mit dem Wesen der Esel vertraut, unternehmen mit ihnen Spaziergänge und wecken so die Liebe zu den Tieren. Die zwanzig Langohren sind alles andere als störrisch, sondern von ihren Besitzern wohlerzogen: Willig setzen sie sich auf leichten Zug an der Führleine in Bewegung, nach einigen Stunden vertrauensvollen gemeinsamen Wanderns an den Ufern der Flüsse Maulde und Vienne sogar auf ein Wort.

Sin bisweilen zum schreien komisch: Die Esel und die Erlbnise bei Wanderungen mit dem Grautier. (Foto: Karsten-Thilo Raab)
Sin bisweilen zum schreien komisch: Die Esel und die Erlbnise bei Wanderungen mit dem Grautier. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Wer gut zu Fuß ist, für den werden zwei- bis siebentägige Rundwanderungen über die grünen Hügel und durch die malerischen Flusstäler des Limousin angeboten. Die gelehrigen Esel schreiten gemächlich voran, lieben eher das Spaziertempo als den Eilmarsch. Tagestouren zwischen zwölf und achtzehn Kilometer sind vorgegeben, die sich an den Übernachtungsmöglichkeiten in Gasthöfen und Privatunterkünften orientieren. Man kommt dem Land und den dortigen Menschen wohl selten so nahe, wie wenn man mit einem Esel unterwegs ist.

Wer noch mehr Abenteuer und weniger Zivilisation sucht, dem gibt Christophe Plateau ein Zelt mit, das er oder sie abends irgendwo am Ufer eines Baches oder Sees aufstellen kann, ohne dass es jemanden stört. Womöglich bemerkt es gar niemand, denn man begegnet in dieser Gegend oft stundenlang keiner Menschenseele, ist mit Wald und Gewässern allein. Bestenfalls eine Herde des hier ansässigen Limousin-Rindes folgt einem mit neugierigen Blicken.

Das Limousin gilt wegen seines großen Reichtums an unberührter Natur als grünes Herz Frankreichs: eine sanft-hügelige Landschaft mit ausgedehnten Wäldern, weiten Wiesen und einer Vielzahl an klaren Flüssen und Seen. Die offene Landschaft ist bis heute stark von der Landwirtschaft geprägt und erinnert in ihrer stillen, verträumten Art an die Schönheit Irlands. Die Region zwischen Massif Central und Atlantik teilt sich in die drei Départements Creuse, Corrèze und Haute-Vienne. Peyrat-le-Château liegt im waldreichen und ursprünglichen Département Haute-Vienne. Weitere Informationen unter www.eselwandern-frankreich.de.

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Mortimer

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